Besinnliche Adventzeit?

Es gab mal eine Zeit, da habe ich den Advent geliebt. Und am schönsten fand ich die Jahre mit einem ganz langen Advent, genau solche Jahre, wie wir auch heuer eines haben. Heilig Abend am Samstag, das bedeutet den längst möglichen Advent.

Ich fand es immer toll, wie sich alles um einen herum verändert in dieser Zeit. Alles ist geschmückt mit Lichtern und irgendwie strahlte immer alles so etwas ganz Besonderes aus. Auch zuhause zog der Advent immer ein in der Form von viel Kerzenlichter, Adventkranz, Gestecke, Bilder, …

Die langen Nächte, die frühe Dunkelheit lud immer ein zum gemütlichen Buch lesen, zum Musik hören, gemeinsam Spielen und in der Adventzeit wurden all diese Tätigkeiten noch Spezieller. Gut nach Zimt oder Gewürznelken riechender Tee, ein paar der Weihnachtskekse schlemmen (die man im Besten Fall auch vorher selbst gebacken hat) und Kerzenlicht rundeten die abendliche Gemütlichkeit im Advent ab.

Ich vermisse diese Zeiten – ich vermisse den Advent von früher!

Jetzt habe ich das Gefühl, dass ich Advent zwar auch so manches noch Intensiver wird, jedoch leider nicht die Besinnlichkeit, Gemütlichkeit und Ruhe, sondern der Stress, die Überarbeitung und die Hektik.

Zuhause haben wir kaum geschmückt, nur ein paar Schneekugeln und der Adventkalender meiner Tochter ist anders als sonst. Wir haben keinen Adventkrank, nur ab und zu zünde ich mir die Kerze in unserer Laterne an. Die letzten Kekse, die ich selbst gebacken habe, sind schon Jahre her.

Zum Lesen komm ich auch kaum im Moment, Musik höre ich zwar oft und viel nebenbei aber das ist kein bewusstes zurücklehnen und genießen. Und für gemeinsame Spieleabende bleibt unmöglich Zeit.

In der Arbeit ist die Zeit vor Weihnachten eine sehr stressige Zeit, daher werden die Arbeitstage wieder etwas länger und ich bin von 7-19 Uhr außer Haus. Wenn ich dann heim komme, belagert mich meist meine Tochter noch mit Hausaufgaben, bei denen sie Hilfe braucht oder wir müssen für Tests oder Schularbeiten noch lernen oder abprüfen. Eventuell wird noch eine Kleinigkeit gekocht, wenn ich heim komme, das kommt immer darauf an, ob überhaupt Zeit ist. Um 21 Uhr geht meine Tochter ins Bett, dann fällt meist im Haushalt ein wenig was an bzw. genießen dann meist mein Mann und ich eine gemeinsame Stunde zusammen. Da er immer sehr früh aufsteht ist er um 22 Uhr im Bett. Ich habe inzwischen dann bis 22 Uhr einen Punkt erreicht, wo ich auch einfach nur noch müde bin. Oft check ich noch ein paar Mails aber meist lasse ich mich dann einfach noch eine Weile vom Fernseher berieseln, um zumindest ein wenig vom Alltag abschalten zu können und wandere dann gegen Mitternacht kaputt ins Bett.

Am Wochenende werden Weihnachtseinkäufe getätigt, ewig lange Schlangen in den Einkaufszentren, die Hektik ist von überall zu spüren, auch hier kein Adventgenuss. Der einzige Tag der Woche ist der Sonntag, an dem ein wenig das Gefühl von früher einkehrt, aber nie in der Intensität.

Wo ist er bloß hin der besinnliche Advent? Geht es nur mir so, oder haben Andere auch das Gefühl, dass der Advent viel von seinem eigentlichen Gefühl eingebüßt hat?

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Ein Gedanke zu “Besinnliche Adventzeit?

  1. Ich kann dich verstehen …. dennoch …
    sollten wir uns die Zeit nehmen ….
    wir selbst sind aufgefordert es uns schoen und gemütlich zu machen….
    alles ist in uns und kommt auch aus uns …
    Ich wünsche dir eine gute, gesegnete Zeit mit Innenschau und innehalten ….
    Alles Gute auf dem Weg zur Weihnacht!
    M.M.

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