Veränderungen

Mein Osterurlaub und die Ferien meiner Tochter neigen sich dem Ende zu und ich hätte nicht gedacht, dass sich in einer Urlaubswoche arbeitsmäßig so viel ändern kann.

In meinem letzten Eintrag hab ich noch davon geschrieben, dass ich kritisiert habe obwohl das nicht meine Art ist. Auf meine Kritikmail habe ich keine Reaktion erhalten aber vielleicht wollen die Zuständigen das auch lieber persönlich bereden, das wird sich dann am Mittwoch zeigen. Aber trotz allem habe ich im Urlaub nun doch diesen einen Job bekommen, um den es hier gegangen ist und zwar weil die andere gefragte Person abgelehnt hat. 

Ich habe seither gemischte Gefühle. Ich freue mich natürlich. Ich wollte diesen Job wirklich haben und freue mich auf das was nun kommen wird. Aber Veränderungen machen mir auch immer eine gewisse Angst. Mit diesem neuen Job scheide ich nun aus der Abteilung in der ich nun schon seit fast 7 Jahren arbeite und denen ich sehr viel zu verdanken habe, komplett aus. Diese Halbzeitstelle wird jetzt mit dem neuen Job besetzt, den Bereich den ich im Sommer 2015 bekommen habe, der bleibt auch. Ich bin daher dann wieder Vollzeit angestellt. Ich werde sehr viel unabhängiger arbeiten können, bin nicht mehr so stark an fixe Zeiten gebunden. Im Gegenzug werde ich aber auch öfter mal einige Tage überhaupt auswärts verbringen müssen auf diversen Schulungen oder Projektworkshops. Und was das wichtigste ist, das sind jetzt endlich „MEINE“ fixen Stunden. Bisher war ich immer als Karenzvertretung eingesetzt, musste Stunden dann wieder abgeben wenn die Person wieder zurück kam. Und dann noch die Arbeit auf selbstständiger Basis, horende Versicherungsbeiträge die trotzdem zu bezahlen waren, auch wenn mal schlechtere Monate dabei waren. Das ist jetzt endlich vorbei!

Am Mittwoch steht erstmal das Gespräch mit meiner direkten Vorgesetzten an, die ich ja nun jetzt verlassen werde. Da das jetzt alles so furchtbar schnell und während dem Urlaub entschieden wurde, muss ich ihr das jetzt erstmal mitteilen, bin gespannt wie sie reagieren wird. 

Ja ich freue mich, jetzt beim Schreiben ist mir das noch mehr bewusst geworden. Ich freue mich auf die neuen Herausforderungen in einem neuen Job, zusammen mit dem Wechsel den ich letztes Jahr schon gemacht habe, könnte das nun auch etwas sein, in dem ich mich für länger angekommen fühle. 

Flennen und/oder Poltern …

… nur so kommt man heutzutage anscheinend weiter.

Ich bin grad ziemlich verärgert, würde gerne die ganze Geschichte hier niederschreiben, hab aber Angst, dass es eventuell Leser geben könnte, die dann einen Bezug zu meiner Person herstellen könnten und das möchte ich eigentlich vermeiden. Trotz allem möchte ich ein paar Worte loswerden.

„Frechheit siegt“ ein Ausspruch den ich gerne mal verwende, vor allem wenn ich Leute treffen, die sich echt furchtbar benehmen und trotzdem, oder vielleicht auch gerade deshalb, aber alles erreichen, was sie wollen. Ich gehöre definitiv nicht zu den Typen Menschen. Ich halte mich zurück, stelle keine großen Anforderungen und rege mich nur ganz selten über irgendetwas auf.

Dann gibt es da noch den Spruch „Jammern bringt uns nicht weiter“, den ich mir scheinbar viel zu sehr zu Herzen nehme und der sich mal wieder als falsch bestätigt hat.
Ich jammere eigentlich kaum, es muss mir schon sehr schlecht gehen, dass ich das im realen Leben mal zugebe. Auch jammere ich nie über die vielen Arbeitsstunden, die ich im Büro verbringe, den Stress in der Arbeit und die, im Vergleich mit anderen, nicht unbedingt berauschende Bezahlung. Ich bin einfach nicht der Jammertyp. Ich bin froh einen Job zu haben, der mir Spaß macht. Ich bin froh Geld zu verdienen, um unser Leben bestreiten zu können. Ich habe mich noch nie über irgendwas beschwert, jammere nicht über die viele Arbeit und helfe einfach mit soweit es mir möglich ist. Ich arbeite auch viel zuhause noch nach, checke E-Mails und kümmere mich um kurzfristige Dinge, die einfach schnell erledigt werden müssen. Die Arbeitszeit bezahlt mir keiner, aber ich hab mich auch darüber noch nie beschwert.

Jetzt hat sich wieder mal gezeigt, dass ich aber mal jammern hätte sollen. Dass man scheinbar kritisieren muss, um gesehen zu werden, dass man sich beschweren muss, um wahrgenommen zu werden, dass man jammern muss, um die besseren Jobs zu erhalten.

Ich habe daraufhin jetzt auch, ich denke zum ersten Mal, etwas Dampf abgelassen und sehr sachlich, aber bestimmt meine Meinung kundgetan. Bin gespannt, wie das nun ankommt, wenn da plötzlich jemand kritisiert, der bisher immer stillschweigend alles hingenommen hat.

Schlecht gelaunt!

Ja das bin ich heute und auch gestern schon war ich einfach furchtbar schlecht drauf. Es gibt keinen besonderen Grund dazu, heute schon gar nicht, ganz im Gegenteil eigentlich habe ich eine tolle Nachricht erhalten heute, aber die Freude darüber will nicht so ganz aufkommen.

Ich habe heute meine Utlaubsplanung fürs restliche Jahr besprochen und es sieht echt bescheiden aus. Von den 9 Wochen, die meine Tochter Ferien hat, werd ich es dieses Jahr nur 3 1/2 Wochen schaffen auch zuhause zu sein. Ich weiß, dass ich damit schon mehr habe wie manch andere, aber bisher hatte ich eigentlich immer 5 Wochen Urlaub im Sommer, nur heuer geht sich das nicht aus. Meine Überstunden sind am stetigen Wachsen und auch mein Urlaubskonto wird immer mehr, aber mit der Arbeitsaufteilung in zwei verschiedenen Abteilungen ist das Urlaub gehen viel schwieriger geworden, weil sich die stressigen Zeiten in den Abteilungen abwechseln. 

Meine Masterthesis liegt mir auch mal wieder schwer im Magen. Einmal öfter denke ich mir, wieso ich mir nicht einfach eingestehe, dass ich das nicht schaffe. Wieso quäle ich mich so sehr mit etwas das ich eigentlich nicht machen will. Mein Plan einmal pro Woche einen Nachmittag in der Bibliothek zu verbringen, habe ich bisher erst einmal geschafft, es ist immer irgendwas anderes. Die Wochen fliegen dahin, das Jahr ist schon wieder 2 1/2 Monate alt (es war doch grad erst Neujahr).

Ja wie gesagt, ich bin heute schlecht drauf. 

Das „Wochenend-Loch“

Wochenende – die meisten freuen sich darauf. Die Kinder müssen nicht in die Schule und viele müssen auch nicht arbeiten. So auch bei uns. Sowohl mein Mann als auch ich arbeiten Montag bis Freitag und nicht, oder nur ganz selten, am Wochenende. Unsere Tochter muss auch nicht in die Schule, das war bei mir damals auch noch anders. Bis zur Matura hatte ich immer auch Samstags Schule. Aber jetzt gehört das Wochenende wirklich einfach nur uns!

Ich freue mich immer aufs Wochenende, die Tage unter der Woche sind immer lang. Ich bin täglich 12 Stunden außer Haus und freu mich, wenn ich dann mal zwei Tage nicht ins Auto steigen muss und nicht aus dem Haus muss.

Nur leider versinke ich seit zwei Wochen nun am Wochenende in ein komplettes Loch. Ich bin zu nichts zu begeistern. Hab keine Lust auf Kochen, Putzen, Wäsche waschen und jeglicher sonstiger Haushalt. Zusätzlich hab ich aber auch keine Lust raus zu gehen, vielleicht mal ein Spaziergang, ins Kino gehen oder Einkaufen. Lernen bzw. Hausübungen machen mit unserer Tochter, dazu muss ich mich auch extrem überwinden.

Ich bin einfach nur erschöpft und verbringe am liebsten das gesamte Wochenende auf der Couch. Dort entweder am Fernsehen aber viel lieber lese ich im Moment wieder. Hab mehrere Bücher gelesen in den letzten Wochen und finde es toll, wollte eigentlich hier darüber schreiben, aber dazu fehlt mir schon wieder die nötige Überwindung. 

Ich versuche mir einzureden, dass das alles nicht schlimm ist, das man einfach mal faul sein darf. Aber wirklich glauben kann ich mir selber nicht. Ich habe ein schlechtes Gewissen, weil ich nichts mit unserer Tochter unternehme. Ich habe ein schlechtes Gewissen weil im Haushalt eine Menge gemacht gehört aber ich einfach keine Lust dazu habe, heute haben wir uns zu Mittag mal wieder eine Pizza bestellt, weil ich keine Lust zum Kochen hatte. 

Ich bin das gesamte Wochenende auf Sparflamme und das schlechte Gewissen steigt Stunde um Stunde, letztlich ist wieder Montag morgen, das Wochenende ist vorbei und ich fühle mich trotz allem nichts tun nicht erholt, eher im Gegenteil fühle ich mich schlecht weil wieder gar nichts passiert ist am Wochenende. Und dann rede ich mir die ganze Woche ein, nächstes Wochenende wird anders, dann unternehmen wir dieses und jenes, nur um dann am nächsten Wochenende wieder nichts zu machen. 

Ich freue mich auf den Frühling und hoffe dass mir wärmeres, freundlicheres Wetter hilft die Wochenende wieder anders zu gestalten.