Kein Luxus dafür Genuss pur

Als ich letzte Woche im Büro erwähnt habe, dass ich ein paar Tage weg fahre, kam immer sofort die Frage: „Wellnessurlaub? Wohin gehts denn?“ Auf meine Antwort hin, dass ich einfach ein paar Tage in einem Privatzimmer in einem kleinen Ort im Waldviertel verbringen würde, kam dann meist die nächste Frage: „Und was gibt es dort so?“ Auf meine „nicht viel“ Antwort kam dann meist nur noch ein fragender, erstaunter Blick.

Braucht es denn wirklich immer etwas Besonderes. Muss es immer entweder Wellness- oder Aktivitätenurlaub sein?

Ich brauche beides nicht. Für mich ist es hier Genuss pur. Man fühlt sich hier ein wenig wie in der Vergangenheit. Es fahren kaum Autos auf den Straßen. Beim Spazieren gehen ist man meist mitten auf der Straße unterwegs, weil die Gehsteige, wenn überhaupt vorhanden, nicht vom Schnee geräumt sind und auch weil sich am Straßenrand der Schnee(matsch) türmt.
Es gibt zwei Gasthäuser, eines davon mit offenem Kaminfeuer in der Gaststube. Die Bewirtung sehr freundlich, das Essen sehr lecker und man fühlt sich gleich integriert. Man redet, lacht und erzählt bzw. hört Geschichten. Man fühlt sich als würde man schon ewig dazugehören.
Es gibt ein kleines Lebensmittelgeschäft mit Öffnungszeiten, die man sich eigentlich gar nicht mehr vorstellen kann. Jeden Vormittag von 8:00 – 12:00 Uhr und dreimal die Woche von 17:00 – 18:30 Uhr. So etwas gibt es nur noch in so kleinen abgelegenen Orten wie hier. Auch dort wird man gleich ganz freundlich begrüßt und man wechselt ein paar Worte. Auch hier hat man das Gefühl gleich dazuzugehören.

Ich liebe diese absolute Stille hier. Ich gehe täglich 2 mal spazieren, zu mittag und abends und mache dabei entweder vorher oder nachher einen Abstecher in eines der beiden Gasthäuser. Ich umrunde die gesamte Ortschaft und begehe die kleinen Seitenstraßen zweimal täglich, man schafft das locker in einem Spaziergang. Ich grüße die Leute, die mir begegnen. Ich streichle die Katzen, die mir über den Weg laufen. Ich betrachte die Häuser und finde vor allem die Hausnummerierungen besonders lustig, so scheint es hier ganz normal zu sein, dass neben dem Haus mit der Nummer 105, dass Haus mit der Nummer 16 steht.

Wenn ich nicht draußen beim Spazieren bin, dann bin ich auf meinem Zimmer. Auch hier herrscht absolute Stille. Außer mir ist derzeit keiner in der Privatpension eingemietet. Beim Frühstück sitze ich immer mit der Besitzerin zusammen und wir reden über unsere Familien, über die Arbeit, über das Wetter und was uns sonst noch so einfällt.
Die andere Zeit bin ich am Lesen. Täglich lese ich ein Kapitel aus dem Buch „Leben mit Vision“ worüber ich vor kurzem auch geschrieben habe. Oder ich lese im Internet irgendwelche Geschichten oder auch für meine Masterarbeit lese ich, aber ohne Zwang.
Ich habe sowohl ipad als auch mein Notebook mit dabei und so verbringe ich auch einige Zeit vor dem Bildschirm. Am ipad spiele ich immer mal wieder ein kleines Spielchen zwischendurch und am Notebook schaue ich mir das eine oder andere Video an.
Abends telefoniere ich, mit meiner Tochter und meinem Mann. Das kann auch gerne länger dauern.

Genau so muss Urlaub für mich sein. Einfach nur tun worauf ich gerade Lust habe, ohne Zwang, ohne Verpflichtungen und ohne Stress.

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