Wochenende im Krankenhaus

Ein Wochenende nicht wie man es sich wünscht verbringen meine Tochter und ich im Moment. Leider hat es sie mal wieder erwischt und sie hatte gestern (Freitag) einen Anfall während einer karikativen Laufveranstaltung in der Schule. Zwei verpasste Anrufe hintereinander von meiner Mutter haben mir gleich in der Arbeit gesagt, dass etwas nicht stimmt. Nach einem Rückruf hatte ich Gewissheit. Dass meine Mama bei ihr war hat es leichter gemacht, trotzdem beingt mich das immer wieder aus der Fassung. 

Ich hab dann gleich versucht jemanden im Krankenhaus zu erreichen, das ist immer eine unglaublich nervenaufreibende Aufgabe. Es hat 20 min gedauert bis ich endlich jemand an der Leitung hatte der mir ordentlich sagen konnte wie wir jetzt weiter machen sollen. Und aufgrund der Länge des Anfalles, das ganze von Beginn bis wieder alle Symptome weg waren hat fast eine Stunde gedauert, wurde uns nahe gelegt ins Krankenhaus zu kommen. Da die Rettung rufen hier keine Option ist, weil uns die nicht in unser Wahlkrankenhaus bringen würden sondern in das nächstgelegene, ist meine Mutter mir entgegen gekommen und ich hab meine Tochter auf halben Weg übernommen. 

Seit Freitag Mittag sind wir also jetzt im Krankenhaus. Anfall wurde durch ein EEG bestätigt. Eigentlich bin ich davon ausgegangen heute wieder heim zu dürfen, leider ist daraus aber nichts geworden. Es ist die Dauer des Anfalles, die den Ärzten etwas kopfzerbrechen macht. Ich hab das Gefühl das wir noch länger hier sein werden, weil am Wochenende passiert ja leider nicht viel. 

Wir versuchen das positive zu sehen. Meine Maus genießt die viele intensive Zeit mit mir (ich auch mit ihr) und mich hat die ganze Sache ruckartig aus dem ganzen Arbeitsstress geholt, darauf verschwende ich überhaupt keine Zeit im Moment und finde es unglaublich entspannend gerade den Kopf davon leer zu bekommen. Trotzdem wäre mir natürlich kein Anfall lieber gewesen, aber das können wir ja leider nunmal nicht ändern. Jetzt machen wir uns einfach eine möglichst angenehme Zeit zu zweit. 

Advertisements

„Mein Kopf ist so voll …

… dass ich es nicht mehr schaffe noch etwas vernünftiges rauszuholen!“

So habe ich heute in der Arbeit in einer Sitzung, auf die Bitte meiner Chefin meinen Bericht abzulegen, reagiert. Sie hat mich daraufhin etwas fragend angesehen. Ich hab dann nochmal tief durchgeatmet und im gemeinsamen Gespräch hab ich es dann doch noch geschafft einen Bericht abzulegen. 

Trotzdem gilt immer noch was ich anfangs gesagt bzw hier geschrieben habe. Im Moment ist der Workload wieder heftig. Meine Kollegin hat es heute treffend in wenigen Worten anderen gegenüber erklärt, indem sie meinte ich mache grad zwei Jobs auf einmal. 

Die Einschulung in meinen neuen Job ab Herbst ist schon voll im Gange. Es ist grad viel im Umbruch, wo ich einfach gleich mit dabei sein muss. Bin recht viel grad auswärts unterwegs, viel in Sitzungen, viel Informationen, die alle gespeichert und auf Brauchbarkeit überprüft werden sollen, dazu noch intern viele Diskussionen. All das ist unglaublich wichtig aber auch sehr zeitraubend. Neben dem muss auch die Stelle, die ich ab Herbst aufgebe gut weiterlaufen und auch hier startet nun die Übergabe an die neue Kollegin. 

Es ist so unglaublich viel Neues grad. Ich hab das Gefühl dass ich das nie alles lernen kann. Wenn die Verzweiflung mal wieder recht groß ist dann rufe ich mir immer selbst in Erinnerung, dass meine Kollegin jetzt 8 Jahre lang im gleichen Job gearbeitet hat und es nicht möglich ist, dass ich jetzt alles in kürzester Zeit auch perfekt kann. 

Ich liebe ja Herausforderungen und ich lerne gerne etwas Neues und es macht auch wirklich Spaß. Aber mein eigenes kreiertes Lieblingswort ist „Informationsoverload“, weil genau so fühlt es sich an. Zu viel in zu wenig Zeit!

Mein Leseresümee im Jahr 2016 (Teil 1)

Seit Weihnachten 2015 lese ich wieder sehr viel. Früher habe ich Bücher verschlungen, dann kam irgendwann der Stress und ich habe aufgehört zu lesen, aber ich habe es immer vermisst. Die Bücher, die ich gerne lesen wollte haben sich in einer Liste gestapelt und es wurde kaum weniger. Irgendwann hab ich gemerkt, dass es ein perfekter Ausgleich zu all dem Stress ist ein gutes Buch zu lesen und vor allem war es ein tolles Gefühl mal wieder Romane, Krimis oder Thriller zu lesen auf jeden Fall keine Sachbücher, davon hab ich im Moment ziemlich die Nase voll.

Anfangs wollte ich eigentlich für jedes Buch hier einen eigenen Beitrag schreiben, aber irgendwie ist im Moment das Schreiben das was zurückstecken muss. Ich schreibe gerne, aber kann mich im Moment kaum durchringen. Es ist anstrengender selbst zu schreiben als zu lesen, daher lese ich im Moment lieber. Trotzdem möchte ich einfach nur eine Übersicht mit ein paar Worten zu jedem Buch da lassen. In der Reihenfolge in der ich gelesen habe.

Passagier 23 von Sebastian Fitzek
Das Buch wurde vor einiger Zeit auf einem der Blogs empfohlen, die ich lese. Ich hatte mir fest vorgenommen den Blog zu erwähnen, leider weiß ich nun nicht mehr wo ich das gelesen habe, aber vielleicht fühlt sich ja jemand angesprochen.
Das Buch an sich fand ich recht spannend. Der Schauplatz Kreuzfahrtschiff hatte an sich schon etwas Besonderes, auch die Hintergrundinformationen rund um Kreuzfahrten fand ich sehr interessant. Ich habe es recht zügig durchgelesen, weil es einem recht fesselt und man kaum aufhören kann. Am Ende blieben für mich ein paar Fragen offen, es hätte noch ein paar Dinge gegeben, die mich interessiert hätten, aber man kann ja selbst am Ende spekulieren.

Bedenke, was du tust von Elizabeth George
Der 19. Inspector Lynley Roman. Seit 20 Jahren bin ich bei dieser Krimiserie nun mit dabei. „Asche zu Asche“ war 1995 der erste der Reihe den ich gelesen habe. Gleich danach habe ich mir die 6 zuvor erschienen Bücher besorgt und verschlungen und seither habe ich mich auf jedes neue Buch in der Reihe gefreut. Ich liebe Thomas Lynley und Barbara Havers. Ich fand nicht jedes Buch genial aber es waren alle toll zu lesen, manche besser manche weniger gut. Bedenke, was du tust, gehört für mich bestimmt nicht zu den Besten der Reihe aber ich fand es trotzdem spannend und vor allem schön mal wieder von meinen so lieb gewonnen Figuren zu lesen. Also wer Krimi-Roman-Serien mag ist damit sicherlich gut bedient. Ich würde aber empfehlen von vorne zu lesen.

Ein ganzes halbes Jahr von Jojo Moyes
Ich lese vorrangig Krimis oder Thriller, daher gehörte dieses Buch eigentlich nicht zu meinen ausgewählten. Als mir dann aber eine Freundin das Buch empfohlen und auch gleich noch geliehen hat, habe ich mich doch dazu entschlossen es zu lesen und ich war keineswegs enttäuscht. Ganz im Gegenteil, für mich war dieses Buch das bisher mit Abstand Beste, dass ich 2016 gelesen habe. Die Geschichte um Will und Lou hat mich gefesselt. Ich habe gelacht und geweint und das Ende, so traurig es war, war für mich das einzig authentische Ende, alles andere hätte für mich die Geschichte verschlechtert. Demnächst kommt der Film zum Buch, ich bin gespannt ob die Geschichte dabei auch so toll rüberkommt.

Morgen kommt ein neuer Himmel von Lori Nelson Spielman
Nach einer erfolgreichen Empfehlung meiner Freundin, habe ich mir auch andere empfehlen lassen, unter anderem eben dieses Buch. Und auch diese Empfehlung war es wert gelesen zu werden. Als Teenager hat man viele Wünsche, so auch die Hauptfigur des Buches. Oft schreibt man diese auch irgendwie auf. Aber wahrscheinlich kommt es eher selten vor, dass 20 Jahre später beim Verlesen des Testamentes der verstorbenen Mutter, genau diese Wünsche wieder zur Sprache kommen. Die Hauptfigur des Buches kommt an das Erbe der Mutter, wenn Sie innerhalb von 12 Monaten alle Wünsche der Liste erfüllt. Die Erfüllung der Wünsche wird dabei von einem Anwalt strengstens bewacht. Die Geschichte ist lustig, spannend und traurig zu gleich und erzählt einem irgendwie auch viel über das Leben und das Erfüllen der eigenen Wünsche. Ich fand es recht spannend wie auch Zufall oder Schicksal öfter mal seine Hand im Spiel hat und sich irgendwie alles aneinander fügt.

Weit weg und ganz nah von Jojo Moyes
Da ich Ein ganzes halbes Jahr von Jojo Moyes so toll fand, wollte ich auch anderen Büchern von ihr eine Chance geben und habe deshalb Weit weg und ganz nah gelesen. Eine alleinerziehende Mutter mit eine hochbegabten Tochter und einem Sohn, der ständig gemobbt wird hatte es noch nie leicht in ihrem Leben, aber alles wird noch komplizierter als sie ihrer Tochter eine Chance geben möchte, sie überraschend an Geld kommt und letztlich auf einem tagelangen Roadtrip mit einem Fremden unterwegs ist. Die Geschichte an sich fand ich teilweise schon recht weit hergeholt aber das Buch ist lustig, traurig und nachdenklich zu gleich. Das auch die Liebe eine Rolle spielen würde war irgendwie vorhersehbar. Ich fand es für zwischendurch eine nette Geschichte.

Manchmal ist der Teufel auch nur ein Mensch von Hans Rath
Nachdem ich letztes Jahr „Und Gott sprach, wir müssen reden“ (ich habe hier darüber geschrieben) gelesen hatte, wusste ich, dass ich auch den zweiten Teil unbedingt lesen möchte und heuer war es endlich so weit. Nachdem Dr. Jakob Jakobi in Teil 1 Gott höchstpersönlich kennen gelernt hatte, war nun der Teufel höchstpersönlich an der Reihe. Das Buch kommt an den ersten Teil nicht heran. Ich fand auch diesen Teil wieder witzig aber der besondere subtile Witz fehlte dieses Mal. Vielleicht lag es auch daran, dass die Idee nicht mehr neu war, im Prinzip wusste man ja was man zu erwarten hat. Ich hab es nicht bereut, dass ich das Buch gelesen habe, ich habe es gerne gelesen und auch recht zügig durch, aber es war nur ein mittelmäßiges Buch.

Eine Handvoll Worte von Jojo Moyes
Nach zweimal Jojo Moyes wollte ich auch einem dritten Buch die Chance geben mich zu begeistern. In der ersten Hälfte des Buches hatte ich immer wieder Schwierigkeiten mit den ständigen Wechsel in den zeitlichen Abläufen. Aber irgendwann habe ich den Dreh rausbekommen und konnte dann auch recht gut zuordnen, wo in der zeitlichen Linie man sich befindet. Und dann nach etwa zwei Drittes des Buches kommt der einfache Satz „Fast vierzig Jahre sollte er nicht wieder auftauchen“ und plötzlich fügt sich alles zusammen was verworren war. Und ab da wird das Buch immer besser, noch mehr unvorhergesehene Dinge passieren, die einen kurzzeitig beim Lesen den Mund offen stehen lassen. Das Durchhalten am Anfang hat sich auf jeden Fall gelohnt. Ein tolles Buch.

Und Gott sprach: Du musst mir helfen! von Hans Rath
Nach den ersten beiden Büchern musste ich natürlich auch den dritten Teil lesen. Dieses Mal trifft Dr. Jakobi erneut Gott höchstpersönlich und bekommt eine besondere Aufgabe. Nachdem es eine recht herausfordernde Aufgabe ist, die Welt zu retten, bekommt Dr. Jakobi Hilfe von einigen zwielichtigen Gestalten. In einer Art Midlife-Crisis schlittert Dr. Jakobi von einem Problem zum nächsten und reitet sich bei jeder versuchten Problemlösung noch tiefer rein. Trotz der teilweise echt irrwitzigen Ideen, oder vielleicht auch gerade deshalb, fand ich diesen Teil wieder besser und ich hab oft wieder herzhaft gelacht und sehr oft wegen der Dummheit der Hauptpersonen, den Kopf geschüttelt. Wer die ersten beiden Teile mochte, wird auch diesen mögen.

Ein ganz neues Leben von Jojo Moyes
Nachdem mich „Ein ganzes halbes Jahr“ absolut gefesselt hatte musste ich natürlich auch die Fortsetzung dazu lesen. Was ist aus Lou geworden, wie geht ihr Leben weiter. Leider war ich von diesen zweiten Teil eher enttäuscht. Als eigenständiges Buch wäre die Geschichte wahrscheinlich recht gut geworden, aber als Fortsetzung erfüllt sie die Erwartungen leider so ganz und gar nicht.

Illuminati von Dan Brown
Amazon hat Illuminati vor einiger Zeit mal in der Kindle Version verschenkt. Damals hatte ich noch keinen Kindle und am iPad wollte ich es nicht lesen. Auch früher hatte ich das Buch bisher noch nie gelesen, irgendwie hat es mich bisher nicht gereizt. Nachdem ich mir aber nun auch einen Kindle Reader zugelegt habe und ich einfach mal ein wenig Abwechslung gebraucht habe, habe ich letztlich doch angefangen Illuminati zu lesen. Am Anfang habe ich mir schwer getan mit dem Buch und musste mich beinahe zwingen nicht aufzugeben sondern weiter durchzuhalten. Viele Schauplatzwechsel und Rückblenden hier und da haben es mir schwierig gemacht. Aber irgendwann hat mich die Spannung erwischt und ich konnte nicht mehr aufhören zu lesen.

Bis alle Schuld beglichen von Alexander Hartung
Noch ein Buch das Amazon in der Kindle Version verschenkt hat und als ich gesehen habe, dass es sich hierbei um den ersten Teil einer Reihe handelt, habe ich mich gleich dazu entschlossen es zu lesen. Die Geschichte spielt in Berlin und handelt von Kommissar Jan Tommen in der Hauptrolle. Nach einem durchzechten Wochenende wird er des Mordes verdächtigt und flüchtet am Weg in die Untersuchungshaft, um selbst seine Unschuld zu beweisen. Nach weiteren Morden zeigt sich das viel mehr dahinter steckt als man anfangs vermutet hatte. Ich liebe Krimis, die mich überraschen, die nicht vorhersagbar sind und auch ganz am Schluss noch überraschen können. Genauso war es hier, das Ende war für mich absolut unvorhersehbar und hat die Geschichte perfekt gemacht. Ich werde die weiteren Geschichten rund um Jan Tommen ziemlich sicher auch noch lesen.

 

So das war meine bisherige Lese-Ausbeute von 2016. Das derzeit angefangene Buch habe ich hier nicht mit aufgeführt, das kommt dann in die nächste Liste. Es hat Spaß gemacht alle Geschichten noch einmal Revue passieren zu lassen. Vielleicht hat der eine oder andere hier auch schon etwas davon gelesen und möchte mir eine Meinung dalassen. Auch für Lese-Empfehlungen bin ich immer offen.

„11 Jahre“ ist NICHT gleich „Erwachsen“

Manche Eltern sollten das meiner Meinung nach ganz dringend auch nochmal gesagt bekommen.

Meine Tochter ist 11 Jahre alt und ich versuche sie durchaus in Selbstständigkeit zu erziehen und lasse ihr auch ihre eigenen Entscheidungen treffen und auch ihre eigenen Fehler machen. Aber ich denke trotzdem, dass 11jährige noch eine Linie brauchen, einen Wegbegleiter und vor allem auch Regeln, die einzuhalten sind.

Ein paar dieser/meiner Regeln möchte ich hier thematisieren:

Kein Facebook und kein Whats App mit 11 – Das fängt schon damit an, dass es lt. AGB gar nicht erlaubt ist und ich ihr bei einer Anmeldung zu Facebook eigentlich nur lerne, dass man eh schnell mal lügen kann (Geburtsdatum) wenn man es braucht und weil Whats App der größte Zeitdieb der Welt ist und die Kinder echt nur noch an ihren Smartphones kleben. Wenn meine Tochter eine Freundin zu Besuch hat, dann greift diese bei jedem ‚bling‘ zum Handy und antwortet dann natürlich auch. Das ging schon so weit, dass sie fast nur noch am Handy klebte, obwohl sie doch eigentlich bei meiner Tochter zu Besuch war. Beim letzten Besuch hab ich gesagt, dass Handy bleibt im Vorzimmer, kommt nicht mit rein. Die Freundin fands ganz schlimm, meine Tochter fands toll.

Kein Smartphone mit 11 – Da obiges nicht gebraucht wird, wird auch kein Smartphone gebraucht. Sie hat ein Handy, eines von der alten Sorte mit dem man nur telefonieren kann und SMS schreiben. Kein Internet! Sie hat es für den Notfall, dass sie rasch jemanden erreichen kann, wenn sie unterwegs ist bzw. ich sie erreichen kann, wenn ich mal irgendwo im Stau stehe und sie auf mich wartet. Wenn sie Internet für die Schule braucht hat sie zuhause ihr Tablet oder sie benutzt meinen Computer. Heuer zu Weihnachten könnte ich mir vorstellen ihr einen eigenen Computer zu kaufen, da sie ihn ja doch für die Schule nun immer öfter braucht. In ihrer Schulstufe (40 Kinder) gibt es nur noch 2 Kinder (meine inklusive) ohne Smartphone.

Vernünftige Zu-Bett-Geh-Zeiten, vor allem wenn am nächsten Tag Schule ist – Ich achte darauf, dass meine Tochter zu vernünftigen Zeiten ins Bett geht. Richtwert liegt bei 21 Uhr, manchmal geht sie freiwillig schon früher, manchmal wird es etwas später, wenn sie die eine oder andere Serie noch im Fernsehen schaut oder sie noch liest. Aber um 21:30 Uhr ist eigentlich während der Schulzeit immer Licht-Aus. Am Wochenende darf es auch mal später werden, da achte ich nicht ganz so auf die Zeit. Was ich jedoch IMMER mache, ist, dass ich sie zu Bett bringe. Sie putzt sich die Zähne, zieht ihren Pyjama an und dann gehen wir gemeinsam hoch ins Bett. Als sie klein war gab es dann noch eine Geschichte oder ein gemeinsames Lied. Jetzt unterhalten wir uns, reflektieren den vergangenen Tag und besprechen was am nächsten so ansteht. Dann gibts ein Küsschen und dann geh ich wieder. Und so läut es jeden Abend. Eine Freundin meiner Tochter hat mir kürzlich bei einem Besuch erzählt (die gleiche wie mit der Handy Geschichte), dass sie kürzlich bis 2 Uhr früh vor dem Fernseher im Wohnzimmer geschlafen hat. Sie hat sich mit den Eltern gemeinsam noch etwas angesehen und muss dabei wohl eingeschlafen sein, als sie wach geworden ist, war keiner mehr da alle haben geschlafen und sie ist dann halt auch ins Bett gegangen. Ich war schockiert als ich das gehört habe.

Verpflichtungen, für die man sich entschieden hat, müssen auch eingehalten werden – Meine Tochter ist ein sehr aktiver Mensch. Sie möchte vieles lernen und bei vielem mitmachen. Im Großen und Ganze lasse ich ihr auch die freie Wahl, was sie denn in ihrer Freizeit an zusätzlichen Verpflichtungen gerne auf sich nehmen möchte, aber ich sage auch immer zu ihr, wenn sie sich dafür entscheidend dann ganz oder eben gar nicht. Sie geht seit 3 Jahren in den Tanzunterricht, lernt seit 2 Jahren Cello (davor 3 Jahre Blockflöte), sie hat Fußball gespielt nach einem Jahr aber gemerkt, dass es nicht das Richtige für sie ist und ist stattdessen nun seit 1 1/2 Jahren bei der Jugendfeuerwehr. Vor ein paar Monaten hat sie mit Volleyball begonnen, das macht ihr sehr viel Spaß. Mit dem Cello spielt sie zusätzlich noch in einem Ensemble, die proben auch einmal pro Woche. Die Pfadfinder hätten sie auch gereizt, aber sie hat für sich selbst gemerkt, dass es zuviel werden würde, also hat sie sich dagegen entschieden. Unsere Wochen sind verplant: Am Montag ist Ensembleprobe, am Dienstag Cello und Tanzunterricht, am Donnerstag Volleyball und am Freitag geht sie zur Feuerwehr. Und sie geht hin jede Woche, außer sie ist krank! Sie hat auch öfter mal keine Lust, aber sie geht hin, weil sie genau weiß, dass ich ein fernbleiben nicht erlauben würde. Ich finde es einfach wichtig, dass Kinder schon früh lernen sich auch an diese Verpflichtungen zu halten. Sie weiß aber auch, dass ihr jederzeit offen steht zu sagen, wenn sie etwas nicht mehr will, dann meldet man sie dort einfach ab. Auch das ist leider bei vielen anderen Kindern heutzutage nicht mehr so. Bei der Feuerwehr kommen viele einfach nicht, weil sie liebe ins Kino gehen, bei Freundin sind oder einfach keine Lust haben. Musikproben werden gestrichen, weil sie lieber zur Freundin geht als in den Unterricht und das ganze ist von den Eltern genehmigt. Meine Tochter erzählte mir erst kürzlich, dass ein Mädchen in ihrer Klasse ihren Papa angerufen hat, weil sie keine Lust hatte in die Geigenstunde zu gehen sondern stattdessen lieber zu einer Freundin gehen würde. Der Papa sagte einfach so ja. Löste bei mir auch nur ein Kopfschütteln aus.

Alleine zuhause mit 11, muss noch nicht sein – Meine Tochter ist ganz selten alleine zuhause und wenn das vielleicht mal eine Stunde aber sicherlich nicht länger. Ich lasse sie nicht gerne alleine, das liegt vor allem auch an ihrer Epilepsie. Wenn etwas passiert, wenn sie alleine ist, dann ist nunmal keiner da zum Helfen. Aber auch wenn sie nicht krank wäre, würde ich sie noch nicht stundenlang alleine lassen. Eine ihrer Freundinnen ist ganz viel alleine zuhause. Ganze Samstage verbringt das Kind alleine im Haus, die meisten Nachmittage nach der Schule auch. Ich fands erschreckend als mich meine Tochter vor einer Woche gebeten hat ihr etwas mehr zu Essen in die Schule mitzugeben, weil L. hätte nie etwas dabei weil ihre Eltern in der Früh nicht mehr zuhause sind und sie müsste sich selbst etwas herrichten. Ist es wirklich so schwierig der 11jährigen bevor man selbst aus dem Haus geht noch eine Jause fertig zu machen? Ich finde das gehört einfach dazu, mit 11 muss sie das noch nicht selber machen.

Vielleicht gehöre ich zur strengen Sorte Mama, vielleicht übertreibe ich in vielen Dingen. Ich denke viel darüber nach, ob ich meine Tochter vielleicht zu vielen Regeln aussetze, andererseits weiß ich, dass sie mit 11 nunmal noch nicht erwachsen ist und vor allem soll sie es auch noch nicht sein. Das Kind-Sein verschwindet viel zu schnell, mit 11 braucht sie noch einen, vielleicht auch strengen, Wegbegleiter. Ich hoffe, dass es ihr das spätere Leben dann mal erleichtern.

Über Meinungen von anderen würde ich mich sehr freuen. 🙂