Verzweiflung – Bibelzitate (9)

„Warum hören meine Schmerzen nicht auf? Warum wollen meine Wunden nicht heilen? Du hast mich enttäuscht, du bist wie ein Bach, der versiegt“ (Jeremia, 15:18)

Heute mal nur auf deutsch und ohne Bild. Warum? Weil ich heute einfach schreiben will, aber mir die Kraft fehlt nach dem richtigen Bild zu suchen und auch die englischen Zitate reinzutippen. Außerdem breche ich meine Prinzipien, wollte ich doch eigentlich zu den Zitaten selbst nichts besonderes schreiben, aber heute muss es sein.

Heute rufe ich nämlich das Zitat aus Jeremia ganz weit in die Welt hinaus. Ich bin verzweifelt und weiß nicht mehr weiter, fühle mich von Gott verlassen. Seit Wochen kämpfe ich selbst wieder mit starken Schmerzen. Zuerst die Gesichtsschmerzen, die sich intensiv gezeigt haben aber dann doch irgendwann wieder nachgelassen haben und nun plagen mich wieder starke Rückenschmerzen und lassen eine Angst wieder aufkeimen, die ich eigentlich schon recht gut im Griff hatte.
Aber wenn es nur mich betreffen würde, würde ich doch alles einfach in Kauf nehmen. Aber unsere Tochter hatte heute schon wieder einen Anfall, der dritte in 2 Monaten und die Abstände scheinen immer kürzer zu werden. Sie ist nach den letzten beiden Vorfällen schon sehr mitgenommen gewesen und leidet an Angstzuständen, was dieser neuerliche Vorfall jetzt weiter auslöst bei ihr kann ich noch nicht abschätzen, aber besser werden ihre Ängste damit bestimmt nicht. Sie tut mir so unendlich leid und ich möchte ihr so gerne helfen. Sie soll doch einfach eine unbeschwerte Kindheit haben, warum ist ihr das nicht gegönnt.
Ich versuche die ganze Zeit herauszufinden, was die Botschaft hinter alledem ist. Wir denken seit einiger Zeit wieder intensiver darüber nach es vielleicht doch noch mal mit einem Geschwisterchen für unsere Tochter zu versuchen. Bekomme ich mit all dem Chaos die Botschaft es doch besser sein zu lassen? Mein Kopf ist so voll mit Gedanken, Überlegungen, Möglichkeiten, Hindernissen, …. ich fühle mich wie in einem Labyrinth ohne Ausgang!

 

„Fürchte dich nicht, denn ich bin bei dir; hab keine Angst, denn ich bin dein Gott! Ich mache dich stark, ich helfe dir, mit meiner siegreichen Hand beschütze ich dich!“ (Jesaja, 41:10)

Ich versuche mich am Zitat aus Jesaja festzuhalten, aber es gelingt mir immer weniger.

Vorahnungen

Ich habe vor einiger Zeit hier mal erwähnt, dass eigentlich eine neue Brille bei mir fällig wäre, dies aber finanziell schwierig ist. Nachdem ich jedoch im Mai einen Kontrolltermin bei meiner Augenärztin hatte und die mir nur noch 70 % Sehleistung zugesprochen hat und mir wärmsten empfohlen hat mir eine neue Brille zuzulegen, wenn ich nicht weitere Verschlechterung wünsche, habe ich mich letztlich doch dazu entschlossen mir eine neue Brille anzuschaffen.

Gleich nach dem Termin gehe ich also mit meinem Rezept zum Optiker meines Vertrauens (seit 30 Jahren bekomme ich dort meine Brillen). Die nette Verkäuferin blättern dann kurz darauf in ihren Büchern der Spezialgläser und stockt kurz. Ich wusste was kommt, hatte ich doch das gleiche Problem vor 5 Jahren bei meiner jetzigen Brille. „Eine weitere Verschlechterung, die Werte sind schon recht hoch … das könnte ein Problem werden.“ Sie stottert schon fast, ich unterbreche ihr Leiden und antworte nur „Ich weiß, letztes Mal hieß es auch schon man könne die Gläser so nicht produzieren aber € 120,- pro Glas mehr haben letztlich das Problem gelöst!“ Ich lächle Sie an, Sie schaut unsicher, lächelt dann aber zurück. Ich denke Sie hat verstanden, dass ich nicht böse auf Sie oder den Optiker bin, weiß ich doch, dass die Gläser auch nur angeliefert werden. Sie antwortet kurz darauf mit einem bestimmten: „Das kriegen wir schon hin.“ Da dies an einem Samstag war und somit beim Gläserlieferant niemand verfügbar, versprach Sie sich gleich Montags darum zu kümmern und sich zu melden.

Am Montag dann wie versprochen der Anruf, und dies sogar mit guten Neuigkeiten. Die Produktion der Gläser sei kein Problem, man müsse nur schauen die Fassung möglichst klein (auch problematisch bei mir, weil ich eine Bifokalbrille brauche und die halt einfach eine gewisse Größe haben müssen!) sei. Wenn möglich solle ich möglichst rasch nochmal vorbeikommen, um entweder eine neue Fassung auszusuchen oder die bestehende Fassung abmessen zu lassen. Ich fuhr am gleichen Tag spät nachmittags noch hin und obwohl ich wusste, dass die Gläser schon nah an eine 4stellige Zahl heranreichen würden, hatte ich trotzdem vor mir auch eine neue Fassung zuzulegen, alleine schon deshalb weil ich das stundenlange Warten ohne Brillen vermeiden wollte, wenn die Gläser nur getauscht und in die bestehende Fassung eingearbeitet werden.
Leider wurde aus der neuen Fassung nichts. Ich hatte gleich ein ungutes Gefühl, ständig schwebte mir dieses ‚die Fassung dürfte nicht zu groß sein‘ im Kopf herum. Irgendwie wusste ich einfach, dass das mit der neuen Fassung nichts werden würde und war dann auch nicht allzu enttäuscht als es wirklich so war. (Die derzeitige Brillenmode ist nunmal auf groß und größer ausgerichtet, da passte einfach so gar nichts.) Das war wohl Vorahnung Nr 1 in der Brillensache.

Es wurden dann also die Gläser bestellt. Mit 2 Wochen Lieferzeit muss ich rechnen, sagte man mir. Letzten Dienstag kam dann der Anruf die Gläser seien geliefert und könnten jederzeit eingepasst werden. Ich sagte ich würde Freitagnachmittag vorbeikommen, spätestens 15:30 Uhr sagte man mir, weil 2 Stunden würde es schon dauern. Auch das wusste ich schon vorher. Sofort nach dem Telefonat stellte sich ein ungutes Gefühl bei mir ein. Irgendwie setzte sich so ein Worst Case Szenario im Kopf fest, nämlich der Fall, dass ich mir die neuen Gläser in die Brille machen lasse und diese dann nicht passt! Je näher der Termin heute rückte, desto öfter sah ich vor meinem inneren Auge die Situation, dass ich meine neue Brille aufsetze und es nicht passt!

Ich gebe meine alte Brille also beim Optiker ab und schlendere durch die Stadt. Hätte es nicht geregnet, hätte ich mir einfach eine Parkbank gesucht und mich dort 2 Stunden niedergelassen. Weil es regnete habe ich mich für ein Kaffeehaus entschieden. Was macht man 2 Stunden wenn man nicht sieht. Lesen nicht möglich, schreiben nicht möglich, Tablet Smartphone und Co brachten mir auch nicht viel. Stundenlanges telefonieren im Kaffeehaus mache ich nicht! Ich saß also einfach da, hab meinen Kaffee geschlürft und über die Kopfhörer Musik gehorcht während ich mir durch die Fenster die verschwommene Welt draußen betrachtet habe. (Ich musste sogar nach der Toilette fragen im Kaffeehaus, weil ich das Schild dazu einfach nicht gesehen habe, obwohl es wirklich gut sichtbar platziert war!) Und das ungute Gefühl, dass das ganze schief gehen würde wurde immer schlimmer.

Ziemlich genau 2 Stunden später kam der Anruf vom Optiker. Ich bezahle und mache mich gleich auf den Weg. Dort angekommen reicht mir die Verkäuferin die Brille, ich setze sie auf und es braucht nicht eine Sekunde bis ich es realisiere und auch gleich laut ausspreche „Da stimmt was nicht!“ Die Verkäuferin starrt mich verwirrt an. Ich nehme die Brille wieder ab, zwinkere kurz und setze sie wieder auf – zweite Chance und so. Aber wieder das gleiche – ich sehe verschwommen und habe das Gefühl die Welt dreht sich. Die Verkäuferin steht nun unmittelbar vor mir und schaut mich nervös an. Ich denke mir mal den Einzeltest machen und schließe das recht Auge. „Links ist gut“ sage ich gleich darauf, ich sehe die Welt um mich herum mit meinem linken neuen Brillenglas sehr gut. Dann die andere Seite, linkes Auge zu und die Welt dreht sich. „Rechts ist falsch“ sage ich einfach nur und nehme die Brille gleich wieder ab um weitere Unfälle zu vermeiden. Die Verkäuferin nimmt die Brille nervös an sich und verschwindet mit den Worten „Ich schau mir das an“ nach hinten. Ich setze mich auf die leuchtend grüne Besucherbank im Geschäft und denke mir eigentlich nur noch – ‚Ich habs doch gewusst!‘. Mit so manchen Vorahnungen liegt man oft nicht so falsch. Ich hatte es im Gefühl!

Es dauerte 10 min bis die Verkäuferin sichtlich eingeschüchtert wieder zu mir kam und sich schon auf dem Weg zu mir, tausend mal entschuldigt hat. Leider gab es einen Fehler bei der Bestellung, das Glas ist leider falsch und es muss nun neu bestellt werden. Ich lächelte freundlich, sagte Fehler könnten passieren und konnte mir nicht verkneifen zu erwähnen, dass der größte Schaden eh bei ihnen selbst dadurch entstanden sei, weil die Gläser seien ja nunmal nicht billig. Ich weiß nicht, ich glaub diese Aussage fand sie nicht so ganz witzig (ich schon 🙂 ) Ich bekam daraufhin in meine Brillenfassung wieder die alten Gläser montiert, muss mich also noch weitere 2 Wochen mit nur 70% Sehleistung herumschlagen (hatte mich schon auf mehr gefreut) aber dann wird hoffentlich alles gut. Bis dahin weiß ich dann hoffentlich auch, ob ich vielleicht sogar Glück habe und meine Krankenversicherung zumindest einen Teil der Kosten übernimmt.

Sorry, dass ist jetzt lang geworden, aber irgendwie war mir danach die Geschichte zu erzählen. Ich wusste im Vorhinein es geht schief und konnte mich daher nachher so gar nicht mehr darüber ärgern, ganz im Gegenteil irgendwie fand ich es sogar ein Stückchen amüsant.

Blogographie hat Geburtstag

toertchen

Genau heute vor einem Jahr habe ich meinen Blog hier gestartet. Überlegt dies zu machen habe ich schon lange davor aber genau heute vor einem Jahr habe ich mich registriert und endlich angefangen.

Ich bin sehr froh mit dem Bloggen begonnen zu haben. Es tut mir gut, das Schreiben macht mir Spaß. Persönliches ist manchmal zwar schwierig zu teilen aber es fühlt sich dann doch auch gut an. Ich bin selbst erstaunt, dass ich doch recht regelmäßig hier geschrieben habe, aber immer ohne Zwang sondern nur, wenn es mir einfach nach schreiben war. So sind immerhin 135 Einträge entstanden. Ich hätte mir mehr im kreativen Schreibbereich gewünscht, hab gehofft hier mehr von meinen Ideen hier lassen zu können, aber leider fehlte mir dazu oft die Zeit.

Ich möchte hiermit Danke sagen bei 55 Bloggern, die mir hier inzwischen folgen. Caroline von Lebensspurfragmente und Liebesraum hat die meisten Kommentare bei mir gelassen. Danke ganz besonders dafür!

Der meist gelesene Beitrag ist „Person of Interest – Serienjunkie (1)„, der lief aber auch über eine Blogparade und wurde deshalb wahrscheinlich so oft angeklickt. Der Beitrag „Am Ende meiner Kräfte“ folgt an Stelle 2 und war ein sehr persönlicher.  Die Beiträge „Neues Aussehen“ und „Bin ich eine schlechte Mutter“ haben die meisten Kommentare.

Ich bedanke mich herzlich bei allen, die bei mir mitlesen, die meine Beiträge mit einem Sternchen versehen und die liebe Kommentare hier lassen. Ich freue mich auf Jahr Nummer 2 auf viele weitere Beiträge, Sternchen und Kommentare. 🙂

„Für den, der glaubt, ist alles möglich.“

So heißt es im Markusevangelium (9:23) und seit ein paar Tagen halte ich mich ganz fest an dieser Aussage fest. Diese Aussage kann man meiner Meinung nach auf zwei Arten lesen. Einerseits natürlich der Glaube an Gott – wenn man an Gott glaubt ist alles möglich. Andererseits der Glaube an bestimmte Dinge – wenn man fest daran glaubt, dass etwas eintrifft, das man etwas kann, usw. ermöglicht dies die Erfüllung der Wünsche oder das Erreichen der Ziele?

Ich für mich habe diese Aussage in den letzten Tagen vor allem im zweiten Sinne verwendet und sage mir daher, wie ein Mantra, immer wieder das gleiche im Inneren vor:

Ich glaube daran, dass ich es schaffen kann!
Ich glaube daran, dass ich das nötige Wissen und Können besitze!
Ich glaube daran, dass ich die nötige Zeit dafür aufwenden kann!
Ich glaube daran, dass ich eine gute Arbeit abliefern kann!

Und dieses Glauben hat mir einen Schub verpasst, so habe ich es heute doch tatsächlich geschafft mich endlich einmal hinzusetzen und wirklich an meiner Arbeit zu schreiben. So konnte ich zwei kleine Abschnitte mit (Roh)inhalten füllen. Ich weiß jetzt, dass es meine Angst war (ist), die mich am meisten hemmt und mich am meisten daran hindert produktiv zu arbeiten. Die Angst es nicht zu schaffen, die Angst eine schlechte Arbeit abzuliefern, die Angst zu versagen, die Angst sich zu blamieren. Bis jetzt war es einfacher nichts zu machen und die Arbeit aufzuschieben als die Angst etwas schlechtes abzuliefern zu bekämpfen oder zu überwinden.

Aber ab jetzt will ich fest daran glauben. An mir und an meinem Können wird sich nichts ändern, egal ob ich nun Angst habe zu scheitern oder fest daran Glaube es zu schaffen. Weder das eine noch das Andere wird mein Wissen und Können beeinflussen. Aber das Glauben macht mich freier und mutiger. Das Glauben gibt mir die Kraft einfach drauf los zu schreiben.

Daher weg mit der Angst – von jetzt an wird fest an das Gelingen geglaubt und von jetzt an wird intensiv an diesem Gelingen gearbeitet!

 

 

Nachsatz:
5% der geforderten Wortanzahl konnte ich heute auf Papier bringen. Erstfassung natürlich, wird sich wohl noch einiges verändern, trotzdem mag ich diese Zahl. Ich werde jetzt nicht ständig an der Wortanzahl kleben, aber gerade heute für den Anfang wollte ich es einfach wissen.

Gedanken über verlorene Freundschaft

„Sie ist nicht zuhause!“ Die Worte hallen in meinem Kopf und ich weiß nicht was ich damit anfangen soll. Ich gehe gedanklich immer wieder zurück zu dem kurzen Moment den ich vor der Tür gewartet habe, bevor ich die Klingel gedrückt habe. Ich weis nicht mal mehr warum ich gewartet habe, es ist einfach passiert und es waren nur zwei oder drei Sekunden. Aber ich hab sie ganz deutlich gehört. „Wenn sie kommt, sag ich bin nicht da!“ Habe ich es mir eingebildet, mich getäuscht, vielleicht war es einfach ihre Mutter, die mit sich selbst gesprochen hat? Ich versuche mir eine logische Erklärung zurechtzulegen, wollte ich doch so sehr eine finden. Der Weg zu mir nachhause ist kurz, meine Mutter schaut mich an, fragt was los sei. Ich antworte darauf nur, was ich selbst als Antwort bekommen habe, „Sie ist nicht daheim“, und verschwinde in meinem Zimmer.

18 Jahre ist dieser Tag nun schon her aber vergessen ist er bis heute nicht. Meine damals beste Freundin hat beschlossen nichts mehr mit mir zu tun haben zu wollen. Nach diesem Erlebnis hab ich noch mehrmals versucht sie zu besuchen. Handy gab es damals noch nicht und am Festnetz antworteten ihre Eltern und anfangs hieß es, sie ist nicht da, später irgendwann, sie will nicht reden. Wir wohnten nur 500m voneinander entfernt und doch haben wir seit diesem Tag kein Wort mehr miteinander gesprochen. Und das schlimmste ist, ich weiß bis heute nicht warum!

Seit 18 Jahren denke ich immer wieder darüber nach was ich so schlimmes gemacht haben muss, damit sie mir von einen Tag auf den anderen einfach so die Freundschaft kündigt und uns überhaupt keine Chance mehr geben will. Vielleicht war ich auch zu wenig hartnäckig, vielleicht hätt ich noch bestimmter sein sollen in den Versuchen die Freundschaft zu retten, aber irgendwann wurde ich wütend auf sie und fragte mich warum ich mir eigentlich die Mühe mache, wenn sie eh nicht mehr will. 

Heute 18 Jahre später wohne ich immer noch am gleichen Ort, wir haben uns hier mit unserem eigenen Haus sesshaft gemacht. Sie ist irgendwann weggezogen. Mit ihren Eltern verstehen wir uns recht gut und auch mit ihrem Bruder passt es perfekt, aber über sie wird nicht gesprochen. Es wird nichts erzählt und ich gebe zu, ich frage auch nicht nach.

Ich denke oft an die schöne Zeit, die wir zusammen hatten. Die tollen Stunden in der Kindheit, die Stütze die sie mir nach dem Tod meines Vaters war. Sie schaffte es mich auch damals zum Lachen zu bringen und war aber auch da wenn ich einfach mal nur weinen wollte. Es gab niemanden mehr nach ihr, den ich auch nur annähernd wieder die Beschreibung beste Freundin geben würde. 

Das Warum wird für immer bleben, wenn auch nicht mehr so bestimmt wie die erste Zeit gleich danach, aber es bleibt trotzdem für immer da.

Bin ich schlecht organisiert?

Ich muss grad mal wieder jammern, weil ich schon ziemlich verzweifelt bin. Ich bekomm das mit meiner Masterthesis einfach nicht auf die Reihe, seit Wochen liegt alles einfach brach. Nichts geht voran, nichts passiert mehr. Ich möchte so gerne etwas machen aber ich finde einfach nicht Zeit dafür oder ich lasse mich zu sehr von anderen Dingen ablenken bzw. halse mir immer noch mehr Dinge auf. 

Ich frage mich, bin ich schlecht organisiert oder zu wenig motiviert? Andere schaffen es doch auch, mehr als die Hälfte von meinem Studiengang haben schon abgeschlossen, warum klappt das bei mir nicht? Andererseits arbeite ich wirklich viel und in eigentlich immer irgendwie am werkeln.

Ich bin Montag bis Freitag täglich 11 Stunden außer Haus. Wenn ich am späten nachmittag heim komme ist erstmal meine Tochter wichtig, sehr oft wird dann auch noch gekocht, letzte Hausübungen gecheckt und eben einfach gemeinsam Zeit verbracht. Wenn meine Tochter dann im Bett ist, ist meist noch dies und das zu tun, Geschirrspüler, Wäschr waschen, bügeln. Alles was halt regelmäßig sein muss. Meist ist es so gegen 22 Uhr wenn ich mir sage, dass ich für den Tag fertig bin. Danach setz ich mich meist wieder an den Computer und check nochmal meine Mails und dann wäre eigentlich die Zeit mich meinem Master zu widmen, wenn da nicht so unglaublich viel andere Sachen wären. Protokolle, Abrechnungen, Planungen für unsere Genossenschaft, in der ich sowohl Schriftführerin als auch Kassier bin. Gestaltung des Ferienheftes der Gemeinde für die Kids im Sommer. Teilnahme an Besprechungen zu den Ferienspiele und zum Kinderbibeltag im Sommer. Und so weiter! Ich kann einfach nicht nein sagen, wenn es darum geht hier und da mitzuhelfen. 

Ab und zu brauch ich auch ein wenig Zeit für mich. Und so sehe ich mir gerne zwischendurch mal eine Folge meiner Lieblingsserie an oder ich lese ein Buch oder surfe ein wenig durch das Internet. Hier wäre bestimmt noch ein wenig Zeit für Arbeit drin. Aber nur arbeiten, nein das kann ich nicht, wenigsten ein bisschen Pause brauch ich auch ab und zu. 

Die Wochentage gehen so meist vorüber. Irgendwann so gegen Mitternacht, oft auch später, gehe ich ins Bett. Um 6 Uhr klingelt immerhin der Wecker wieder. So vergehen die Tage und die Masterthesis bleibt unangetastet. 

An den Wochenenden wird vorrangig Zeit mit unserer Tochter verbracht und es wird an den Wochenenden geputzt. Da helfen immer alle zusammen. Natürlich wird auch gekocht, ab und zu mal ein Ausflug, gemeinsam Rad fahren oder spazieren gehen. Abends an den Wochenende versuche ich dann auch wieder für den Master was zu machen, aber auch mit meinem Mann möchte ich einfach mal Zeit verbringen. Ich habe oft ein schlechtes Gewissen weil wir so wenig Zeit zusammen verbringen. Und ich denke an den Wochenenden fehlt mir dann oft auch die Motivation mich wieder an den Computer zu setzen. Hier wäre auch noch Zeit drin für die Arbeit, die ich mal besser nutzen sollte.

Und dann gibt es noch so Tage wie heute. Feiertag somit frei. Meine Tochter war vormittags bei der Oma und nachmittags mit dem Papa beim Baden. Ich wollte heute arbeiten den ganzen Tag. Ich wache in der früh jedoch mit höllischen Kopfschmerzen auf. Ich nehm eine Tablette, kleine Dosis und versuch noch ein wenig zu schlafen. Neben aufkommender Übelkeit und Schüttelfrost fast nicht möglich, auch die Kopfschmerzen lassen trotz Tablette nicht nach. Irgendwann bin ich dann doch nochmal eingeschlafen, nur um etwa eine Stunde später noch immer mit Schmerzen aufzuwachen. Danach hab ich mir eine kalte Dusche gegönnt und mir etwas essbares aufgezwungen, inzwischen war es fast Mittag und mir gings echt schlecht. Ich hab nochmal etwas eingenommen und mich auf die Couch gepackt. Danach haben die Schmerzen zumindest etwas nachgelassen aber verschwunden sind sie den ganzen Tag über nicht und ich hatte irgendwie keine Lust mich stundenlang an den Computer zu setzen und Bücher zu wälzen. Jetzt ist es mal wieder nach Mitternacht, leichte Kopfschmerzen sind immer noch da und ich werd jetzt dann ins Bett verschwinden weil ich morgen wieder zur Arbeit muss. Wieder ist ein Tag vergangen an dem nichts passiert ist!

Ich bin verzweifelt, fühle mich unfähig. Andere schaffen es doch auch neben dem Beruf das Studium abzuschließen, warum kann ich das nicht. Was mache ich falsch? Ich muss noch mehr von meiner Freizeit streichen, das ist es was ich mir so oft denke aber ich schaffe es einfach nicht!

Das musste ich mal loswerden – Jammerposting! Ich hoffe wirklich das ich die perfekte Organisation bald finde!