Schlechtes Gewissen, das man eigentlich nicht haben sollte

Es ist Sonntag Nacht, 23:05 Uhr zeigt die Uhr bei meinem iPad und ich liege im Bett und bin von einem unglaublich starken schlechten Gewissen geplagt.

Es ist eigentlich total traurig, dass ich nun schlaflos mit schlechtem Gewissen im Bett liege und das nur, weil ich heute einen Sonntag nur komplett und ganz mit meiner Tochter verbracht habe und Abends dann gemütlich auf der Couch beim Fernseher gesessen bin, anstatt den Computer anzuwerfen und zu arbeiten!

Ich liege hier und frage mich wie ich morgen im Büro erklären soll, dass dieses und jenes noch nicht erledigt ist. Beim Vorbereiten meiner Unterlagen für morgen bin ich auf so vieles gestoßen was ich eigentlich übers Wochenende machen hätte sollen. Hab vorhin gerade nochmal meine E-Mails gecheckt und mein Postfach quillt über mit Mails, die ich eigentlich schon längst hätte beantworten sollen.

Auf der anderen Seite frage ich mich selbst warum ich mich so fertig mache! Es kann doch eigentlich keiner verlangen, dass ich ständig in meiner Freizeit noch weiterarbeite, aber in unserer Abteilung scheint das einfach üblich zu sein, jeder scheint ein wenig mehr zu tun. Gestern in der Früh hat mich ein Kollege angerufen, nein nicht privat sondern beruflich und als Antwort auf die Mail, die ich ihm Freitag Nachts geschrieben habe.

Ich mach meinen Job unglaublich gern, wenn das nicht so wäre hätte ich wohl eh schon längst aufgegeben. Und ich möchte immer einen guten Eindruck hinterlassen. Ich hasse es Fehler zu machen, hasse es wenn mein Vorgesetzter nachfragt ob dieses oder jenes schon erledigt ist, da setzt sofort eine unglaubliche Versagensangst ein. Daher auch heute mal wieder mein schlechte Gewissen.

Wie lange kann man sowas durchstehen, das frag ich mich nun schon seit Jahren. Es gab immer mal wieder Momente an denen ich gedacht habe, ich kann nicht mehr, aber mich doch immer durchgekämpft habe. Inzwischen denke ich, dass es sich, oder besser gesagt, dass ich mich wohl nie mehr ändern wird/werde.

Auch wenn der Drang nochmal aufzustehen und sich an den Computer zu setzen im Moment (23:20) grad echt groß ist, werde ich doch versuchen zu schlafen, der Wecker ist morgen auch wieder unbarmherzig!

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7 Gedanken zu “Schlechtes Gewissen, das man eigentlich nicht haben sollte

  1. Es ist enorm wichtig sich diese Zeit zu nehmen. Und sobald du es in einer gewissen Regelmäßigkeit tust, wird es für alle normal. So wie es jetzt ist, wissen deine Mitarbeiter, dass du erreichbar bist. Und so werden sie dich weiter anrufen. Und damit wächst der Druck auf dich und die Erwartungen ebenfalls. Ein Teufelskreis! Du bist die einzige, die diesen Kreis unterbrechen kann. Nimm dir deinen Sonntag und nimm ihn total. Nimm dir doch auch gleich den Samstag. Wenigstens ab Mitte Nachmittag. Und nach dieser Routine. Du wirst sehen, dass sich plötzlich alles normalisieren wird. Kein schlechtes Gewissen mehr. Und die, die „gifteln“ sind die, die es gerne auch so tun würden, den Mumm dazu aber nicht haben…

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  2. Liebe Ingrid !

    Ja, da kann ich amommasview nur recht geben. Du brauchst keinerlei schlechtes Gewissen zu haben, wenn du dir ein Wochenende mit deiner Familie gönnst anstatt die Arbeit vom Büro aufzuarbeiten. Das Wochenende gehört dir. Die Leute gewöhnen sich sehr schnell daran, dass du dauernd erreichbar bist, die wirst du dann kaum noch los. Das Wochenende ist für die Erholung da, Arbeit hast du auch daheim genug, da brauchst du nicht auch noch die Arbeit vom Büro.

    Herzliche Grüße,

    Caroline

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    • Liebe Caroline!
      Danke für deine lieben Worte und ja das mit dem gewöhnen ist ganz schlimm. Teilweise ist es dann so dass man fast schon getadelt wird wenn man mal 2 Tage nicht antwortet, weil die Leute einfach schneller damit rechnen.
      Ich versuch auch dagegen anzuarbeiten und mir wirklich Zeit zu nehmen nur für mich aber es bleibt oft ganz wenig übrig, vor allem auch weil da ja auch noch eine Masterarbeit geschrieben werden will.
      LG Ingrid

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  3. Hallo,
    ich kenne das auch und habe auch oft ein schlechtes Gewissen. Eigentlich ist es traurig, dass es soweit gekommen ist. So sehr ich Internet und neueste Technik mag, die Folgen davon machen sich langsam bei den Menschen bemerkbar. Ich bin jetzt auch schon seit 7 Jahren an 365 Tagen rund um die Uhr telefonisch erreichbar (und muss das auch sein) und bin auch oft an dem Punkt, an dem ich mich auf eine einsame Insel ohne Handy-Empfang sehne. Wenn ich meinen Job nicht so gern machen würde, dann hätte ich ihn nur aus diesem Grund schon lange an den Nagel gehängt. Eigentlich nehme ich mir das auch von Jahr zu Jahr vor, endlich was Geregeltes und Ruhiges zu machen. Aber dann ist das Jahr plötzlich schon wieder vorbei…

    Liebe Grüße
    Hanna

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    • Liebe Hanna!
      Danke für deine Worte. Und bei mir ist es genauso. Ich mache meinen Job wirklich gerne, darum nimmt man das auch leichter in Kauf. Ich bin aber auch immer wieder am Schauen ob mir nicht irgendwas anderes zwischen die Finger kommt.
      Ich wünsche dir auf jeden Fall auch alles Gute und dass du für dich auch die nötige Ruhe findest!!
      LG Ingrid

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