Unsichtbar

Ich blicke in den Spiegel
Und sehe mich!
Ich lege meine Hand auf meine Brust
Und spüre mich!
Ich spreche laut
Und höre mich!
Doch stehe ich in einem Raum voll Menschen
Keine sieht mich!
Ich berühre Menschen, schüttle Hände
Keiner spürt mich!
Ich spreche Worte, Sätze, Geschichten
Keiner hört mich!
Ich existiere nur in meiner Welt
In der Welt da draußen
Bin ich unsichtbar!

https://www.flickr.com/photos/fabianmohr/331347553
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Ich oder doch jemand Anderer?

Ich mag die Geschichte von MIra Lobe „Das kleine Ich bin Ich“. Schon als Kind habe ich neben der kleinen Raupe Nimmersatt vor allem diese Gschichte besonders geliebt und ich finde sie heute noch wunderbar. Das kleine Geschöpf, dass scheinbar nirgendwo dazu zu passen scheint stell irgendwann fest „Sicherlich gibt es mich: ICH BIN ICH“.

Auch ich versuche mir immer zu sagen, dass ICH eben ICH bin, aber bin ich wirklich immer ICH, das wahre ICH? Und mag ich mein ICH eigentlich oder wäre ich doch nicht lieber jemand ANDERER?

Keine Ahnung warum ich genau heute darüber nachdenke, vielleicht liegt es ein wenig daran, dass der Urlaub nun vorbei ist und der Alltag mit Schule von meiner Tochter und Arbeit bei mir wieder startet. Aber wahrscheinlicher liegt es daran, dass ich in den Urlaubswochen, in denen ich eigentlich viel Zeit gehabt hätte, einfach ICH zu sein, doch meist lieber jemand ANDERER war.

So das ganze fängt jetzt an echt schräg zu klingen und manchmal denke ich mir selbst – bin ICH vielleicht ein Stückchen verrückt? Und selbst wenn es so wäre, so wäre es zumindest das ICH.

Ich mag mein ICH und dessen Leben nicht besonders gerne. Mein ICH ist meist traurig und vermisst so viele Menschen und auch Dinge im Leben. Mein ICH ist oft launisch und sogar unfreundlich, leider bekommen dies immer wieder Menschen, die mein ICH doch eigentlich liebt, zu spüren. Mein ICH ist of sehr einsam und alleine und vermisst einen Zuhörer.

Und weil ich mein ICH nicht besonders gerne mag, bin ich gerne jemand ANDERER. Und dann gibt es das traurige Leben und die traurige Vergangenheit nicht mehr. Neuer Name – neue Geschichte, eine Geschichte, die ich schöner, besser, freundlicher und angenehmer finde. Diese ANDERE ist glücklich, hat Freunde, erlebt wunderbare Geschichten aber auch ganz normalen Alltag. Und wenn meine ANDERE alleine ist, dann kommen halt noch neue Andere dazu. Wenn meine ANDERE einen Zuhörer braucht dann ist jemand da, weil meine ANDERE ist nie allein.

Ja, vielleicht bin ICH verrückt, weil ich gedanklich lieber das Leben ANDERER lebe, aber es macht das Leben meines ICH um vieles erträglicher. Wenn es meinem ICH dadurch besser geht, wenn ich jemand ANDERER bin, dann kann es doch nicht falsch sein, oder?

Gesucht: Motivation, Enthusiasmus, Energie, …

gesucht

Wo versteckt sich all das nur!!!

Ich bin am verzweifeln! Die Arbeit stapelt sich und ich kann mich einfach nicht aufraffen. „Morgen dann! Morgen nehme ich mir den ganzen Tag Zeit! Morgen lege ich los! Morgen …“ Seit Wochen scheint jedoch dieser Morgen noch nicht gekommen zu sein.

Was ist bloß los mit mir?? Ich kenne mich so gar nicht. Ich habe meine Arbeit immer gerne gemacht. Laut Meinung anderer habe ich immer viel zu viel gearbeitet. Ich habe nachts Bücher gewälzt und Tutorials im Internet studiert, nur um neue Sachen zu lernen oder Programme und Tools, mit denen ich arbeiten muss, besser zu verstehen. Um schneller zu werden, effektiver zu arbeiten. Ich hatte Spaß daran neue Dinge zu entdecken, neues auszuprobieren, habe mich dabei oft verloren und fand es immer großartig, meine Entdeckungen mit anderen zu teilen.

Jetzt ist davon nichts mehr übrig! Ich habe Termine einzuhalten. Ich muss Unterricht vorbereiten, der lässt sich nicht verschieben, aber ich schaff es trotzdem nicht. Unerledigte Dinge stapeln sich, mein Urlaub ist bald vorbei und ich habe nichts davon erledigt.

Ich kann nicht schlafen, seit Wochen schlage ich mir die Nächte um die Ohren, weil mich mein schlechtes Gewissen über den abgelaufenen, erneut nutzlosen Tag, letztlich Abends im Bett fast erschlägt. Und dann sage ich mir wieder – „Morgen dann!“ Und dann kommt der Morgen und es passiert wieder nichts.

Ich bin am durchdrehen. Es fühlt sich an, als sei der strebsame, motivierte, eifrige Teil von mir irgendwo eingesperrt. Er versucht auszubrauchen, schlägt mit den Fäusten gegen harte Wände, tritt gegen verschlossene Türen, brüllt und schreit einerseits um Hilfe und andererseits vor Schmerzen.

Ich will so nicht sein, ich will zurück in mein altes Ich, mein strebsames, eifriges Ich. Wie kann es sein, dass man etwas so sehr will und es doch nicht machen kann. Das ist doch völlig verrückt!!

Ja ich bin am druchdrehen und ich weiß nicht, was ich dagegen machen soll.

Neue Wörter – neue Geschichte

Es wurde wieder eingeladen zur Zehnwortgeschichte.

Die Wörter fand ich dieses Mal schwerer als beim letzten Mal. Brauchte erstmal einen Moment (und Google – ich gebs zu) um mir etwas zurecht zu basteln. Nachdem ich beim ersten Versuch irgendwie eine Polizistin erschaffen hatte, wollte ich dies gerne wieder aufgreifen. Und nachdem der Text nun geschrieben ist, habe ich mir auch eine persönliche neue Herausforderung zurechtgelegt und ich möchte die Geschichte mit den nächsten 10 Wörtern dann weiterschreiben. Mal schaun, wie weit ich dabei komme.

Die Zeitangabe habe ich diese Mal noch weniger eingehalten als bei meinem ersten Versuch. Ich denke ich habe knapp 2 Stunden gebraucht. Rückmeldungen aller Art sind sehr willkommen. (Sehr lang geworden!)

 

Ich sitze nervös im Restaurant. Italienisch, er hatte es ausgesucht. Das Beste in der Stadt meinte er. Besser italienisch hätte er außerhalb von Italien bisher nur in Wien gegessen. Wie nannte er es noch genau, eine unvergessliche Oralfreude. Ich musste lachen als er mir das Restaurant damit schmackhaft machen wollte. Ich blicke erneut auf die Uhr und frage mich warum ich bloß 20 Minuten zu früh da sein musste. Ich habe das Gefühl alle starren mich an und denken sich, ach die arme Frau sitzt ganz alleine im Restaurant, wurde wohl versetzt. Nachdem mich der Kellner erneut angesprochen hat bestelle ich dann doch ein Glas Wasser, damit ich wenigstens irgendwas hatte woran ich mich festhalten konnte.

Ich bin nervös, weiß gar nicht wann ich das letzte Mal so nervös war. Meine Arbeit hat dies anfangs auch noch geschafft, aber man wird ruhiger mit der Zeit, obwohl ein bisschen Nervosität und Angst immer dazu gehört, so bleibt man wachsam. Aber dieses Date macht mich definitiv nervöser als sonst etwas. Bisher hatten wir nur telefoniert und ab und an mal eine Mail geschrieben, persönlich treffen ist dann doch gleich nochmal ein Schritt vorwärts. Wir haben bereits Fotos ausgetauscht, daher gilt Blind-Date hier nicht mehr, aber gerade bei den Fotos sucht man wahrscheinlich das Beste das man finden kann. Wie sehr dies dann der Wahrheit entspricht ist eine ganz andere Geschichte.

Ich blicke erneut nervös auf die Uhr während ich an meinem Wasserglas nippe. Noch fünf Minuten, meine Nervosität steigt nochmal an. Ich dachte nicht, dass das möglich sei. Ich blicke mich im Restaurant um und entdecke den Kellner, der mich bedient hat. Er grinst mich an. Warum grinst der mich so an, denke ich mir, als ich ihn plötzlich sehe. Der Kellner zeigt in meine Richtung. Er lächelt, hebt die Hand zum Gruß und macht sich auf den Weg zu mir. Definitiv besser als das Foto denke ich mir als ich aufstehe, um ihn zu begrüßen.

Wir schütteln uns die Hand, doch er kommt näher und küsst mich auf die rechte dann auf die linke Wange. Damit hatte ich nun wirklich nicht gerechnet. Wahrscheinlich habe ich mich auch genauso dabei angestellt. Als wir uns wieder hinsetzen lächelt er mich nur an und sagt „Wir sind für heute in Italien, da macht man das so.“ Ich lächle zurück.

Er bestellt eine Flasche Wein für uns und der Kellner bringt gleichzeitig mit dem Wein die Speisekarte. Ich kenne mich mit italienischer Küche nicht aus, außer Pizza und Spaghetti natürlich, aber ich denke das wäre hier und heute unpassend. Ich blättere also in der Speisekarte und entscheide mich letztlich für ein Risotto alla milanese während er sich Osso Bucco bestellt. Bei Risotto weiß ich wenigstens, dass es sich um Reis handelt, was er sich bestellt hat bleibt mir jedoch rätselhaft, möchte mir aber die Blöße auch nicht geben und ihn danach fragen. Ich werde es dann ja schon sehen denke ich mir.

Nach dem Essen entschuldigt er sich kurz auf die Toilette. Ich lächle, eigentlich ist das doch ein Frauending, um das Makeup nach dem Essen zu checken. Nachdem er den Tisch verlassen hat atme ich tief durch, und versuche mir erneut in Erinnerung zu rufen, dass ich nicht träume sondern diesen tollen Abend wirklich erlebe.

Plötzlich höre ich mein Handy in meiner Tasche vibrieren. Ich hatte es lautlos gestellt, es ganz abzuschalten hatte ich nicht geschafft. Ich überlege kurz und denke mir dann aber, da mein Date ja grad nicht da ist, kann ich ja zumindest mal nachsehen wer es denn ist. Als ich auf Display blicke wusste ich, dass ich einen Fehler gemacht hatte. Einen kleinen Moment spiele ich mit dem Gedanken nicht zu antworten, weiß aber im selben Augenblick, dass ich meine innere Ruhe den ganzen Abend nicht mehr finden würde, wenn ich dies mache.

Ich drücke also die ‚Antworten-Taste‘ und verzichte auf das höfliche Hallo.

„Ich hoffe es ist wichtig sonst bezahlst du einen Monat lang meinen Kaffee.“

Ich höre meinem Partner am anderen Ende der Leitung zu und bemerke nicht, wie mein Date wieder an den Tisch zurückkommt.

„Ich bin am anderen Ende der Stadt, treffen wir uns gleich direkt vor Ort. Ich kann in 15 Minuten dort sein. Bye!“

Ich nehme das Telefon runter und merke erst jetzt, dass meine Begleitung bereits zurückgekehrt ist. Ich lächle nervös, er sieht mich besorgt an.

„Ist alles in Ordnung?“ fragt er mich

Ich überlege kurz, was ich ihm sagen soll oder besser noch, was ich ihm überhaupt sagen kann. Er weiß, dass ich Polizistin bin, aber ansonsten haben wir über meinen Job noch nicht viel gesprochen. Wie auch, ich kann ihm doch beim Kennenlernen nicht von den Schattenseiten der Stadt erzählen.

Ich spüre eine Hand auf meiner und kehre zurück in die Realität. Ich versuche zu lächeln. Ich vermute es gelingt mir nicht wirklich, zumindest sieht er mich immer noch besorgt an.

So ein Reinfall schwirrt durch meinen Kopf. Ich ziehe meine Hand sanft zurück und nehme meine Tasche.

„Es tut mir sehr leid. Das war mein Partner am Telefon. Unsere Dienststelle ist unterbesetzt heute Nacht und ich muss daher leider dringend zur Arbeit.“

Das muss reichen, mehr kann ich nicht sagen. Hoffentlich fragt er mich nicht, ob oder gar was denn passiert ist. Ich möchte ihn nicht bei unserem ersten Date belügen müssen. Unser Kellner geht gerade an unserem Tisch vorbei und ich nutze die Chance, um ihm ein leises „Zahlen, bitte!“ zuzurufen. Ich kann ihn doch nicht bezahlen lassen, wenn ich ihm schon davonlaufe, denke ich mir dabei noch. Dann krame ich in meiner Tasche nach meiner Geldbörse während ich immer noch auf seine Reaktion warte. Als ich meine Geldbörse gefunden habe lege ich sie langsam auf den Tisch. Ich muss ihn nun wieder ansehen, kann ihn nicht länger ignorieren. Gesagt hat er leider immer noch nichts.

Ich hebe den Kopf und blicke in ein trauriges Gesicht. „Es tut mir sehr leid“, sage ich erneut. Und bevor ich wirklich nachgedacht habe, sage ich als nächstes „Ich mache das beim nächsten Mal wieder gut, versprochen!“ Beim nächsten Mal, hatte sie das gerade wirklich gesagt. Wahrscheinlich will er gar kein nächstes Mal nach diesem Abend.

Dieses Mal unterbricht uns der Kellner mit der Rechnung. „Alles zusammen?“ fragt er als er an den Tisch tritt. Bevor ich etwas sagen konnte, höre ich von ihm ein freundliches „Selbstverständlich“ Er bezahlt also die komplette Rechnung und gibt auch noch saftiges Trinkgeld. Ich blicke auf die Uhr und werde langsam nervös. 15 Minuten hatte ich versprochen, aber die Tatsache, dass er nun auch noch alles bezahlt hat, macht das Aufstehen und Gehen jetzt nicht gerade einfacher. Doch er überrascht mich erneut, als er aufsteht und mir seine Hand reicht.

„Komm ich bring dich noch zum Auto.“

Er stellt keine Fragen. Wie perfekt können ein Date und ein Mann sein, bevor es zu perfekt wird. Ich parke direkt am Hinterausgang des Restaurants, daher haben wir auch nicht mehr viel Zeit zu reden, während er mich begleitet. Ich krame in meiner Tasche nach meinem Schlüssel. Er öffnet mir die Tür, wie der perfekte Gentleman. Bevor ich einsteige, drehe ich mich nochmal zu ihn um. Wir verabschieden uns italienisch mit einem Küsschen auf jede Wange.

„Ruf mich an“ sagt er noch als ich in den Wagen steige. Ich lächle ihn an, dieses Mal ist es ein einfaches und ehrliches Lächeln und dann mache ich mich auf den Weg zum Tatort.

Als ich am Hotel ankomme, erwartet mich Michael, mein Partner, schon in der Eingangshalle. Neben ihm steht ein dünner groß gewachsener junger Mann. Er stellt sich mir als ‚Herr Rittberger‘ vor, nachdem ich ihm meine Marke gezeigt habe. Er ist blass und wirkt sehr nervös und nachdem er uns in ein kleines Büro hinter den Empfangsbereich führt, beginnt er zu erzählen.

„In Zimmer 515 hat heute Morgen eine Frau Falling eingecheckt. Sie erzählte freudig an der Rezeption, dass sie extra angereist sei um das Laurie Anderson Konzert heute Abend zu besuchen. Sie hatte mich gebeten, sie pünktlich um 18:30 Uhr anzurufen. Sie hatte wohl Angst zu verschlafen und das Konzert zu verpassen. Ich habe also angerufen, aber es hat keiner geantwortet. Ich dachte mir, dass sie vielleicht im Bad sei. 15 Minuten später habe ich es erneut versucht, aber es hat wieder keiner geantwortet. Ich bin dann also nach oben gegangen, ich wollte nicht daran schuld sein, dass sie ihr Konzert verpasst und habe an die Türe geklopft. Als ich wieder kein Glück hatte, bin ich mit meinem Schlüssel ins Zimmer gegangen und.“

Er war noch blasser geworden und konnte nicht weiter sprechen. Er würgte und schüttelte den Kopf als könne er dadurch die Erinnerungen loswerden. Es muss wohl kein schöner Anblick gewesen sein, denke ich mir.

Wir verabschiedeten uns vorerst von Herrn Rittberger teilten ihm jedoch auch gleich mit, dass wir noch einmal genauer mit ihm sprechen müssten. Danach war es Zeit sich den Tatort selbst genauer anzusehen.

Auf dem Weg in den fünften Stock erklärt mir Michael nur kurz, dass die Spurensicherung und der Gerichtsmediziner bereits vor Ort seien. Ansonsten wurde nichts weiter gesprochen.

Als wir Zimmer 515 betreten stockt auch mir kurz der Atem. Der Anblick, der einem dort geboten wird ist wahrlich kein schöner. Eine junge Frau, Anfang bis Mitte 30, lag dort nackt und mit Händen und Füßen ans Bett gefesselt. Michael und ich traten näher. Eine blutverkrustete Lippe und ein Rinnsal an getrocknetem Blut von der rechten Augenbraue bis zum Hals zeigten, dass sie wohl mehrfach geschlagen wurde. Sie hatte Schaum vorm Mund.

„Wurde Sie vergiftet?“ frage ich eigentlich mehr zu mir selbst als zu allen anderen. Der Gerichtsmediziner blickt hoch und antwortet kurz und sachlich.

„Sie wurde definitiv brutal vergewaltigt und geschlagen. Ob sie vergiftet wurde werden wir erst später wissen.“

Ich nicke ihm kurz zu und blicke mich dann weiter im Zimmer um und entdecke dabei etwas eingeklemmt zwischen Matratze und Bettrahmen. Ich streife mir einen Handschuh über und ziehe einen kleinen etwas eigenartig aussehenden Pinsel hervor.

„Was ist das?“ frage ich als ich mich zu den anderen umdrehe.

Der Gerichtsmediziner steht auf uns sieht sich den Pinsel näher an.

„Das ist ein Bauchpinsel! Wird zur Massage und Sinneserweckung eingesetzt. Sehr entspannend!“

Ein Lächeln huscht über sein Gesicht. Ich sehe mir den Pinsel genauer an und blicke dann erneut zur Leiche.

„Ich denke hier war es alles andere als sehr entspannend!“

Das Lächeln verschwindet unmittelbar aus dem Gesicht des Gerichtsmediziners. Ich packe den Pinsel in eine Tüte und drehe mich zu Michael.

„Was denkst du?“

„Ich denke, dass wir von nun an wohl ein paar Schichten zusätzlich arbeiten werden.“

Musik, die ich mag – Teil 5

Ich möchte heute meine Musik, die ich mag Serie fortsetzen. Teil 4 gibt es hier zu lesen.

Vor etwas mehr als 1 1/2 Jahren hat eine Bekannte von mir auf Facebook folgendes Video gepostet.

Mein erster Gedanke war einfach nur WOW, unglaublich was man mit nur einem Klavier machen kann. The Piano Guys, na der Name passt dachte ich mir dann im nächsten Moment noch. Und ich war dann vor allem neugierig, was die sonst noch so machen. Also einfach mal rein in deren YouTube Channel.

Nachdem ich dort dann einige Videos gesehen habe, passte der Name dann plötzlich nur noch halb, weil die Piano Guys sind eigentlich ein Mann am Klavier, ein Mann am Cello, ein Mann hinter der Kamera und ein Mann am Computer (so grob zusammengefasst 😉 ) Und was die Jungs dabei so ERschaffen ist unglaublich.

In ihren Video wird meist klassische Musik mit (aktueller) Popmusik gemischt und neu arrangiert. Die Musik, die dabei entsteht ist atemberaubend schön. Die Kombination aus Klavier und Streichinstrument ist für mich einfach perfekt und harmoniert einfach ideal.

Müsste ich einen Song als Favouriten wählen, wäre es wohl der folgende (wobei die Wahl nicht einfach ist, es gibt keinen Song, den ich nicht mag).

Neben den einzigartigen Songkompositionen machen die Jungs auch noch spektakuläre Videos. Es ist immer wieder unglaublich zu sehen, wohin die benötigten Instrumente gebracht werden. Das mag beim Cello ja noch einfach sein, aber schaff mal ein Klavier auf einen Zug, rauf auf eine Klippe oder gar auf die Chinesische Mauer. Zum Beweis das Klippen Video (unbedingt das Makeof ansehen, das Klavier stand wirklich dort!)

Ich durfte die Jungs letztes Jahr in Wien schon live erleben und gehe auch heuer wieder aufs Konzert. Neben der unglaublichen Musik, die live noch schöner ist, sind die Jungs vor allem unglaublich witzig. Ich habe Tränen gelacht im letzten Konzert!

Zehn-Wort-Geschichte

Ich stehe gedankenverloren in meiner Küche. In meinem Wok am Herd schiebe ich, ohne wirklich darauf zu achten, das Gemüse hin und her. Mein Blick ist auf die gegenüberliegende Wand im Esszimmer gerichtet und ich denke mir, ich sollte nun endlich wirklich die abgefallene Tapetenabschlusskante ersetzen. Ich lege den Kochlöffel zur Seite und greife nach meiner Kaffeetasse. „Boah kalt“ schüttelt es mich und ich schütte daraufhin den Kaffee in die Spüle und wasche die Tasse aus.

Ich summe leise zur Musik aus dem Radio. Die Ramones mochte ich immer schon gerne. Plötzlich klingelt das Telefon. Ohne zu wissen warum schrecke ich kurz hoch und lege dann das Geschirrtuch zur Seite, womit ich eigentlich meine Lieblingstasse trocknen wollte. Ich greife nach dem Telefon und melde mich mit einem kurzen „Hallo!“.

Ich höre dem Anrufer zu und kann mir einen Seufzer nicht verbergen. „Ich kann in 10 Minuten dort sein“, sage ich meinem Anrufer. Wie sehr ich Bereitschaft doch hasse, denke ich mir während ich das Telefonat beende.

Ich eile daraufhin in die Küche und schaue verzweifelt in mein halb fertiges Wok-Gemüse während ich den Herd abstelle. Auf dem Weg zur Türe stolpere ich beinahe über den vollen Wäschekorb und frage mich, wann ich denn endlich mal wieder Zeit zum Bügeln haben würde. Ich greife nach meinem Schlüsselbund mit dem riesen Eichhörnchen als Anhänger, welches mir meine Kollegen zu Weihnachten geschenkt haben, damit ich in Zukunft meinen Schlüssel einfacher finden kann.

Ich öffne den Kasten an der Wand, greife nach einer kleinen mit Zebrafell überzogenen Box, öffne sie und nehme meine Waffe heraus. Danach verlasse ich die Wohnung und mache mich mit meinem Wagen auf dem Weg, um meinen Partner am Supermarkt zu treffen. Jener Supermarkt wo ich erst wenige Stunden zuvor noch mein Gemüse für mein Abendessen gekauft hatte.

„Stiller Alarm am Supermarkt, wir treffen und dort“ war alles was mein Partner am Telefon gesagt hat. Als ich mich nun dem Supermarkt nähere sehe ich ihn schon etwas abseits stehen. Ich parke meinen Wagen, steige aus und wir nicken uns einfach nur zu und machen uns auf den Weg zum Eingang des Supermarktes. Nach jahrelanger Zusammenarbeit verstehen wir uns blind. Die Supermarkttür ist unverschlossen. Wer immer sich darin nun aufhält hat durch das Aufbrechen der Tür den stillen Alarm ausgelöst.

Wir ziehen beide unsere Waffe und treten ein. Langsam streifen wir durch den Supermarkt, blicken in jeden der langen Gänge. Wir passieren das Schokoladenregal, was mich wieder daran denken lässt, dass ich noch kein Abendessen hatte. Im nächsten Gang steht ein herrenloser Einkaufswagen, darin nur ein Paar Gummistiefel. Da hat es sich wohl jemand anders überlegt, denke ich mir.

Plötzlich hören wir ein lautes Geräusch. Mein Partner und ich blicken uns kurz an und dann geht es im Laufschritt in Richtung des Geräusches. Wir hören jemanden leise fluchen. Wir nicken uns kurz zu und treten dann mit ausgestreckten Waffen in den nächsten Gang.

„Stehen bleiben, Polizei!“ ruft mein Partner laut. Im Gang steht ein Mann mit einem voll beladenen Einkaufswagen. Eine der vielen Alkoholflaschen liegt zerschmettert am Boden. Es dauerte keine 2 Minuten bis der Mann in Handschellen am Rücksitz eines Polizeiautos von weiteren Kollegen sitzt, die ebenfalls zur Hilfe gerufen wurden.

Ich denke erneut an mein Abendessen und seufze leise, weil ich weiß, dass es noch etwas dauern wird, bis ich endlich dazu kommen werde.

Westendstories lädt ein zur Zehnwortgeschichte. Ich habe mich daran auch mal versucht 😉
Danke stefanini für deine Geschichte und dass ich dadurch diese Aktion auch finden konnte 🙂

Gedankenkarussell

Gefangen im Gedankenkarussell
Verzweiflung, Trauer, Schmerz, Angst
Unkontrollierbar!
Möchte alles rausschreien, niederschreiben
Ablegen!
Finde die Worte nicht
Es schmerzt, schnürt mich ein
Erdrückt mich!
Ich fühle mich gefangen, eingesperrt
Kein Weg führt raus
Tausende Worte, Gedanken, Ängste
Alles dreht sich!

https://www.flickr.com/photos/28687962@N08/5030136758/
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