Freude und Traurigkeit liegen so nah

Vor etwa einer Stunde erreicht mich von einer total lieben Kollegin die Nachricht dass ihr Baby auf die Welt gekommen sei!

„Ach wie schön!“
Ein Lächeln huscht über mein Gesicht.
Ich geh zu meiner Tochter erzähle freudestrahlend die guten Nachrichten. Fakten und Namen werden mitgeteilt und erzählt und natürlich wird den frisch gebackenen Eltern gratuliert.
Ja ich freue mich wirklich, ein echtes Hochgefühl!

Und dann genauso schnell wie die Freude beim Lesen der SMS, genausoschnell ist sie da, die Traurigkeit. Und sie trifft mich wie ein Blitz. Plötzlich muss ich mich zusammenreißen, um nicht weinend zusammen zu brechen. Es fühlt sich unbeschreiblich an, die Brust schnürt sich plötzlich zusammen, alles kommt irgendwie schlagartig wieder hoch mit tausend Gedanken.

Werde ich dieses Hochgefühl nochmal erleben dürfen?
Wie fühlt es sich an die ersten Stunden nach der Geburt?
Wie ist es das eigene Wunder nach der Geburt sofort im Arm zu halten, es anzusehen und es weinen zu hören. (Die Geburt bei unserer Tochter war problematisch, damals blieb uns dies auch verwehrt)
Ich sehe unseren Sohn, wie ich ihn gehalten habe, still und leblos für die Ewigkeit.

Ich will diese Gefühle nicht, drohe in diesem Moment daran zu ersticken.

Ich bin kein bisschen neidisch. Sie verdienen dieses Wunder so sehr, jede Familie, die sich liebevoll um die eigenen Kinder kümmert, verdienen diese auch.

Es ist kein Neid den ich empfinde, es ist Freude gepaart mit Traurigkeit. Es ist Neugier auf das kleine Wunder gepaart mit Angst vor der ersten Begegnung. Es ist ein Lächeln im Gesicht gepaart mit Tränen des Schmerzes.

Inzwischen geht es mir wieder besser. Der erste „Schock“ ist abgeflaut und doch bin ich noch immer den Tränen nahe. Es ist fast unglaublich wie Nahe sich Freude und Traurigkeit doch sein können.

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5 Gedanken zu “Freude und Traurigkeit liegen so nah

  1. Du hast wirklich viel mitgemacht, kannst dich aber noch mit deiner Freundin freuen. Das finde ich ganz toll!
    Lachen und Weinen liegen wirklich sehr nahe beieinander.
    LG
    Sabienes

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    • Danke für das liebe Kommentar!
      Weder meine Freundin und am allerwenigsten das kleine Wunder können etwas für das was mir/uns passiert ist, daher hätten sie es nicht verdient dass ich mich nicht freue. Ich freue mich auch schon darauf das Kleine zum ersten Mal zu sehen, wenn ich auch weiß das es schwer werden wird, aber meine Freundin wird es auch verstehen sollte es meinerseits vielleicht sogar Tränen geben und sie wird wissen dass ich mich trotzdem für sie riesig freue. Das ist das schöne an Freundschaft.
      LG Ingrid

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