Ein (Lebens)zeichen

Ich wollte mal wieder ein Zeichen dalassen, dass es mich noch gibt. Nur ein Zeichen, weil nach Leben fühlt es sich im Moment nicht an. Ich wollte so gerne mal etwas positives hier schreiben, etwas Gutes hab daher auch lange gewartet bis ich überhaupt wieder etwas hier gelassen habe, aber auch wenn nicht alles nur schlecht ist, überwiegt das negative im Moment einfach mal wieder.

4 Wochen war ich nun seit meinem Urlaub wieder arbeiten und es ist so unglaublich viel. Zwischen 45 und 55 Stunden habe ich jede Woche gearbeitet. Massive technische Probleme an meiner neuen Stelle hat uns mindestens eine ganze Woche händisch Zusatzarbeit gekostet. Eine ganze Woche Arbeit, dass eigentlich planmäßig in weniger als 30 Minuten hätte erledigt sein müssen. Dazu kommt die Einschulung meiner neuen Kollegin an meiner alten Stelle, da passiert momentan auch ganz ganz wenig Arbeit wirklich, die Einschulung braucht halt auch seine Zeit, leider kann aber nicht alles einfach liegen bleiben, vieles muss gemacht werden.

Ich weiß nicht wie lange ich das noch durchhalte. Seit Tagen habe ich furchtbare Schmerzen in der Schulermuskulatur. Wahrscheinlich eh nur verspannt, aber ohne Schmerzmittel komm ich nicht mehr über den Tag und schlafen geht auch ganz schlecht. Als Draufgabe habe ich letzten Donnerstag mal schnell 2,5 Stunden in der Notfall-Augenambulanz verbracht, weil ich am linken Auge plötzlich fast nur noch Blitze sah. Während der Wartezeit hat sich das ganze wieder von selbst beruhigt und am Auge konnte zum Glück auch nichts gefunden werden.

Neben dem ganzen Stress auf der Arbeit ist dann ja noch meine Masterthesis. Wie ich das Wort schon hasse, ich mag es nicht mehr hören und nicht mehr aussprechen. Seit 2 Jahren schiebe ich diese Arbeit hin und her und hab es ständig im Kopf und der Druck wird immer größer und größer. Ich habe in den 3 Wochen Urlaub im Sommer viel geschafft aber seither liegt wieder alles ohne jegliche weitere Veränderung still. Ich bin heute alleine daheim, mein Mann ist mit unserer Tochter wandern, und jetzt sitz ich hier und denke mir wie gern ich heute mal einfach gar nichts machen würde. Einfach mal faulenzen, lesen, schreiben, fernsehen und was mir sonst noch Spaß macht. Ein wenig Energie tanken für die neue Woche. Es wäre so unglaublich nötig, aber ich weiß, dass ich es nie und nimmer genießen werde, wenn ich das heute so mache, weil ich die ganze Zeit den Gedanken im Kopf habe, dass ich wieder mal Zeit verschwende und nicht an meiner Masterthesis weiterarbeite. Mit diesem Druck werde ich es nie mehr schaffen mich einfach mal nur zu erholen. Ich sage immer, dass es sich anfühlt als würde die Masterarbeit tonnenschwer auf meinen Schultern sitzen und Druck ausüben. Im Moment fühlt es sich tatsächlich so an, die Schmerzen in den Schultern ist kaum auszuhalten.

An meiner Arbeitsstelle weiß keiner wie überarbeitet ich bin. Ich jammere nicht anderen gegenüber (ich jammere nur hier!). Wenn mich jemand fragt, ob ich ihm schnell helfen kann, dann mach ich das. Wenn mich jemand fragt wie es mir geht, dann gehts mir gut. Wenn mich jemand fragt, ob alles in Ordnung ist, dann sag ich ja. Ich möchte meine Arbeit gut machen. Ich hasse es, wenn ich Dinge nicht zeitgerecht erledigen kann. Ich hasse es, wenn ich gefragt werde, hast du dies oder jenes schon erledigt. Ganz besonders hasse ich es Dinge zu vergessen. All diese Dinge passieren aber nun immer öfter und das stresst mich nur noch mehr.

So jetzt habe ich mal wieder gejammert hier. Alle die bis hierhin gelesen habe, sage ich danke dafür, dass ihr mich aushaltet.

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Happy birthday Michael!

Lieber Michael!

Wir wünschen Dir alles Liebe zum Geburtstag.

Wir hoffen du feierst mit deinen Geschwistern, deinen Großeltern und all deinen Freunden eine wunderbares Fest!

Wir denken an dich und winken rauf zu dir ins Regenbogenland. 

Dein Grab wird nun von einem kleinen Auto und einem Herz geschmückt, ich hoffe es gefällt dir!

Wir lieben und vermissen dich!

Deine Eltern und Deine Schwester

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Fast in Vergessenheit geraten

Es ist mal wieder Zeit hier über Musik zu schreiben. Da ich im Moment sehr angespannt bin und der September einfach absolut und gar nicht zu meinen Lieblingsmonaten gehört, ist Musik im Moment wieder sehr sehr wichtig für mich. Vor allem im Auto brauch ich es derzeit, um nicht gedanklich abzudriften sondern mich einfach auf etwas anderes als meinen Kopf konzentrieren kann.

Beim Durchstöbern meiner CDs bin ich dabei auf etwas gestoßen, dass ich schon fast vergessen hätte oder besser gesagt, an die ich einfach nun eine ganze Weile nicht gedacht habe und das obwohl die Musik einfach großartig ist. Inzwischen ist die „Portishead“ CD aber schon wieder mein Lieblingsbegleiter im Auto geworden (und auch zuhause).

Portishead, eine Band, die es schon sehr lange gibt (Gründung 1991) und die zum Genre „Trip Hop“ gehören. Ich mag diese Musikrichtung sehr gerne und Portishead kenne ich nun schon seit Jahren. Mein absoluter Lieblingssong ist Roads.

Es gibt aber noch ganz ganz viel weitere tolle Songs. Ein paar Videos lasse ich noch hier.

 

Inzwischen kenne ich sogar schon EINE! weitere Person, die Portishead auch kennt. Dass das dann auch noch meine neue Kollegin im Büro ist war ein wunderbarer Zufall, denn nun kann ich Portishead auch in der Arbeit hören, wenn mir danach ist, ohne dass ich jemanden meine Musik aufzwinge. Kennt von euch jemand die Band? Vielleicht finde ich ja noch weitere Personen.

Es wird wohl nie leichter werden

Der September ist wieder da und meine sowieso immer angeschlagene Gefühlswelt mal wieder am absoluten Tiefpunkt. Ich hasse den September und jedes Jahr hoffe ich darauf, dass es endlich leichter wird, nur um dann im September wieder zu erkennen, dass es, wenn überhaupt, sehr sehr langsam geht mit dem leichter werden.

Ich weine viel im Moment. Oft überkommen mich die Tränen einfach, Kleinigkeiten reichen da meist schon aus. Am Wochenende habe ich einen großen Becher Wasser während des Kochens verschüttet das hat gereicht, dass ich einfach losgeweint habe. Ich habe mich immer gut unter Kontrolle, was mein Stimmungsbild nach Außen betrifft, aber im Moment bin ich mir nicht so sicher, ob das weiterhin so bleibt. Ich habe Angst in der Arbeit die Kontrolle zu verlieren, das ist echt das letzte was ich möchte.

Ich weiß, dass es in den nächsten zwei Wochen noch schlimmer werden wird. Die Arbeit wird mich einerseits ablenken aber auch ganz besonders anstrengen. Ich habe Angst Fehler zu machen, weil ich vielleicht doch nicht ganz bei der Sache bin.

Meine Tochter hatte heute ihren ersten Schultag in der Neuen Mittelschule. Neuer Lebensabschnitt, viele neue Klassenkameraden und viele neue Lehrer. Sie war so voller Energie als ich sie abgeholt habe, konnte nur noch von dem tollen ersten Tag erzählen. Es war so schön anzusehen und zu hören und doch wollte ich eigentlich nur weinen.

Ich mag den September nicht, dabei könnte der September ein echt schöner Monat sein.

Kritikfähigkeit

Der Arbeitsstress hat mich nach 2 Tagen schon voll wieder gepackt. Gestern gings gleich irgendwie alles drunter und drüber und die Probleme stapelten sich. Irgendwann hab ich aufgegeben und gesagt es geht nicht mehr. Heute konnte ich zum Glück einerseits von gestern alles doch noch lösen und es war auch wieder etwas ruhiger.

Dafür habe ich heute eine erste Rückmeldung von einem meiner Masterbetreuer bekommen, dem ich am Wochenende mal einen Zwischenstand habe zukommen lassen. Eigentlich hatte ich nur ein paar formale Fragen, ob die Aufteilung der Kapitel so passt, die Reihenfolge bei der empirischen Untersuchung in Ordnung ist und die Art wie ich die einzelnen Tests beschrieben und berechnet habe halbwegs passt. Ich wollte einfach nur wissen, ob ich eh nicht komplett in die falsche Richtung arbeite.

Wie gesagt heute gabs die Rückmeldung dazu und ich war erstaunt festzustellen, dass scheinbar wirklich genau gelesen wurde, zumindest sind die Anmerkungen sehr detailliert und über den ganzen Text verteilt. Leider war auch auch etwas niedergeschlagen danach. Als ich zuerst mal die Mail gelesen habe, habe ich mir schon gedacht, oje das klingt nicht gut. Danach hab ich mir noch das Dokument angesehen, welches er mir zurück geschickt hat und das hat den Eindruck gleich noch verstärkt. Gut, dass es schon später Nachmittag war als ich die Rückmeldung gelesen habe, weil ich danach gedanklich echt die ganze Zeit dabei war und dann relativ rasch den Heimweg angetreten bin.

Bei der Autofahrt habe ich dann nochmal intensiv drüber nachgedacht und bin zu dem Schluss gekommen, dass die Rückmeldungen so drastisch gar nicht sind. Es sind ein paar formale Dinge, so fehlt am Beginn der Auswertungen ein Kapitel, dann stehen manche Dinge im falschen Kapitel. Im Großen und Ganzen kann ich die Anmerkungen gut nachvollziehen und weiß was weiter zu tun ist (nur an zwei Stellen bin ich mir da unsicher, da frag ich nochmal nach.) Trotzdem hat mir die Rückmeldung irgendwie den Boden unter den Füßen weggezogen und mich aus der Bahn geworfen. Im Auto wurde mir dann bewusst warum das so massiv war. Die Rückmeldungen beinhaltet nur die Kritikpunkte was auch völlig in Ordnung ist, immerhin hatte ich ihn danach gefragt mir zu sagen was NICHT passt, aber trotzdem denke ich, dass war der Grund warum es mich so extrem getroffen hat. Vor einiger Zeit in einem Seminar zur Abhaltung von Online Kursen habe ich gelernt, dass eine Rückmeldung auf eine Aufgabe immer auch etwas positives beinhalten soll, am besten gleich am Beginn der Rückmeldung. Das ist mir heute wieder eingefallen und ich bin mir sicher, dass es mich nicht so niedergeschlagen hätte heute, wenn irgendwas positives erwähnt worden wäre , auch wenn es nur ein ‚Es sieht ja schon ganz gut aus, aber ….‘ gewesen wäre.

Ich sitze jetzt hier, ziemlich demotiviert und frage mich, ob es wirklich so furchtbar ist, wie es sich jetzt grad anfühlt. Diese Mail war Doping für meinen inneren Kritiker, der jetzt mal wieder Vollgas gibt. Ich bin froh über die Verbesserungsvorschläge und werde auf jeden Fall alles überarbeiten und die fehlenden Dinge einarbeiten aber trotzdem fühlt sich alles grad sehr eigenartig und falsch an, was ich bisher gemacht habe und sicherer in dem was ich da mache fühle ich mich keineswegs (das hatte ich mir ja erhofft von diesem vorzeitigen Zwischenfeedback).

So genug gejammert. Für heute Abend habe ich mir mal selbst frei gegeben. Muss jetzt erstmal eine Nacht drüber schlafen und noch überlegen, ob ich jetzt gleich mit den Überarbeitungen weiter machen soll, oder lieber erstmal am theoretischen Teil arbeiten soll und ganz am Ende dann überarbeiten. Und bis morgen kann ich mich dann hoffentlich auch wieder motivieren. Ich werde auf jeden Fall versuchen meinem inneren Kritiker etwas Schlafmittel einzuflößen, damit er Ruhe gibt, oder auch etwas Alkohol, damit er wieder alles etwas lockerer sieht.