Keine Tränen mehr

Eigentlich wollte ich ein Gedicht oder ein Haiku schreiben. Irgendetwas abstraktes, kurzes, kreatives, worin ich meine Gedanken „verstecken“ kann. Aber es wollte mir einfach nichts ordentliches einfallen, ich starre auf ein weißes Blatt Papier. Ein bisschen Gekritzel hier und da aber keine vernünftigen Sätze und doch möchte ich hier schreiben und etwas loswerden auch wenn es schon wieder nichts positives ist.

Ich habe im Moment das Gefühl ich bin vertrocknet und zwar in vielerlei Hinsicht. Ich bin überhaupt nicht mehr kreativ alles was ich mal gerne gemacht habe fällt mir einfach nur noch schwer. Alleine das Formulieren diesen Beitrages gestaltet sich schon fast als unmöglich. Ich hatte mal duzende Ideen täglich, hab mir überall kleine kurze Notizen hingekritzelt und immer wieder eine kreatives Paralleluniversum aufgebaut. Ich bin immer mal gerne geflüchtet in eine kreative neue Welt und habe wunderbare Geschichten entworfen, viele davon nur in meinem Kopf oder mit nur wenigen Stichworten notiert, aber sie waren da, ein Teil von mir und treuer Begleiter, wenn ich mal wieder in eine andere Welt eintauchen wollte.

Jetzt ist nichts mehr davon da! Keine Idee, keine kreativen Ausflüge, keine fantasievollen neuen Welten, keine besonderen Orte und keine außergewöhnlichen, spannenden und heldenhaften Menschen. Es gibt nur noch die Arbeit im Büro, die Arbeit im Haushalt, die Hausübungen, Schularbeiten und sonstigen Verpflichtungen meiner Tochter, die Masterthesis und andere Notwendigkeiten.

Ich hänge ja nun schon eine Weile in dieser Arbeitsspirale fest, aber seit etwa 2 Wochen fühlt es sich noch so viel schlimmer an und ich denke ich weiß nun auch warum das so ist.

Ich kann nicht mehr weinen, meine Tränen sind vertrocknet!

Tränen hatten für mich immer etwas befreiendes. Ich habe selten bis gar nicht vor anderen geweint, aber auch die Tränen nur für mich alleine hatten immer etwas belebendes. Aber nun weine ich gar nicht mehr, obwohl mir oft danach zumute wäre. Habe ich alle Tränen für mein Leben schon geweint, gibt es hier eine maximale Menge? Gibt es irgendwo ein Ventil, welches verschlossen wurde?

Keine Tränen mehr, das klingt alles so verlockend und schön und doch fühlt es sich so komplett falsch und erdrückend an.

Ich habe eine halbe Ewigkeit gebraucht, die paar Absätze hier zu schreiben und es hat mich ziemliche Überwindung gekostet es auch zu posten. Gemacht hab ich es letztlich, weil ich gerne Meinungen hören würde zu meinem Geschreibsel, dass wahrscheinlich eh kaum Sinn ergibt. Ist das Ganze irgendwie nachvollziehbar? Ich weiß ich bin völlig überarbeitet und ausgepowert und bräuchte eigentlich dringend Urlaub, der aber nie ein wirklicher Urlaub sein wird, weil einfach der gedankliche Stapel an noch zu erledigende Dinge einfach schon viel zu groß ist, um noch irgendwie überhaupt an Entspannung nur zu denken!

Schulausflug

Meine Tochter war nun eine Woche auf Schulausflug. Besser gesagt von Montag bis Freitag, also 5 Tage und 4 Nächte. Immer wieder haben wir beide uns das letzten Sonntag gegenseitig gesagt. „Sind ja eh nur 4 Nächte, das geht locker!“ Das sagt sich so einfach.

Seit fast 11 Jahren waren wir noch nie so lange voneinander getrennt. Das bisher längste waren 2 Nächte, die war sie letztes Jahr mit der Schule unterwegs, aber jetzt plötzlich ganze 4 Nächte das hat mich schon geschafft. Zusätzlich geschafft hat mich die Tatsache, dass sie sowohl am Montag Abend als auch am Dienstag Abend unter Tränen angerufen hat und gebettelt hat, dass ich sie hole, weil sie einfach nur noch nachhause will. Das war schon hart. Am liebsten wäre ich sofort ins Auto gestiegen und wäre losgefahren, aber stattdessen habe ich ihr gut zugeredet und sie zu stärken versucht. Und letztlich war es gut so, denn am dritten Abend war sie nur noch glücklich und zufrieden und auf sich selbst sehr stolz, dass sie es geschafft hatte. Und vor allem war sie froh nicht aufgegeben zu haben, weil ihr die Tage einfach unglaublich viel Spaß gemacht haben. Am Abend Nummer 4 hat sie letztlich dann gar nicht mehr angerufen. Das ist mir furchtbar schwer gefallen, andererseits habe ich dadurch gewusst, dass es ihr gut geht.

Trotz der schönen Erfahrungen für sie und einer arbeitsreiche aber Schlechtes-Gewissen-Freien Woche für mich, habe ich mich heute einfach nur noch gefreut sie wieder in die Arme schließen zu können und dann sind bei ihr die Worte nur noch so gesprudelt. Ich gönne ihr diese schöne Woche von ganzem Herzen und bin froh, dass wir beide durchgehalten haben. Ich bin unglaublich stolz auf sie, weil sie ihre Medikamenteneinnahme mit Bravour gemeistert hat und die Lehrer hier eigentlich nur ein zusätzliches Sicherheitsnetz waren, die sie immer erinnern wollten es da aber immer schon erledigt war. Ich habe mir doch ziemliche Sorgen gemacht wegen ihrer Medis, weil das nun einfach extrem wichtig ist für sie, dass die Einnahme passt, dann ist auch die Chance groß, dass sonst nichts weiteres passiert.

Ihren ersten 5 Tage Schulausflug hat sie somit gemeistert und weitere werden nun folgen. Musik- und/oder Sportcamp im Sommer davon hat sie heute auch schon gesprochen. Sie hat nun Mut gefasst, dass sie es kann und traut sich nun wohl auch anderes zu. Ich denke mir grad nur „Oje jetzt wirds sie groß“ 😉

Ich bin noch da

Viel Zeit ist vergangen seit meinem letzten Eintrag hier und es waren unglaublich anstrengende Wochen. Vom Arbeitspensum her, hat sich seit meinem letzten Beitrag nichts geändert und obwohl ich damals schon dachte, dass ich das nicht mehr lange durchhalte geht es jetzt immer noch. Aber ich hoffe auf Besserung. Hatte letzte Woche mein Mitarbeitergespräch und wir haben einen Plan erarbeitet, wie es etwas besser werden kann und ich werde nun in den Wochen bis Weihnachten tageweise Urlaub bzw. Zeitausgleich nehmen, um meine vielen Überstunden wieder etwas loszuwerden und vor allem, um wieder etwas ausgeglichener zu werden. Ich freue mich und hoffe, dass sich der Plan auch so umsetzen lässt.

Zusätzlich zum Arbeitspensum ging es mir gesundheitlich nicht so gut, aber irgendwie war und ist einfach keine Zeit für Pause. Zumindest konnte ich einige notwendige Arztbesuche als erledigt markieren, manches davon lag mir schon übel am Magen, weil ich es schon ewig aufschiebe. Beim Zahnarzt lief es dann auch weniger gut, da gab es leider ein wenig was zu richten und jetzt hab ich mit der neuen Füllung auch noch Probleme und muss daher nochmal hin, aber auch das wird wieder ein gutes Ende nehmen und dann kann ich mich auch hier wieder wohl fühlen.

Ich habe erstaunlich viel fern gesehen, die letzten Wochen/Monate. Nach einem langen Arbeitstag und Haushalt ist das das einzige, dass ich am Abend dann noch machen wollte. Einfach berieseln lassen, nichts mehr denken und zur Ruhe kommen. Mal schauen, ob ich demnächst mal schreibe, was ich da so alles geschaut habe.

Apropos schreiben. Ich möchte wieder mehr aktiv sein hier und wieder regelmäßig etwas schreiben. In Kombination mit meinem neuen Arbeitsplan hoffe ich, dass sich das auch gut ausgehen wird. Ich hab immer gerne geschrieben hier und freue mich schon darauf. Ich hoffe es sind noch ein paar von meinen treuen Lesern übrig obwohl ich so lange nichts geschrieben habe.