Serienjunkie No 4 – Sherlock

Es ist mal wieder so weit. Fast ein halbes Jahr hat es gedauert, bis mich eine Serie wieder so gepackt hat, dass es sich hier einen Beitrag verdient hat. Vieles habe ich gesehen in der Zeit, neben meiner andauernden Obsession für Doctor Who, hat mich aber nun lange keine Serie mehr wirklich überzeugt. Es war viel Gutes dabei aber nichts das mich nach dem Ansehen tage-, wochen- oder gar monatelang verfolgt hätte. Nichts von dem ich die Folgen immer und immer wieder ansehen kann. Am Besten zweimal die gleich an einem Tag.

Bis jetzt – denn jetzt hat es mich wieder gepackt und zwar hält mich Sherlock Holmes in der Serie Sherlock in seinen Fängen. Ich denke aufgrund der Berühmtheit von Sherlock Holmes brauche ich zur Grundidee der Serie nichts sagen. Aber einen Trailer möchte ich da lassen und zwar einer, der von einem Fan zur 1. Staffel gemacht wurde.

Es gibt derzeit 4 Staffeln dieser wunderbaren Serie. Besonders daran ist, dass jede Staffel nur 3 Episoden umfasst. Jede Episode aber 1,5 Stunden dauert. Würde man es auf normale Serienzeit umrechnen, dann hätte jede Staffel 6 Episoden à 45 min. Die geringe Anzahl an Episoden hat mich lange Zeit abgeschreckt mir die Serie anzusehen. Ich liebe es, wenn es viele Episoden gibt, da ich mich da viel besser auf die Charaktere einlassen kann. Ich bin aber nun wirklich froh, dass ich mir endlich doch die Zeit genommen habe mir die Serie anzusehen.

Ok nun aber ein paar Details. Wo Sherlock Holmes ist, darf natürlich auch Dr. Watson nicht fehlen. Durch einen gemeinsamen Bekannten lernen sich die beiden in der ersten Folge kennen und die beiden bilden prompt eine Wohngemeinschaft. Das ging dann doch ein wenig eigenartig schnell, vor allem auch weil Sherlock in Folge 1 nicht gerade sein freundlichstes Gemüt an den Tag legt. Aber über diese Tatsache, dass das etwas eigenartig ist, kann man einfach hinweg sehen, da es für die eigentliche Geschichte einfach nur wichtig ist, dass die beiden zusammen sind, wie oder wie schnell sie zusammen gefunden haben, ist doch eigentlich unerheblich.

Wie schon erwähnt ist Sherlock nicht unbedingt der Typ Mensch den man gerne hat. In Staffel 1 zeigt sich das noch am stärksten. Mitgefühl ist ihm ein Fremdwort, von Taktgefühl hat er scheinbar auch noch nichts gehört und so behandelt er auch manches Opfer eher unsanft. Aber seine Methoden sind überaus effektiv. Auch in Staffel 2 zeigen sich diese Eigenschaften noch gehäuft, aber es wird auch schon sehr deutlich, dass ihm die Freundschaft mit John Watson überaus viel bedeutet. Ab Staffel 3 wirkt Sherlock plötzlich etwas menschlicher. Manche Fans kritisieren das, dem kann ich mich nicht anschließen. Ich fand Staffel 3 bisher am Besten (Staffel 4 habe ich noch nicht komplett gesehen, das wird aber vermutlich heute noch nachgeholt 🙂 ).

Nun noch ein paar Worte zu den Schauspieler:

Benedict Cumberbatch als Sherlock Holmes und Martin Freeman als John Watson

Beide Schauspieler waren mir persönlich bisher unbekannt. Inzwischen hab ich mich erkundigt und weiß, dass zumindest Martin Freeman in „Der Hobbit“ schon vielen bekannt sein dürfte (ich hab die Filme bisher noch nicht gesehen). Nachdem ich die ersten drei Folgen auf deutsch geschaut habe, habe ich mich ab Staffel 2 an den Originalton getraut und wurde keineswegs enttäuscht (habe inzwischen auch Staffel 1 im O-Ton nachgeholt). Ich finde die deutsche Synchro der beiden grundsätzlich ok, die Stimmen passen, aber vor allem bei Cumberbatch ist es sehr weit vom Original entfernt. Man traut diesem Mann diese unglaublich tiefe Stimme, die einem unter die Haut geht gar nicht zu. Was kann ich sonst noch sagen, außer dass die beiden für mich vom ersten Moment an zusammen gehört haben, die Chemie hat einfach gestimmt.

Una Stubbs als Mrs. Hudson

Mrs. Hudson ist Sherlocks und Watsons Vermieterin. Keine Haushälterin, das betont sie immer mal wieder ganz gerne und doch ist sie viel mehr als nur die Vermieterin. Vor allem steckt sie immer wieder voller Überraschungen. Im Laufe der einzelnen Folgen bekommt man auch immer wieder kleine Happen aus ihrer Vergangenheit präsentiert, die oft auch zum Schmunzeln anregen. Ohne Mrs. Hudson wäre die Serie nicht das gleiche, sie gehört einfach dazu.

Mark Gatiss als Mycroft Holmes

Sherlocks Bruder Mycroft ist ein Einzelgänger und ein hohes Tier in der britischen Regierung. Er ist genau wie Sherlock hoch intelligent und die Rivalität der beiden ist vor allem in den ersten beiden Staffeln stark zu spüren. Ab Staffel 3 wird auch Mycroft Holmes etwas menschlicher (wie auch Sherlock) und vor allem wird die Beziehung der beiden irgendwie neu gemischt. So hat es Mycroft doch tatsächlich geschafft, dass er mir ab Staffel 3 auch ein wenig sympathisch wurde. Mark Gatiss hat übrigens zusammen mit Steven Moffat die Serie entwickelt.

Die Liste der erwähnenswerten Personen könnte ich noch eine Weile fortsetzen, aber ich möchte mich mal auf diese vier beschränken. Das soll nicht heißen, dass die anderen weniger wichtig sind für die Serie, ganz im Gegenteil, es gibt ein paar sehr wichtige Bösewichte in der Serie, ohne die es diese tollen Geschichten nicht geben würde.

Humor und Trauer liegen in dieser Serie extrem eng beieinander und das macht das alles so Besonders. Ich habe nach konkreten Szenen, die ich im Kopf hatte und ihr posten wollte auf Youtube gesucht und dabei viele tolle Videos gefunden. Ein paar davon möchte ich hier einfach mal zeigen. Achtung Spoiler-Alarm, für jene, die die Serie noch nicht gesehen haben.

Und noch eine Szene, die ich mir trotz der Tragik (oder vielleicht gerade deshalb) immer wieder ansehen kann und das inzwischen auch schon zig mal gemacht habe. Ich habe schon viele Serien gesehen und es wurden schon viele meiner Serienhelden angeschossen. Aber noch nie waren die paar Sekunden nach einem Schuss so dermaßen großartig dargestellt wie hier. Das war und ist einzigartig. Sorry für die Videoqualität, die etwas eigenartig ist, aber das war das einzige Video, dass die komplette Szene in einem zeigt.

Das kannst du doch nicht machen!

Immer wieder hört man diesen Satz bzw. schwirrt dieser Satz immer wieder im Kopf herum. Ich war schon immer der Typ, der öfter mal nicht mit dem Strom geschwommen ist und in letzter Zeit, je älter ich werde und je mehr Probleme ich im Leben gemeistert habe, komme ich immer öfter an den Punkt auf obigen Gedanken zu sagen „Aber warum denn eigentlich nicht?“

Man ist beinahe zwangsläufig im Leben gezwungen manche Dinge zu tun, die man eigentlich nicht tun will. Das trifft bei mir zum Beispiel auf jeden Besuch beim Zahnarzt zu, aber trotzdem muss ich hin, weil es letztlich etwas Gutes für mich ist. Ebenso gibt es auch im Job immer mal Situationen in denen man etwas machen muss, was man vielleicht nicht gerne macht, aber auch da muss man meist durch und immerhin bekommt man dafür ja auch Geld, also wieder habe ich langfristig gesehen einen Nutzen davon. 

Aber neben diesen nützlichen widerstrebenden Dingen, gibt es halt auch noch so Dinge, die die Allgemeinheit für verpflichtend empfindet, die für mich aber nur Belastung pur sind und weit und breit kein persönlicher Nutzen zu sehen ist. Dazu gehören so Dinge, wie Hochzeiten von ehemaligen Kolleginnen, die jährliche betriebliche Weihnachtsfeier, ein gemeinsames Essen einer Projektgruppe in einem exklusiven Restaurant (wo ich mich sowieso generell fehl am Platz fühle) oder auch das gemeinsame Abendessen einer Workshopgruppe, die sich zweimal im Jahr trifft. Das und vieles mehr sind Dinge, die für mich Stress pur sind und mich unglaubliche Überwindung kosten, für viele in meinem Umfeld aber einfach dazu gehören und es sich einfach nicht gehört davon fern zu bleiben. 

Demnächst steht wieder so ein Event an und wieder bekomme ich zu hören, dass ich da unbedingt hin muss, weil es sich einfach gehört da hin zu gehen. Aber ich denke mir, obwohl es nur ein paar Stunden meines Lebens sind, muss ich mir die wirklich selber schlecht machen indem ich mich zu etwas zwinge, bei dem ich mich nicht wohl fühle? Ich bin der Meinung, dass das Leben zu kostbar ist, um die Zeit mit Dingen zu verschwenden, die man eigentlich nicht machen will. 

Es würde mich interessieren was Andere dazu denken?

Einmal mehr?

Es ist ruhig geworden hier auf meinem Blog. Das hat vor allem den Grund, dass es im Moment nichts Besonderes zu berichten gibt und mein Kopf irgendwie einfach leer ist und daher nichts vernünftiges zustande kommt.

Ich könnte einmal mehr schreiben wie ausgelaugt ich mich fühle und wie sehr mir die Angstzustände meiner Tochter an die Substanz gehen.
Ich könnte einmal mehr schreiben wie stressig es im Job gerade ist und ich am Überstunden sammeln bin.
Ich könnte einmal mehr schreiben, dass meine Masterthesis mal wieder in den Vordergrund rückt und ich es noch immer nicht geschafft habe, entweder endlich einen Schlussstrich zu ziehen oder das Teil fertig zu machen.
Ich könnte einmal mehr schreiben wie leer, einsam und verzweifelt ich mich fühle.

Aber all diese Dinge gab es schön mehrfach in meinem Blog und das will doch keiner ständig lesen, das interessiert doch keinen. Daher schreibe ich lieber nichts.

Mein Leseresümee im Jahr 2017 (Teil 1)

Das erste Viertel des neuen Jahres 2017 ist bereits um, daher ist es nun endlich Zeit für mein erstes Leseresümee im Jahr 2017.

Wie auch letztes Jahr werden die Bücher in Lesereihenfolge aufgeführt und nur bereits abgeschlossene Bücher kommen in die Liste. Meine Meinungen dazu versuche ich wieder bewusst kurz zu halten.

Ich werde nicht ruhen von Alexander Hartung
2 Tage vor meinem Geburtstag kam das neue Buch von Alexander Hartung. Wenn es auch keines aus der Jan Tommen Reihe war, musste ich es trotzdem gleich kaufen. In der Geschichte taucht man ein in die Gedanken eines Mörders, weil die ganze Geschichte aus dessen Blickwinkel geschrieben ist. Am Anfang habe ich mir noch etwas schwer getan mit dem Buch, aber es wurde von Seite zu Seite immer besser. Im Laufe des Buches entwickelte ich dem Mörder gegenüber sogar Sympathie, wenn man es auch nicht gut heißen kann was er macht so kann man ihn doch verstehen und letztlich wünschte ich mir, dass er heil aus allem raus kommt. Das Ende war für mich total überraschend, damit hätte ich nie gerechnet, aber es wird vieles klarer dadurch und es steht bei mir klar auf der Liste der Bücher, die ich bald ein zweites Mal lesen möchte, weil wenn man das Ende kennt kann man mit einem ganz anderen Blickwinkel noch einmal die Geschichte beleuchten.
Klare Leseempfehlung von mir für dieses Buch, so hat fas Lesejahr 2017 für mich toll gestartet.

ED 1-5 von Steven J. Harrison
Eigentlich 5 Bücher, die ich hier zusammen fassen möchte. Da jeder einzelne Teil nur zwischen 60 und 80 Seiten hat und alle Teile auch immer unmittelbar zusammen hängen, passt das ganze für mich besser als eins zu betrachten.
Bei ED handelt es sich um eine Science Fiction Geschichte, etwas das ich normalerweise eigentlich nicht lese, aber die Beschreibung hat mich irgendwie neugierig gemacht. Eine große Menge Antimaterie fällt auf die Erde und landet direkt im Garten von Ed. Ed lebt zusammen mit seinem Hund in seinem Haus und gilt bei allen als der Dorftrottel. Doch die Antimaterie hat sich ihn ausgesucht und Ed ist der einzige der überhaupt nur in die Nähe kommt und Ed ist der einzige der auch gewissermaßen mit der Antimaterie kommunizieren kann. Sowohl die USA als auch Russland wollen die Antimaterie besitzen und bekämpfen sich daher gegenseitig, doch Ed ist damit nicht einverstanden.
Für mich waren die 5 ED Bücher ein netter Zeitvertreib zwischendurch. Jedes Buch für sich war leicht an einem Tag gelesen und die Geschichte fesselt einen irgendwie. Ed wächst einem ans Herz und wenn man angefangen hat zu lesen, dann möchte man auch gerne wissen, was diese Antimaterie nun eigentlich vor hat, dass ein größerer Plan verfolgt wird ist eigentlich von Anfang an klar, nur nicht worum es sich dabei handelt. Leider ist die Reihe mit diesen 5 kurzen Büchern noch nicht vollständig, darauf habe ich nicht geachtet als ich begonnen habe. Jetzt muss ich leider auf den nächsten Teil warten, was ich nicht so gerne machen, vor allem weil es sich hier anfühlt als würde man mitten in einem Buch plötzlich aufhören zu lesen und nicht mehr weitermachen.

A Million Holes Poked In The Soul (Teil 1, Teil 2 und Teil 3) – FanFiction von mykelara
Ich lese immer wieder FanFictions zwischendurch und erwähne diese normalerweise hier nicht extra. Die oben genannte Geschichte, die insgesamt aus 3 Teilen besteht, umfasst aber insgesamt 378.118 Wörter. Das Internet gab mir nach einer kurzen Recherche die Info, dass auf einer Buchseite normalerweise so 250 – 280 Wörter zu finden sind. Rechne ich mit 280 Wörtern pro Seite dann würde diese Geschichte 1.350 Seiten umfassen. Aufgrund dessen, dachte ich mir, dass es hier durchaus auch die Berechtigung hat sich in meinen gelesenen Bücher einzureihen.
Aber nun zur Geschichte selbst. Es handelt sich hier um eine FanFiction zur Serie Broadchurch (Hier geht es zu meinem Beitrag zu dieser Serie) und behandelt vor allem die Zeit vor der eigentlich Serie und dem Fall, der in Staffel 2 dann erneut aufgegriffen wird.
Ich war auf jeden Fall sehr gefesselt von dieser Geschichte und konnte gar nicht mehr aufhören zu lesen, kann sie also allen FanFiction Lesern nur wärmstens empfehlen. Die ersten beiden Staffeln von Broadchurch sollte man aber auf jeden Fall schon gesehen haben, nicht weil es für das Lesen der Geschichte wichtig wäre, sondern weil man aus der Serie hier einiges erfährt, was man beim ersten Ansehen besser noch nicht weiß, um die Spannung aufrecht zu erhalten.

Verblendung von Stieg Larsson
Nachdem mir von vielen Freunden empfohlen wurde die Millenium Trilogie von Larsson zu lesen habe ich mich endlich dazu durch gerungen.  Ich hatte mich inhaltlich nicht über die Bücher informiert und habe mit der falschen Vermutung angefangen zu lesen, dass die drei Bücher auch inhaltlich zusammenhängen (also den gleichen Fall bearbeiten). Mit diesen Gedanken hab ich dieses Buch gelesen bis zu dem Punkt als der Fall plötzlich geklärt war, da wurde mir klar, dass meine Vermutung falsch war.
Ich fand das Buch sehr spannend zu lesen, aber die Anfangsphase bis es mit dem eigentlichen Fall los gegangen ist dauerte mir etwas zu lang. Die ersten 150 Seiten fand ich doch etwas mühsam und ich denke hier wäre auch eine kürzere Fassung möglich gewesen. Auch das Ende war mir wieder etwas zu lang und zu detailliert.  Im Gegenzug dazu ging mir die plötzlich Enthüllung des Harriet Vanger Falles viel zu schnell. Zuerst noch schien alles unklar und verworren und plötzlich war ein Serienmörder gefunden und Mikael in Lebensgefahr. Diese Stelle umfasste etwa 10 Seiten im Buch und war aber doch eigentlich der eigentliche Kern der Geschichte.
Alles in allem war es auf jeden Fall ein Lesevergnügen, nur den Anfang und das Ende hätte man etwas kürzen können.

Verdammnis von Stieg Larsson
Nach Verblendung habe ich unmittelbar mit Verdammnis angefangen, weil ich die Charaktere der Geschichte schon sehr sympathisch fand und wissen wollte, wie es weiter ging. Eine neue Story wurde eingeführt und trotzdem merkte ich beim Lesen von Teil 2, dass die Bücher doch sehr zusammenhängen. Teil 2 zu lesen ohne Teil 1 zu kennen macht hier wenig Sinn. Ich fand Verdammnis allem im allem eine Spur spannender als Verblendung, weil es für mich keinen größeren Part gab an dem ich das Gefühl hatte es könnte schneller gehen. Die Langatmigkeit von Teil 1 gab es hier nicht. Zuerst wird „nur“ die Geschichten des Mädchenhandels beleuchtet, mit einem Doppelmord bekommt die Story dann noch zusätzlich Schwung und behält die rasante Fahrt bis zum Ende aufrecht. Das Buch endet grundsätzlich mit einem Cliffhanger, da man jedoch weiß, dass es noch einen dritten Teil gibt und wenn man dessen inhaltliche Beschreibung kennt, dann weiß man, dass hier am Ende die wichtigen Personen nicht sterben.
Ich habe keine Minute bereut, die ich an den beiden Büchern gelesen habe, wollte eigentlich dann auch gleich mit Teil 3 fortsetzen hab es aber nur bis knapp Seite 50 geschafft. Bis dorthin war mir alles wieder etwas zu langatmig und ich habe daher Teil 3 erstmal zur Seite gelegt, lesen werde ich ihn irgendwann aber auf Jeden Fall.

Der Angstmacher von Noah Fitz
Seit ich die ersten drei Teile mit Doktor Hornoff gelesen habe, warte ich mit Spannung auf Teil 4 und ich musste daher sofort zuschlagen, als der Angstmacher Ende Februar veröffentlicht wurde.
Nachdem der Doktor in Teil 3 ein wenig von seiner Liebenswürdigkeit verloren hatte, war dieses Mal alles wieder da und ich habe ihn sofort wieder ins Herz geschlossen. Seine Macken und Phobien machen ihn so unglaublich liebenswert, weil er sich so normal anfühlt trotz seiner hohen Intelligenz, die übrigens überhaupt nicht überheblich rüber kommt.
Es gab wieder zwei Erzählstränge in der Ich-Form, die vom Doktor und vom Angstmacher. Ich liebe die Ich-Form und finde man kann sich so viel besser in die einzelnen Figuren einfinden. Etwas schade fand ich, dass bei den Kapiteln der Opfer auf die Ich-Form verzichtet wurde. Dieser Wechsel zwischen Ich und Erzähl-Form war für mich anfangs etwas irritierend. Auf Nachfrage beim Autor warum hier nicht die Ich-Form verwendet wurde, bekam ich als Antwort, dass eine dritte Ich-Form zu viel für den Leser gewesen wäre. Mir persönlich wäre es lieber gewesen, aber an der Spannung hat das nichts geändert.
Die Geschichte behandelt eine sehr ernste Thematik. Die Beweggründe des Angstmachers werden in kleinen Portionen recht anschaulich erklärt und am Ende habe ich sogar Verständnis empfunden für ihn und Mitleid für das was ihm widerfahren ist. Auch die Tatsache, dass ich mir recht früh schon sicher war, wer denn der Täter sein würde, hat nichts an der Spannung zerstört, weil die eigentliche Hauptfrage immer das Warum war und weniger das Wer.
Ich kann das Buch nur empfehlen. Man kann es sicherlich auch lesen ohne die ersten drei Teile zu kennen, aber generell würde ich eher empfehlen auch die anderen Teile vorher zu lesen.

Viereinhalb Minuten von Kathrin Hövekamp
Nach dem Angstmacher brauchte ich eine Thriller Pause. Das Buch hat mich gedanklich sehr gefangen, da konnte und wollte ich nicht gleich den nächsten Thriller nachjagen. Daher habe ich auf meinem eReader gestöbert und bin eben auf dieses Buch gestoßen.
Es geht in dem Buch um die zweieiigen Zwillingsschwestern Flo und Lu. Nur viereinhalb Minuten liegen zwischen ihrer Geburt jedoch Welten zwischen den Persönlichkeiten der beiden, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Jeder der beiden lebt sein Leben, verkehrt in seinen eigenen Kreisen und sie halten sich grundsätzlich voneinander fern, bis die beiden Kreise dann aufgrund von einem Schulprojekt gezwungen sind zusammen zu arbeiten. Die gemeinsame Arbeit und die daraus entstandenen Probleme wecken in beiden Schwestern Erinnerungen an die Kindheit und daran, dass es eigentlich mal eine Zeit gab, wo sie alles zusammen gemacht haben.
Das Buch war genau der richtige Ausgleich zu den doch sehr düsteren Thrillern und ich empfand es als nette Abwechslung für zwischendurch. Die Geschichte ist nett erzählt und man kann sich auch die Charaktere gut einfinden. Das typische Happy End, wie es in vielen Geschichten einfach sein muss, gab es auch hier, aber das war auch gut so, alles andere hätte das gute Gefühl, dass am Ende des Buches aufgekommen ist, einfach zerstört.

Wie sehr willst du leben (Howard Caspar #1) von Andrew Holland
Nach der Abwechslung von oben bin ich dann gleich zurück zu meinem eigentlichen Genre gewechselt. Der neue aus der Howard Casper Reihe war im März überall in meiner Facebook Timeline und die Leute schienen scharenweise darauf gewartet zu haben. Da ich Reihen ja besonders liebe und ich diese aber nur in der Reihenfolge lese, musste die hoch gepriesene Neuerscheinung noch warten und ich begann mit Teil 1 zu lesen.
Schauplatz der Howard Casper Reihe ist die USA und Casper selbst ist Agent beim FBI und arbeite in Teil 1 an der Geschichte, der sogenannten „Missing Twins“. Schon mehrere Zwillingspärchen wurden entführt und während das Mädchen bisher immer getötet wurde, wurde der Junge wieder freigelassen und überlebte. Die Geschichte beginnt an dem Punkt als wieder ein verschwundener Junge gefunden wird. Casper und sein Team arbeiten fieberhaft daran den Täter zu finden, bevor dieser erneut zuschlagen kann.
Ich hatte das Buch in nur wenigen Tagen gelesen, weil ich es beinahe nicht mehr aus der Hand legen konnte. Alles rund um die Ermittlungen ist in der Erzählform verfasst. Neben dieser Sichtweise gibt es auch noch die in Ich-Form geschriebenen Kapitel des Mörders. Manche Stellen aus Mördersicht waren beinahe schwer zu ertragen beim Lesen. Wenn ich beim Lesen eines Buches die Augen schließe, um die schrecklichen Bilder nicht sehen zu müssen, dann war die Geschichte toll erzählt, weil es die Bilder direkt in meinen Kopf übertragen hat. Solche Stellen gab es in dieser Geschichte einiges. Ich kann dieses Buch sehr empfehlen, möchte aber auch warnen, dass manches auch schwer zu ertragen war beim Lesen, einerseits weil es hier um Kinder ging und weil die Taten des Mörders sehr anschaulich beschrieben wurden.

Wovon träumst du? (Howard Caspar #2) von Andrew Holland
Nachdem Teil 1 total spannend geendet hat, mit einer Geschichte aus der Vergangenheit von Howard Casper, konnte ich nicht anders als gleich mit Teil 2 fortzusetzen.
In diesem Teil versucht das Team einen Frauenmörder zu finden, die Besonderheit an diesem Fall jedoch ist die Verbindung zu Howard Caspers Vergangenheit. Die toten Frauen halten immer einen persönlichen Gegenstand des Ermittlers in den Händen mit einer Botschaft von „seinem alten Freund“. Dieser alte Freund hatte vor 5 Jahren Howard Caspers Ehefrau und dessen ungeborenen Sohn getötet. Er wurde daraufhin nie gefasst und verschwand von der Bildfläche. Jetzt 5 Jahre später scheint er wieder zurück zu sein und hat es scheinbar auf junge Frauen abgesehen.
Wie auch in Teil 1 gab es wieder die zwei Erzählstränge. Einerseits die Ermittlungen und das Team rund um Howard Casper und die Seite des Mörders in der Ich-Form verfasst. Und für die Leser mischte sich dann auch noch die Sichtweise des „alten Freundes“ mit in die Geschichte. Auch hier wieder, wie auch in Teil 1 waren einige Stellen schwer zu lesen bzw. schwer zu ertragen, aber auch hier galt wieder, dass ich einfach nicht mehr aufhören konnte, weil mich die Geschichte wirklich gefesselt hat.
Furchtbar gestört haben mich jedoch in diesem Teil, die unglaublichen vielen Fehler. Ich bin nicht der Typ, der jeden Fall in Büchern findet und sich furchtbar daran stört, aber hier war es sogar mir zu viel. Neben Rechtschreibfehler gab es vor allem auch ganz furchtbare Satzbaufehler bzw. einfach unvollständige Sätze. Im Lesefluss störte mich das oft sehr, weil man oft wirklich die Sätze zuerst in Gedanken korrigieren musste, damit man sie auch korrekt für die Geschichte lesen konnte.

Lass uns spielen (Howard Casper #3) von Andrew Holland
Nachdem in Teil 2 der alte Freund von Howard Casper noch nicht gefunden wurde, und Teil 2 vor allem auch in einem sehr beunruhigenden Cliffhanger geendet hat, musste ich einfach gleich mit dem nächsten (ganz neu veröffentlichten) Teil 3 fortsetzen. Dieser Teil widmet sich voll und ganz dem „alten Freund“ von Casper. Howard Casper erhält ein anonymes Päckchen, indem sich ein Handy befindet. Über dieses Handy kommuniziert der „alte Freund“ mit Howard Casper und fordert ihn zu einem tödlichen Spiel heraus. Nachdem eine alte Bekannte von Casper entführt und letztlich getötet wird, entscheidet Casper, dass er sich auf das psychopathische Spiel des Mörders einlässt und begibt sich auf einen Alleingang und einen Wettlauf gegen die Zeit.
Zurückhaltung und Schonung der Leser kennt Andrew Holland in seinen Büchern nicht. Keiner der Charaktere, egal wie lieb man sie inzwischen gewonnen hat, ist hier sicher und Andrew Holland scheut auch nicht davor zurück wichtige Personen sterben zu lassen. (mehr will ich nicht verraten). Obwohl Teil 1 und 2 schon spitzenklasse waren, hat Teil 3 noch nachgelegt und war für mich das bisher beste Buch aus der Reihe. Und die Geschichte geht noch weiter, das zeigt das Ende dieses Buches.
Die Sache mit den vielen Fehlern hat sich zum Glück in diesem Teil nicht fortgesetzt.

 

Erst beim Schreiben dieses Beitrages wurde mir bewusst, dass ich ganz schön viel im ersten Quartal dieses Jahres 2017 bereits gelesen habe. Und ganz besonders freut es mich, dass es eigentlich durchwegs sehr gute Bücher waren. Ob ich bei der Anzahl der Bücher in Quartal 2 mithalten kann glaube ich eher nicht, aber ich hoffe, dass ich bei der Auswahl der Bücher auch in den kommenden Monaten wieder so ein gutes Händchen habe.

Doch nichts verrücktes machen

Am 4.2. habe ich den Beitrag „Einmal etwas verrücktes machen“ geschrieben. Einmal ab ins Theater nach London und wieder zurück.

Die Pläne waren schon recht konkret, das Datum eigentlich schon fixiert. Die Flüge und das Hotel schon ausgesucht. Vor dem eigentlichem Buchen hab ich mir bei meiner Freundin noch übers Wochenende Bedenkzeit erbeten und wie ich so darüber nachdenke fühlte es sich einfach nicht mehr richtig an. Somit habe ich Sonntag Abends dann die ganze Aktion wieder abgeblasen und es fühlte sich richtig an.

Vor drei Tagen hat nun die Aufführung gestartet und erste Fotos, Meinungen und Kritiken tauchen im Internet auf und obwohl ich schon etwas wehmütig werden, wenn ich sehe wie sehr sich David Tennant für die Fans vor dem Theater Zeit nimmt, fühlt es sich doch immer noch richtig an, dass ich die Sache abgeblasen habe.

Natürlich wäre es ein unvergessliches Erlebnis gewesen, aber die ganze Sache mit unserer Tochter setzt mir momentan so zu, dass ich wohl kaum mit einem guten und entspannten Gefühl in einen Flieger steigen könnte. Außerdem wurde mir an dem Wochenende, an dem ich erneut darüber nachgedacht habe, bewusst, dass ich unglaublich gerne nach London reisen würde und all dies erleben würde, es aber nur 2 Menschen gibt mit denen ich es wirklich machen möchte und das sind mein Mann und unsere Tochter. Wenn ich so etwas großartiges erleben kann/darf dann mit den beiden.

Und „Aufgeschoben ist nicht aufgehoben“ – wär weiß vielleicht ist es uns ja auch mal vergönnt diese Reise tatsächlich zu machen.

Normalität bitte!

Vor 4 Tagen haben unsere Tochter und ich das Krankenhaus verlassen. Schon die ganze Zeit wollte ich hier eigentlich was schreiben, aber es war einfach keine Zeit dazu oder mir fehlte einfach auch die Kraft dazu.

Unserer Tochter hat leider nach dem Krankenhausaufenthalt nun auch noch einen grippalen Infekt erwischt und liegt nun anstatt wieder zur Schule zu gehen, mit Husten, Schnupfen und Heiserkeit erneut flach. Ich bin mit dem immer größer werdenden Wunsch nach Alltag und Normalität seit 3 Tagen nun wieder in der Arbeit.

Das Entlassungsgespräch war halb zufriedenstellend. Wir sind derzeit ohne Medikation gegen Epilepsie. Der Arzt geht davon aus, dass wir das im Moment nicht mehr brauchen. Hätte Sie derzeit epileptische Anfälle dann wäre aufgrund des raschen Absetzens der Medikamente mit ziemlicher Sicherheit ein Anfall passiert während wir noch im Krankenhaus waren. Wir versuchen hier jetzt das Positive daraus zu sehen. Keine Medikamente mehr und im Besten Fall auch irgendwann die klare Aussage – keine Epilepsie mehr (so deutlich wurde es uns noch nicht gesagt). Ich würde es ihr so sehr wünschen, dass dies auch wirklich so bleibt und die epileptischen Anfälle nun einfach weg bleiben.

Als Erklärung für Ihren schlechten Zustand vor 2 Wochen haben wir nun Migräne bekommen, mit der Vermutung, dass es ihr unbewusst einfach alles zu viel geworden ist und sie daher einfach einige Tage auf Pause geschaltet hat und dann erst langsam wieder in die Gänge gekommen ist, nachdem sich die Kopfschmerzen gebessert hatten. Für die Migräne haben wir für den Bedarfsfall Medikamente verschrieben bekommen, die sie sofort bei den ersten Anzeichen nehmen soll.

Ich bzw. wir alle hoffen jetzt, dass ganz ganz lange erstmal gar nichts mehr passiert. Sie hat fast ununterbrochen Angst, dass wieder etwas kommen könnte. Sie versucht sich abzulenken mit all den möglichen Dingen, aber die Angst kommt immer wieder durch.
Mir geht es ähnlich. Jedes Mal wenn mein Handy im Büro klingelt bekomme ich Angst, dass wieder etwas passiert sein könnte. Sehr oft ruft sie mich an, weil sie Zuspruch braucht, weil sie aus ihrer Angst alleine nicht raus kommt. Ich versuche sie dann zu beruhigen oder abzulenken, was mir auch oft gelingt, aber es ist unglaublich anstrengend.
Nächste Woche haben wir den ersten Termin bei der Psychologin und ich hoffe und ich hoffe, dass wir hier dann regelmäßig Termine bekommen können und vor allem hoffe ich, dass es ihr auch wirklich hilft.

Kommende Woche hoffe ich, dass Ihre Verkühlung wieder halbwegs ausgeheilt ist, damit sie wieder in die Schule gehen kann (sie hat dann eh fast 3 Wochen gefehlt). Sie meinte heute zwar schon, sie will nicht hin, weil sie solche Angst hat, dass in der Schule wieder was ist und dann keiner von uns da ist, aber sie muss unbedingt wieder in einen normalen Alltag rein finden. Ich werde einen Tag noch Home Office arbeiten, in der Hoffnung ihr damit etwas zusätzliche Sicherheit geben zu können.

Ich danke allen, die uns mit guten Gedanken, mit Gebeten und Besserungswünschen in den letzten Wochen bedacht haben.