Mein Leseresümee im Jahr 2016 (Teil 4)

Hier kommt der vierte und letzte Teil meiner Lesezusammenfassung für 2016. Wer Interesse an den ersten drei Teilen hat findet diese HIER (Teil 1), HIER (Teil 2) und HIER (Teil 3).

Wie immer gibt es die Bücher in Lesereihenfolge und nur abgeschlossene Bücher werden erwähnt. Es waren dieses Mal nicht mehr ganz so viel. Der Arbeitsstress hat mich etwas am Lesen gehindert. Das derzeit begonnene Buch kommt dann in die nächste Zusammenfassung dazu.

Der Augensammler von Sebastian Fitzek
Nach der Enttäuschung des letzten Krimis (siehe Teil 3 der Zusammenfassung) brauchte ich mal wieder ein Buch, wo ich mich auf Spannung eigentlich fast verlassen konnte. Daher hatte ich mich für einen Fitzek entschieden und nun endlich den Augensammler gelesen, der schon lange auf meiner Liste steht.
Worum geht es: Ein verrückter Serienmörder ist unterwegs. Er hat es immer auf Familien abgesehen. Tötet die Mutter, entführt das Kind und gibt dem Vater dann 45 Stunden Zeit sein Kind zu finden bevor es in seinem Versteck stirbt. Die Ermittler tappen im Dunkeln und es gibt keinerlei Hinweise, bis eine mysteriöse Zeugin auftaucht, die behauptet durch Berührungen die Vergangenheit von Menschen zu sehen und sie sagt sie habe den Augensammler berührt.
Meine Ahnung, dass mich ein Fitzek nicht enttäuscht wurde erneut bestätigt. Das Buch war an Spannung kaum zu überbieten und ich habe es in wenigen Tagen verschlungen. Unglaublich spannend fand ich schon mal den Aufbau des Buches. Es beginnt mit dem letzten Kapitel und endet bei Kapitel 1. Das habe ich bisher noch nie gesehen und am Anfang fragt man sich noch, wie das alles einen Sinn ergeben soll und am Ende kommt es mit einer plötzlichen Erkenntnis, die einen beinahe schmerzt. Ich möchte hier gar nicht zu viel schreiben, weil ich einfach nichts verraten möchte, das Buch muss man unbedingt Spoiler-Frei lesen, damit die Spannung auch wirklich aufkommt. Als ich fertig war, habe ich erstmal eine Lesepause eingelegt. Ich konnte nach diesem Buch nicht sofort mit dem nächsten beginnen, sondern musste die Geschichte erstmal nachwirken lassen.
Von mir gibt es auf jeden Fall eine absolute Leseempfehlung und ich habe noch einige Fitzek bei mir rumliegen und freue mich schon darauf den nächsten zu lesen.

Klara bzw. Der Puppennäher von Noah Fitz
Ich habe das Buch nun unter dem Titel „Klara“ gekauft. Kurz darauf wurde es vom Autor umbenannt in „Der Puppennäher“.
Kurz zum Inhalt: Das kleine Mädchen Klara verschwindet spurlos und es wird von einer Entführung ausgegangen. Schnell ist auch ein möglicher Täter gefasst, aber von Klara fehlt jede Spur. Mike Wedekind macht sich auf die Suche nach dem Mädchen. Er wird dabei von einer Psychologin unterstützt, die auch ein dunkles Geheimnis in sich trägt.
Nachdem ich bisher alles von Noah Fitz, das ich schon gelesen habe, unglaublich toll fand, war es für mich ein Muss den neuen Wedekind Thriller zu lesen. Leider war ich dieses mal sehr enttäuscht. Es war mir einerseits zuviel und andererseits zu wenig. Es passierte zu viel in der Geschichte, zu viele Menschen sind plötzlich aufgetaucht und haben irgendwie eine Rolle in der Geschichte gespielt. Alles wurde verworrener und noch komplizierter und es wirkte alles sehr konstruiert und für mich einfach ein bisschen zu viele Ideen in ein Buch verpackt. Auf der anderen Seite war es mir von allem zu wenig. Die eigentliche Geschichte rund um das entführte Mädchen Klara rückte teilweise so weit in den Hintergrund, dass ich beinahe vergessen habe, worum es eigentlich in dem Buch geht. Für mich war es das bisher schlechteste Buch, dass ich von Fitz gelesen habe. Ich habe noch ein paar von seinen Werken ungelesen rumliegen, werde mich auch bestimmt mal daran setzen, aber nach dieser eher schwachen Geschichte brauchte ich mal eine Fitz Pause.

Die Minnesota-Verschwörung von Roger Stelljes
Auf meiner immer währenden Suche nach neuen Krimi bzw. Thriller Reihen, bin ich auf die McRyan-Reihe von Roger Stelljes gestoßen und habe mir gedacht, ich gebe ihr eine Chance.
Kurz zum Inhalt: Ein Serienmörder treibt in der Stadt St. Paul sein Unwesen und hat bereits fünf Frauen auf dem Gewissen. Als es dann zusätzlich dazu noch zu einem Mord an einer bekannten Journalistin kommt, gerät das Police Department unter Druck. Michael McRyan bekommt den Fall der ermordeten Journalistin und den Auftrag, diesen so rasch als möglich zu klären und er gerät dabei in eine gefährliche Ermittlung und der Erkenntnis, dass nichts so ist wie es scheint.
Die Inhaltsangabe klang wirklich spannend und die Geschichte an sich wäre es wohl auch gewesen, nur leider war es echt schlecht umgesetzt. Ich denke in etwa 60-70% von dem Buch hätte man streichen können und es wäre immer noch die gleiche Geschichte übrig geblieben. Viel zu viele Details, die man einfach nicht wissen muss und die das Buch nur unnötig in die Länge ziehe und das Lesen langweilig machen. Nur so als Beispielszene: Abendessen von 2 Personen. Es wurde detailliert erklärt, wer was zu Trinken bestellt und welches Essen bestellt wird, wann jemand trinkt und einen Schluck isst. Die Konversationen, die eigentlich das wichtige dabei wären, rückten dadurch völlig in den Hintergrund. Für mich wirkte das gesamte Buch mehr wie ein Drehbuch, das detailliert beschreibt was als nächste passieren muss und was zu sehen sein muss, aber nicht wie ein Thriller der Spannung aufbauen soll. Zusätzlich zu den detaillierten Ablaufbeschreibungen gab es auch noch zahlreiche Verdopplungen. So erzählte zuerst McRyan was er herausgefunden hatte, nur um in der nächsten Szene, dann das gleiche aus der Sicht des Killers erneut zu lesen und bestätigt zu bekommen, dass der Cop mit allem Recht hatte. So etwas ist nicht nötig. Am Ende habe ich viele Seiten davon nur noch überflogen.
Ein erneuter Leseflop diese Jahr. Ich werde den zweiten Teil bestimmt nicht lesen, die Zeit spar ich mir für etwas Besseres.

Eisiger Tod: Wegners erste Fälle (1. Teil): Hamburg Krimi von Thomas Herzberg
Amazon hat mal wieder ein Buch verschenkt und so bin ich auf diesen Krimi gestoßen. Eigentlich hatte ich nicht vor das Buch sofort zu lesen, sondern wollte es mir einfach nur mal auf meinen Reader laden, aber nach der Enttäuschung des vorher erwähnten Buches, konnte es schlimmer ja kaum noch werden, daher habe ich mich doch gleich dazu durchgerungen.
Worum gehts: Der Polizist Manfred Wegner bekommt einen Posten bei der Mordkommission. Dort trifft er auf seinen wirklich übel gelaunten und unfreundlichen Chef, der ihn ständig Kaffee holen schickt und ihn alte Akten sortieren lässt. Der Job scheint von Langeweile geprägt, bis die Leiche eines alten Mannes auftaucht und dann kurz darauf noch eine ganze Familie getötet wird. Plötzlich ist es vorbei mit der Langeweile und der Job beginnt.
Ich denke gekauft hätte ich mir das Buch nicht, da mich weder die Inhaltsangabe noch das Buchcover besonders angesprochen hat, aber letztlich wurde ich eines besseren belehrt. Das Buch war recht kurzweilig zu lesen und die Charaktere von Manfred Wegner und seinem Chef Gerd Kallsen habe ich recht schnell ins Herz geschlossen. Die einzigartige Partnerschaft der beiden und der besondere Umgang miteinander macht echt Laune auf mehr. Auch die Geschichte rund um die Morde war spannend. Als Leser wusste man genau was passiert war, kannte auch den Mörder, war dem Ermittlern also voraus, aber es war spannend wie sich alles zusammen gefügt hat. Mit unter 200 Seiten war es ein recht kurzes Buch, aber für diese Geschichte war die Länge genau richtig. Es muss nicht immer alles unnötig in die Länge gezogen werden.
Diese Buch habe ich ohne Erwartungen gestartet und habe es recht zufrieden geschlossen. Ich werde ziemlich sicher noch weitere Fälle mit Manfred Wegner lesen.

Wo ist Emma von Steena Holmes
Noch ein geschenktes Buch von Amazon. Nachdem es beim letzten so gut geklappt hat, habe ich mich gleich an das nächste herangewagt.
Zum Inhalt: Megan ist Hausfrau und Mutter von drei kleinen Mädchen. Ihre Welt gerät aus den Fugen, als Emma, die Jüngste, an ihrem dritten Geburtstag spurlos verschwindet. 2 Jahre später geht die Geschichte weiter und beschreibt die Bemühungen die Megan unternommen hat und immer noch unternimmt, um Emma zu finden. Leider merkt Megan nicht, wie der Rest ihrer Familie langsam Stück für Stück zerbricht. Zur gleichen Zeit lernt man Jack und Dottie kennen und deren Enkeltochter Emmie. Jack fängt an die große Fürsorglichkeit von Dottie gegenüber Emmie zu hinterfragen und vermutet das Dottie ein Geheimnis hat. Die Welten von Jack und Megan kreuzen sich auf einem Jahrmarkt, wo Megan zufällig ein Foto von einem kleinen Mädchen an der Hand ihres Großvaters knipst.
Ohne große Erwartungen habe ich begonnen das Buch zu lesen und war anfangs auch gleich ein wenig enttäuscht. Die Entführung der kleinen Emma ging mir persönlich viel zu schnell und war viel zu emotionslos geschrieben. Während die Mutter telefonierte, man hatte das Gefühl, das Gespräch dauerte nur wenige Sekunden, verschwand die kleine Emma einfach so. An dieser Szene hat mir eindeutig etwas gefehlt, das ging mir zu schnell. Aber von so etwas lasse ich mich selten abbringen auch noch den Rest zu lesen und ich bin froh es getan zu haben. Die Geschichte hat sich echt entwickelt. Das Gefühlschaos von Megan war für mich sehr gut beschrieben, die Art und Weise, wie sie ihr Leben lebte und sich von allem was nicht ihre kleine Emma betraf abschottete. Die Art und Weise, wie sie gleichzeitig übersah, dass der Rest ihrer Familie, die die noch da waren, auch eine Tochter bzw. eine Schwester verloren hatten und stückchenweise nun auch Ehefrau und Mutter verloren. Auch der zweite Handlungsstrang rund um Jack und die kleine Emmie war toll geschrieben. Das Ende an sich war wenig überraschend. Als Leser vermutete man eigentlich die ganze Zeit, dass die verschwundene Emma und die kleine Emmie das gleiche Mädchen ist.
Von mir gibt es hierzu eine Leseempfehlung. Wo ist Emma gehört sicherlich nicht zu den spannendsten Büchern, weil vieles vorhersehbar ist, aber trotzdem ist es eine tolle Geschichte für zwischendurch.

Das war der letzte Teil für 2016. Ich werde demnächst noch eine Zusammenschau aller gelesenen Bücher 2016 machen. Und freue mich auf das neue Jahr und viele neue spannende Bücher. Für Tipps bin ich immer offen. 

 

Depri-Geburtstag

Ja ich hab heute Geburtstag und ich hänge sowas eigentlich nicht an die große Glocke. Auf Facebook habe ich meinen Geburtstag verborgen und auch sonst posaune ich das nicht hinaus. Ich mag es zu wissen wer wirklich an mich denkt und nicht einfach schnell mal von Facebook erinnert wird. 

Umso deprimierender ist es dann aber doch wenn scheinbar nur ganz wenige an einen denken. Ich kann die Gratulanten noch an meinen Fingern abzählen. Meine Brüder gehören nicht dazu, ebenso wie einige mit denen ich bis vor ein paar Monaten täglich aufs engste zusammen gearbeitet habe. Ich war wohl schnell vergessen. 

Auch wenn ich mir immer einzureden versuche dass es mir egal ist, so tut es doch ein wenig weh wenn man von Familie und Freunden einfach nichts hört. 

Eigentlich wollte ich den heutigen Tag mit meinem Mann und unserer Tochter zur Entspannung in einer Therme verbringen. Leider hat mich aber die Grippe niedergestreckt und so sitz ich krank daheim auf der Couch und blase Trübsal. 

Naja mal schaun, der Tag ist noch nicht vorbei. Vielleicht denken ja doch noch manche an mich. 

Besinnliche Adventzeit?

Es gab mal eine Zeit, da habe ich den Advent geliebt. Und am schönsten fand ich die Jahre mit einem ganz langen Advent, genau solche Jahre, wie wir auch heuer eines haben. Heilig Abend am Samstag, das bedeutet den längst möglichen Advent.

Ich fand es immer toll, wie sich alles um einen herum verändert in dieser Zeit. Alles ist geschmückt mit Lichtern und irgendwie strahlte immer alles so etwas ganz Besonderes aus. Auch zuhause zog der Advent immer ein in der Form von viel Kerzenlichter, Adventkranz, Gestecke, Bilder, …

Die langen Nächte, die frühe Dunkelheit lud immer ein zum gemütlichen Buch lesen, zum Musik hören, gemeinsam Spielen und in der Adventzeit wurden all diese Tätigkeiten noch Spezieller. Gut nach Zimt oder Gewürznelken riechender Tee, ein paar der Weihnachtskekse schlemmen (die man im Besten Fall auch vorher selbst gebacken hat) und Kerzenlicht rundeten die abendliche Gemütlichkeit im Advent ab.

Ich vermisse diese Zeiten – ich vermisse den Advent von früher!

Jetzt habe ich das Gefühl, dass ich Advent zwar auch so manches noch Intensiver wird, jedoch leider nicht die Besinnlichkeit, Gemütlichkeit und Ruhe, sondern der Stress, die Überarbeitung und die Hektik.

Zuhause haben wir kaum geschmückt, nur ein paar Schneekugeln und der Adventkalender meiner Tochter ist anders als sonst. Wir haben keinen Adventkrank, nur ab und zu zünde ich mir die Kerze in unserer Laterne an. Die letzten Kekse, die ich selbst gebacken habe, sind schon Jahre her.

Zum Lesen komm ich auch kaum im Moment, Musik höre ich zwar oft und viel nebenbei aber das ist kein bewusstes zurücklehnen und genießen. Und für gemeinsame Spieleabende bleibt unmöglich Zeit.

In der Arbeit ist die Zeit vor Weihnachten eine sehr stressige Zeit, daher werden die Arbeitstage wieder etwas länger und ich bin von 7-19 Uhr außer Haus. Wenn ich dann heim komme, belagert mich meist meine Tochter noch mit Hausaufgaben, bei denen sie Hilfe braucht oder wir müssen für Tests oder Schularbeiten noch lernen oder abprüfen. Eventuell wird noch eine Kleinigkeit gekocht, wenn ich heim komme, das kommt immer darauf an, ob überhaupt Zeit ist. Um 21 Uhr geht meine Tochter ins Bett, dann fällt meist im Haushalt ein wenig was an bzw. genießen dann meist mein Mann und ich eine gemeinsame Stunde zusammen. Da er immer sehr früh aufsteht ist er um 22 Uhr im Bett. Ich habe inzwischen dann bis 22 Uhr einen Punkt erreicht, wo ich auch einfach nur noch müde bin. Oft check ich noch ein paar Mails aber meist lasse ich mich dann einfach noch eine Weile vom Fernseher berieseln, um zumindest ein wenig vom Alltag abschalten zu können und wandere dann gegen Mitternacht kaputt ins Bett.

Am Wochenende werden Weihnachtseinkäufe getätigt, ewig lange Schlangen in den Einkaufszentren, die Hektik ist von überall zu spüren, auch hier kein Adventgenuss. Der einzige Tag der Woche ist der Sonntag, an dem ein wenig das Gefühl von früher einkehrt, aber nie in der Intensität.

Wo ist er bloß hin der besinnliche Advent? Geht es nur mir so, oder haben Andere auch das Gefühl, dass der Advent viel von seinem eigentlichen Gefühl eingebüßt hat?