Zehn Wörter – neue Runde

Und weiter gehts mit der nächsten Runde der Zehnwortgeschichten und somit auch mit der Fortsetzung meiner kleinen Geschichte.

Wer sich übrigens schon wundert, ob die liebe Frau Officer eigentlich keinen Namen hat, kann ich nur sagen, doch in meinem Kopf hat sie einen. Es hat sich nur noch nicht ergeben, den auch einzubauen. 😉

Viel Spaß wieder beim Lesen. Rückmeldungen wie immer erwünscht. Die 10 vorgegebenen Wörter, wie immer fett gedruckt:

 

Musik? Woher kommt nur diese laute Musik? Samstagmorgen sollte das Feiern echt verboten werden. Bekommen die jungen Leute abends nicht mehr genug Bier, dass sie früh morgens gleich weitermachen müssen? Ich mache genervt die Augen auf und werfe einen Blick auf meine Digitaluhr am Nachttisch. 6:45 Uhr und plötzlich ist es wieder komplett still im Zimmer und erst jetzt realisiere ich, dass mein Handy geklingelt hat und nicht der Nachbar wilde Partys feiert.

Einen kleinen Moment denke ich drüber nach einfach die Augen wieder zuzumachen und gar nicht erst nachzusehen, wer denn angerufen hat. Doch eigentlich noch im gleichen Augenblick weiß ich, dass das keine Alternative ist und greife nach meinem Handy.

Der Blick auf das Display überrascht mich, damit hatte ich nicht gerechnet, aber es zaubert mir ein Lächeln ins Gesicht und die Welt scheint gleich ein Stückchen mehr in Ordnung zu sein in aller Frühe und völlig unausgeschlafen. Es war Christian. Ich setze mich im Bett auf und versuche meine immer etwas raue Stimme am Morgen, vor allem nach wenig Schlaf, in Schwung zu bringen. Dann wähle ich seine Nummer.

Er nimmt gleich nach dem ersten Klingeln mit einem einfachen „Hi“ ab. Ich antworte ihm mit einem kurzen „Hallo“ und dann ist es für einen kleinen Moment still bevor er weiter spricht.

„Ich hoffe du warst noch nicht im Bett. Ich habe keine Ahnung wann deine Nachtschichten enden und doch wollte ich gerne heute Morgen deine Stimme hören. Tut mir leid, wenn ich dich geweckt habe!“

Ich kann und will ihn nicht anlügen auch wenn er die Wahrheit in diesem Fall wahrscheinlich nicht hören will. Trotzdem kann ich mir selbst nicht helfen, die Worte kommen einfach von ganz alleine.

„Ich habe nicht die ganze Nacht gearbeitet, bin kurz nach drei Uhr nachhause gekommen und habe daher das Handy nicht gleich als solches realisiert als du angerufen hast.“

„Kein Wunder bei nur drei Stunden Schlaf! Es tut mir sehr leid. Ich lass dich nun wieder in Ruhe und du schläfst einfach weiter. Sorry ich fühl mich grad echt wie ein Vollidiot!“

„Christian! Es ist ok. In fünfzehn Minuten hätte sowieso mein Wecker schon wieder geklingelt und es ist wunderschön von dir zu hören. Der Beste Wecker überhaupt!“

„Der Dalai Lama hat gesagt, der Weg zum Glück ist guter Schlaf und gutes Essen. Das mit dem guten Schlaf habe ich ja erfolgreich verhindert, darf ich dies mit einem guten Essen wieder gut machen? Heute Abend?“

Ich überlege kurz. Wie gerne würde ich sofort ja sagen, aber wenn ich an die Arbeit, an den Fall denke, weiß ich nicht wie sich der Abend gestalten lässt. Andererseits müsste, nach einer beinah durchgearbeiteten freien Freitagnacht, nach nur 3 Stunden Schlaf und einem vermutlich kommenden anstrengenden Samstag, jeder verstehen, dass man auch mal eine Pause braucht.

„Bist du noch dran? Habe ich etwas Falsches gesagt?“ höre ich ihn plötzlich nervös am Telefon sagen.

„Ja ich bin noch da hab nur gerade meine Alternativen für heute Abend durchgedacht und würde dich sehr gerne wieder treffen.“

Ich kann sein Lächeln beinahe durch das Telefon fühlen.

„Es gibt ein neues Restaurant in der Stadt. Neues Konzept. Gekocht wird direkt am Tisch des Gastes, man kann entweder nur zusehen oder, was ich viel interessanter finde, beim Kochen mitmachen. Ich würde dies gerne mit dir ausprobieren.“

„Klingt spannend. Ich kann noch nicht versprechen, wann es sich bei mir ausgeht. Ich melde mich noch wann ich Zeit für dich habe, ok?“

„Klingt toll. Ich schicke dir noch die Adresse und freue mich dich wieder zu sehen.“

Nur ganz leise hat er die letzten Worte gesagt und ich antworte ihm mit einem leisen „Ich freue mich auch!“. Die Stille die danach folgt wird vom lauten Klingeln meines Weckers unterbrochen und wir müssen erstmal beide Lachen bevor wir uns verabschieden.

Ich stehe unmittelbar nach dem Gespräch auf. Es ist kalt in der Wohnung. Ich blicke aus dem Fenster und die Stadt liegt düster und grau vor mir. Der heurige Spätsommer fühlt sich mehr wie ein früher Winter an, denke ich mir, als ich, noch immer mit einem Lächeln auf dem Gesicht, in die Küche gehe, um mir eine Tasse Kaffee zu machen.

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