Wo ist der Boden unter meinen Füßen?

Wo ist er nur hin? Seit letzten Donnerstag habe ich das Gefühl zu fallen, immer tiefer und tiefer in die Dunkelheit, Kälte und Einsamkeit. Ich hatte Donnerstag und Freitag letzte Woche Urlaub und hatte mich so darauf gefreut. Ich hatte nichts geplant, wollte einfach nur Zeit mit einem guten Buch oder vor dem Fernseher verbringen, habe das am Donnerstag auch so gemacht, aber irgendwie ist mein Halt dabei verloren gegangen.

In der Nacht von Donnerstag auf Freitag hat es mich getroffen wie ein Blitz, plötzlich war dieses Gefühl da, dass mir alles zwischen den Finger durchrinnt und der Boden verschwimmt. Dann kamen die Tränen beinahe unaufhaltbar. Der Schlaf wollte nicht kommen, so habe ich mich durch die Nacht geweint. Am nächsten Tag war für mich die Einsamkeit zuhause, die ich normalerweise sehr genieße, einfach nur kaum zu ertragen. Ich habe versucht mich mit Lesen oder Fernsehen abzulenken, aber das klappte nur bedingt. Die Tränen flossen beinah unaufhaltsam.

Das Wochenende war hart aber etwas einfacher, weil jemand da war, ich nicht so unglaublich alleine war und meinen tausend Gedanken nicht unaufhörlich nachhängen konnte. Auch in der Arbeit war es ok, anders als sonst, dieses Gefühl zu fallen ist immer noch da, wenn ich es auch immer wieder schaffe tagsüber, wenn es genug Ablenkung gibt, mich bildlich irgendwo festzukrallen und den Fall aufzuhalten. Aber ich rutsche doch immer wieder ab wenn ich alleine bin.

Und das schlimmste ist, ich weiß nicht warum. Ich bin jetzt nicht im speziellen traurig. Mein Kopf ist einerseits voll mit tausend Sachen, andererseits aber auch völlig leer und ich kann keinen einzigen der tausend Gedanken irgendwie festmachen. Das Schreiben dieses kurzen Beitrages strengt mich unglaublich an. Ich habe für mich gehofft, alles besser zu verstehen, wenn ich versuche die Gefühle zu formulieren, aber es will mir nicht gelingen. Ich kann dieses momentane Gefühl einfach nicht beschreiben.

Wenn ich alleine bin, wünsche ich mir nichts sehnlicher als Gesellschaft, bin ich unter Menschen sehne ich mich nach dem Alleine sein damit ich mich nicht verstellen muss und weinen kann. Ich wünsche mir eine Kombination aus beiden. Alleine sein mit Gesellschaft. Ich möchte weinen, herumwandern, gegen Wände schlagen, zusammenbrechen – all diese Dinge, die ich sonst nur mache wenn ich alleine bin. Und ich wünsche mir dabei Gesellschaft.

Jemand der mich hält, wenn ich still stehe. Jemand der mich loslässt, wenn ich herumwandern will. Jemand der mir hoch hilft, wenn ich zusammenbreche. Jemand der sich mit mir hinsetzt, wenn ich zur Ruhe kommen muss. Jedoch jemand der auf keinen Fall fragt ‚Was ist los?‘

Dieser Jemand fehlt mir. Mein Mann fällt beim letzten genannten immer durch. Er will immer alles analysieren und möchte immer verstehen, warum ich gerade so bin wie ich bin. Aber das geht nicht, ich kann nicht anderen erklären, was ich selbst nicht weiß. Und sonst gibt es da niemanden.

Und so weine ich alleine und falle und hoffe, dass ich den Boden unter meinen Füßen bald wieder finde.

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