Ich kann mich im Moment selber nicht leiden!

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Ich kenne diese Zeiten, wie ich sie im Moment grade habe, nur scheint es diesmal schlimmer zu sein als sonst öfter.

Ich halte es unter Menschen grade kaum aus, möchte am liebsten nur alleine sein. In der Arbeit habe ich mich gut unter Kontrolle, da läuft es einigermaßen, obwohl ich am ersten Tag nach meinem Krankenstand auch nachmittags mal einen kompletten Durchhänger hatte, aber das Büro war da schon fast leer und das Telefon blieb still, da ging es trotzdem recht gut.

Zuhause bin ich grade kaum auszuhalten. Ich habe überhaupt keine Geduld und alles geht mir furchtbar auf die Nerven. Ich fahre meinen Mann regelmäßig an und auch meine Tochter kriegt einiges ab. Und ICH HASSE MICH selbst dafür. Ich will so gar nicht sein. Ich versuche mich wirklich zusammen zu reißen, tief Luft zu holen bevor ich etwas sage oder auch lieber gar nichts sagen.

Ich weiß nicht, warum es so ist. Ich hab nur grad das Gefühl mir wird alles zu viel. Verstehen kann ich es nicht, immerhin hatte ich grad 2 Wochen Pause von allem. 2 Wochen nicht an Arbeit und auch nicht an meinem Masterthesis denken, das hätte mir doch eigentlich Kraft geben sollen. Stattdessen hab ich das Gefühl, dass jetzt alles noch viel stärker auf mich einwirkt. Vor allem bei meiner Masterthesis bin ich mal wieder an einem Punkt angelagt, wo ich sage, ich schreibe die nicht mehr, das wird nichts mehr.

Ich möchte am liebsten AUFGEBEN – in so vieler Hinsicht!

Ich hoffe, dass die Tage bald wieder besser werden oder ich es zumindest schaffe mich meiner Familie gegenüber wieder fairer zu verhalten. Vielleicht kann ich mich dann auch selbst wieder besser leiden!

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10 Gedanken zu “Ich kann mich im Moment selber nicht leiden!

  1. Ich denke, wir alle haben diese Momente. Wichtig ist, dass du mit jemandem darüber redest. So extrem ich in solchen Augenblicken meinen Mann anfahre, er ist immer derjenige, der dann das Gespräch eröffnet und mit mir an den Punkt kommt, wo ich offen darüber spreche, warum ich mich so schlecht fühle. Denn mal ganz ehrlich, tief im inneren wissen wir alle weshalb wir an diesem Punkt sind. Und helfen können wir uns dann nur, wenn wir „es“ besprechen.
    Bei mir hilft übrigens oft auch einfach Sport. Mich auszupowern. Aber vorallem auch das Gespräch mit meinem Mann. Auch wenn es etwas ist, dass wir nicht lösen können, es ist wichtig, dass darüber gesprochen wird.
    Vor kurzem war ich in einer solchen Situation. Und was mich eigentlich so fertig gemacht hat, war etwas, dass wir nicht ändern konnten, was aber irgendwie vorallem meinem Mann hätte Druck gemacht, wenn ich es gleich gesagt hätte. Ich wollte nicht darüber sprechen… Er hat sich dann aber mit mir hingesetzt und da ist es dann nach und nach zu Tage gekommen. Ich habe mich wieder schlecht gefühlt, weil ich gedacht habe, dass ich ihn nun unnötig unter Druck gesetzt habe.
    Aus dem ganzen hat sich ein richtig tolles Gespräch entwickelt und wir haben so richtig Brainstorming gemacht. War super und mir ging es nachher wieder gut. Ich vergleiche mich in diesen Situationen immer mit einem Dampfkochtopf… Und der Druck war nach dem Gespräch einfach weg.

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    • Danke für dein liebes Kommentar.
      Darüber sprechen klingt so logisch und doch fühlt es sich für mich so unmöglich an. Ich bekomme meinen Mund nicht auf, wenn es darum geht über mich zu reden und das was mich belastet. Ich kann mir stundenlang die Probleme anderer anhören, ich kann Ratschläge geben, trösten oder einfach nur da sein, aber ich kann nicht über mich sprechen und noch weniger kann ich um Hilfe bitten. Ich weiß, dass das völlig verrückt klingt, ich fühle mich auch völlig verrückt, aber irgendwie kann ich hier nicht raus aus meiner Haut.

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      • Ich kann dich so gut verstehen! Kannst du es niederschreiben? Ich denke einfach (aus eigener Erfahrung), dass es raus muss. Schreib einen Brief an dich selber. Beschreib, was in dir vorgeht, sei ehrlich. Und dann, wenn du willst, gib ihn deinem Mann, oder deiner besten Freundin, oder wer immer dir in diesem Moment am sinnvollsten erscheint. Manchmal kann es auch jemand sein, der nicht so nahe steht. Ich glaube einfach, dass es helfen wird, es rauszulassen.

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        • Ja aufschreiben ist was ich normalerweise mache und ja es hilft auch immer ein wenig. Aber im Moment weiß ich nicht was mich wirklich belastet. Es sind die vielen kleinen Dinge denke ich. Eine Woche Komplettabschaltung, alles vergessen das würde mir wohl wieder Kraft geben, aber ich kann mich ja schwer einfach ausschalten.
          Es wird wieder besser werden und ich muss mich vor allem meiner Tochter gegenüber einfach mehr zusammenreißen sie hat das nicht verdient!

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  2. Liebe Ingrid!

    Ich kann dich gut verstehen, mir geht es auch manchmal so. Ich denke auch, dass aufschreiben eine gute Möglichkeit ist, wenn du nicht darüber reden kannst. Ich singe oft, irgendeinen Text, der mir gerade einfällt. Mir ist es auch schwer gefallen, Hilfe anzunehmen, bis ich meinen besten Freund kennengelernt habe. Da hatte ich gerade eine Krise beim Diplomarbeit schreiben. Ich hatte mir damals vorgenommen, neue Freunde zu finden. Vielleicht brauchst du auch so jemanden ganz Neuen, dem du dich anvertrauen kannst. Ich wünsche dir alles Gute, dass du bald wieder positiver denken und handeln kannst. Du bist stärker und mutiger, als du von dir selbst denkst.

    Herzliche Grüße und eine dicke Kraftumarmung,

    Caroline

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    • Liebe Caroline!
      Danke fur deinen lieben Kommentar. Freunde sind bei mir generell auch so ein Thema, es gibt niemanden dem ich mich wirklich anvertrauen würde. Neue Freunde finden klingt gut aber die wachsen nicht auf Bäumen und wenn man es unter Menschen kaum aushält (so wie ich im Moment) dann ist es auch schwer Kontakte zu knüpfen.
      Aber grundsätzlich geht es mir heute schon besser als gestern und ich hoffe es geht weiter bergauf.
      LG Ingrid

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      • Liebe Ingrid !

        Ich war früher immer wahnsinnig enttäuscht und traurig, wenn sich bei mir Freundschaften auseinander gelebt hatten, weil ich dachte, ich finde eh nicht so leicht welche. Heute bin ich dankbar, dass ich meine wenigen, dafür umso engeren und innigeren Freundschaften habe. Für diese habe ich auch genügend Zeit sie zu pflegen.

        Ich verstehe dich gut, für HSP ist es besonders schwierig Freunde zu finden, weil sie eben wenig raus gehen und viel Zeit brauchen, um Vertrauen und auch eine Tiefe, die uns so wichtig ist, aufzubauen.

        Meine besten, innigsten Freunde habe ich an den verrücktesten Stellen kennengelernt. Eine davon beim Kopierer an der Bio-Fakultät, meine langjährigste in der Volksschule, meinen besten Freund in der Uni, nachdem ich ihn am letzen Tag der Vorlesung um Unterlagen gebeten habe. Meine andere innige Freundschaft ist erst ein gutes Jahr alt und entstand bei einem Treffen von meinem Mentor (Mentorprogramm der Uni) lange nach Abschluss des Mentorings. Ich habe einen Satz gesagt, der sie so begeistert hat, dass wir gleich 4 Stunden durch geredet hatten (= das ganze Treffen lang).

        Du siehst, Freunde finden sich überall.

        Natürlich ist es hinderlich, wenn du es derzeit unter Menschen kaum aushältst. Auch diese Zeit wird sicher wieder vorbei gehen. Ganz sicher! 🙂

        Noch eine dicke Kraftumarmung,

        Caroline

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