Alles Arbeit

Mein Alltag besteht im Moment fast ausschließlich aus Arbeit. Gestern hatte ich mit 17 Stunden an einem Tag meine persönliche Höchstzahl. Und diese Woche waren es schon 60 Stunden und es werden am Wochenende noch welche dazu kommen. 

Und was das eigenartige daran ist – es stört mich kein bisschen! Bei der Arbeit geht es mir einfach am Besten! Ich hab kaum Schmerzen und ich fühl mich einfach wohl. Ich bin zufrieden weil die Arbeit nicht liegen bleibt. Nach meinem langen Tag gestern hab ich so gut geschlafen wie schon lange nicht mehr. 

Auch das schlechte Gewissen meiner Tochter gegenüber ist kaum da, weil mein Mann derzeit nach einer OP 5 Wochen Krankenstand hat und somit jemand für sie da ist. 

Die Arbeit macht meine Tage derzeit schön, da schaff ich es auch alles emotional belastende auszuschalten. 

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„Mein Kopf ist so voll …

… dass ich es nicht mehr schaffe noch etwas vernünftiges rauszuholen!“

So habe ich heute in der Arbeit in einer Sitzung, auf die Bitte meiner Chefin meinen Bericht abzulegen, reagiert. Sie hat mich daraufhin etwas fragend angesehen. Ich hab dann nochmal tief durchgeatmet und im gemeinsamen Gespräch hab ich es dann doch noch geschafft einen Bericht abzulegen. 

Trotzdem gilt immer noch was ich anfangs gesagt bzw hier geschrieben habe. Im Moment ist der Workload wieder heftig. Meine Kollegin hat es heute treffend in wenigen Worten anderen gegenüber erklärt, indem sie meinte ich mache grad zwei Jobs auf einmal. 

Die Einschulung in meinen neuen Job ab Herbst ist schon voll im Gange. Es ist grad viel im Umbruch, wo ich einfach gleich mit dabei sein muss. Bin recht viel grad auswärts unterwegs, viel in Sitzungen, viel Informationen, die alle gespeichert und auf Brauchbarkeit überprüft werden sollen, dazu noch intern viele Diskussionen. All das ist unglaublich wichtig aber auch sehr zeitraubend. Neben dem muss auch die Stelle, die ich ab Herbst aufgebe gut weiterlaufen und auch hier startet nun die Übergabe an die neue Kollegin. 

Es ist so unglaublich viel Neues grad. Ich hab das Gefühl dass ich das nie alles lernen kann. Wenn die Verzweiflung mal wieder recht groß ist dann rufe ich mir immer selbst in Erinnerung, dass meine Kollegin jetzt 8 Jahre lang im gleichen Job gearbeitet hat und es nicht möglich ist, dass ich jetzt alles in kürzester Zeit auch perfekt kann. 

Ich liebe ja Herausforderungen und ich lerne gerne etwas Neues und es macht auch wirklich Spaß. Aber mein eigenes kreiertes Lieblingswort ist „Informationsoverload“, weil genau so fühlt es sich an. Zu viel in zu wenig Zeit!

Veränderungen

Mein Osterurlaub und die Ferien meiner Tochter neigen sich dem Ende zu und ich hätte nicht gedacht, dass sich in einer Urlaubswoche arbeitsmäßig so viel ändern kann.

In meinem letzten Eintrag hab ich noch davon geschrieben, dass ich kritisiert habe obwohl das nicht meine Art ist. Auf meine Kritikmail habe ich keine Reaktion erhalten aber vielleicht wollen die Zuständigen das auch lieber persönlich bereden, das wird sich dann am Mittwoch zeigen. Aber trotz allem habe ich im Urlaub nun doch diesen einen Job bekommen, um den es hier gegangen ist und zwar weil die andere gefragte Person abgelehnt hat. 

Ich habe seither gemischte Gefühle. Ich freue mich natürlich. Ich wollte diesen Job wirklich haben und freue mich auf das was nun kommen wird. Aber Veränderungen machen mir auch immer eine gewisse Angst. Mit diesem neuen Job scheide ich nun aus der Abteilung in der ich nun schon seit fast 7 Jahren arbeite und denen ich sehr viel zu verdanken habe, komplett aus. Diese Halbzeitstelle wird jetzt mit dem neuen Job besetzt, den Bereich den ich im Sommer 2015 bekommen habe, der bleibt auch. Ich bin daher dann wieder Vollzeit angestellt. Ich werde sehr viel unabhängiger arbeiten können, bin nicht mehr so stark an fixe Zeiten gebunden. Im Gegenzug werde ich aber auch öfter mal einige Tage überhaupt auswärts verbringen müssen auf diversen Schulungen oder Projektworkshops. Und was das wichtigste ist, das sind jetzt endlich „MEINE“ fixen Stunden. Bisher war ich immer als Karenzvertretung eingesetzt, musste Stunden dann wieder abgeben wenn die Person wieder zurück kam. Und dann noch die Arbeit auf selbstständiger Basis, horende Versicherungsbeiträge die trotzdem zu bezahlen waren, auch wenn mal schlechtere Monate dabei waren. Das ist jetzt endlich vorbei!

Am Mittwoch steht erstmal das Gespräch mit meiner direkten Vorgesetzten an, die ich ja nun jetzt verlassen werde. Da das jetzt alles so furchtbar schnell und während dem Urlaub entschieden wurde, muss ich ihr das jetzt erstmal mitteilen, bin gespannt wie sie reagieren wird. 

Ja ich freue mich, jetzt beim Schreiben ist mir das noch mehr bewusst geworden. Ich freue mich auf die neuen Herausforderungen in einem neuen Job, zusammen mit dem Wechsel den ich letztes Jahr schon gemacht habe, könnte das nun auch etwas sein, in dem ich mich für länger angekommen fühle. 

Flennen und/oder Poltern …

… nur so kommt man heutzutage anscheinend weiter.

Ich bin grad ziemlich verärgert, würde gerne die ganze Geschichte hier niederschreiben, hab aber Angst, dass es eventuell Leser geben könnte, die dann einen Bezug zu meiner Person herstellen könnten und das möchte ich eigentlich vermeiden. Trotz allem möchte ich ein paar Worte loswerden.

„Frechheit siegt“ ein Ausspruch den ich gerne mal verwende, vor allem wenn ich Leute treffen, die sich echt furchtbar benehmen und trotzdem, oder vielleicht auch gerade deshalb, aber alles erreichen, was sie wollen. Ich gehöre definitiv nicht zu den Typen Menschen. Ich halte mich zurück, stelle keine großen Anforderungen und rege mich nur ganz selten über irgendetwas auf.

Dann gibt es da noch den Spruch „Jammern bringt uns nicht weiter“, den ich mir scheinbar viel zu sehr zu Herzen nehme und der sich mal wieder als falsch bestätigt hat.
Ich jammere eigentlich kaum, es muss mir schon sehr schlecht gehen, dass ich das im realen Leben mal zugebe. Auch jammere ich nie über die vielen Arbeitsstunden, die ich im Büro verbringe, den Stress in der Arbeit und die, im Vergleich mit anderen, nicht unbedingt berauschende Bezahlung. Ich bin einfach nicht der Jammertyp. Ich bin froh einen Job zu haben, der mir Spaß macht. Ich bin froh Geld zu verdienen, um unser Leben bestreiten zu können. Ich habe mich noch nie über irgendwas beschwert, jammere nicht über die viele Arbeit und helfe einfach mit soweit es mir möglich ist. Ich arbeite auch viel zuhause noch nach, checke E-Mails und kümmere mich um kurzfristige Dinge, die einfach schnell erledigt werden müssen. Die Arbeitszeit bezahlt mir keiner, aber ich hab mich auch darüber noch nie beschwert.

Jetzt hat sich wieder mal gezeigt, dass ich aber mal jammern hätte sollen. Dass man scheinbar kritisieren muss, um gesehen zu werden, dass man sich beschweren muss, um wahrgenommen zu werden, dass man jammern muss, um die besseren Jobs zu erhalten.

Ich habe daraufhin jetzt auch, ich denke zum ersten Mal, etwas Dampf abgelassen und sehr sachlich, aber bestimmt meine Meinung kundgetan. Bin gespannt, wie das nun ankommt, wenn da plötzlich jemand kritisiert, der bisher immer stillschweigend alles hingenommen hat.

Schlecht gelaunt!

Ja das bin ich heute und auch gestern schon war ich einfach furchtbar schlecht drauf. Es gibt keinen besonderen Grund dazu, heute schon gar nicht, ganz im Gegenteil eigentlich habe ich eine tolle Nachricht erhalten heute, aber die Freude darüber will nicht so ganz aufkommen.

Ich habe heute meine Utlaubsplanung fürs restliche Jahr besprochen und es sieht echt bescheiden aus. Von den 9 Wochen, die meine Tochter Ferien hat, werd ich es dieses Jahr nur 3 1/2 Wochen schaffen auch zuhause zu sein. Ich weiß, dass ich damit schon mehr habe wie manch andere, aber bisher hatte ich eigentlich immer 5 Wochen Urlaub im Sommer, nur heuer geht sich das nicht aus. Meine Überstunden sind am stetigen Wachsen und auch mein Urlaubskonto wird immer mehr, aber mit der Arbeitsaufteilung in zwei verschiedenen Abteilungen ist das Urlaub gehen viel schwieriger geworden, weil sich die stressigen Zeiten in den Abteilungen abwechseln. 

Meine Masterthesis liegt mir auch mal wieder schwer im Magen. Einmal öfter denke ich mir, wieso ich mir nicht einfach eingestehe, dass ich das nicht schaffe. Wieso quäle ich mich so sehr mit etwas das ich eigentlich nicht machen will. Mein Plan einmal pro Woche einen Nachmittag in der Bibliothek zu verbringen, habe ich bisher erst einmal geschafft, es ist immer irgendwas anderes. Die Wochen fliegen dahin, das Jahr ist schon wieder 2 1/2 Monate alt (es war doch grad erst Neujahr).

Ja wie gesagt, ich bin heute schlecht drauf. 

Alles Arbeit

Wenn der Tag nur noch aus Arbeit besteht, dann bleibt leider wenig Zeit für den Rest. Seit 7. Jänner bin ich nun wieder in der Arbeit und täglich zwischen 14 und 16 Stunden aus dem Haus. Wir haben gerade wieder die stressigste Zeit im Jahr. Ich habe viel zu viele Überstunden musste deshalb schon zum Chef. Im Jänner ist ein abbauen nicht möglich, das weiß er auch, aber für danach und das restliche Jahr 2016 muss ich dann eine Urlaubsplanung erstellen (und mich bestenfalls auch daran halten), um die Stunden wieder abzubauen.

Und obwohl es so viel ist im Moment arbeite ich einfach wirklich gerne. Ich gehe jeden Tag wieder mit Freuden ins Büro. Und so soll doch Arbeit sein. Besonders schön ist es natürlich wenn der Einsatz, den man zeigt, auch bewusst spürbar von anderen bemerkt wird und man einerseits Lob bekommt und andererseits wurde ich über eine Gehaltserhöhung informiert, unter anderem wegen meinem „außerordentlichen Engagement“. Ich habe mich riesig darüber gefreut!

Aber auch wenn es mir Spaß macht weiß ich, dass es in diesem Pensum nicht weitergehen kann, weil einfach zu viele andere Dinge auf der Strecke bleiben, vor allem auch unsere Tochter, die im Moment echt alles rund um Schule alleine meistern muss und das auch mit Bravour schafft. Ich bin so stolz auf sie! Also wie gesagt es muss weniger werden und die Urlaubsplanung ist auch schon am wachsen. Da ich in zwei Abteilungen arbeite ist es natürlich zusätzlich kompliziert, weil sich ja für beide Bereiche immer Lösungen finden müssen, dass nicht zuviel Arbeit liegen bleibt. Im Zuge der Urlaubsplanung möchte ich auch meinem Master noch mal eine Chance geben und auch gleich noch einen fixen Zeitplan für die Arbeit daran festlegen, so wäre mein Wunsch einen Nachmittag pro Woche fix an der Masterthesis zu arbeiten. Dies möchte ich jedoch nicht zuhause machen, weil ich weiß, dass das nicht klappt, weil zuhause immer dann zig andere Dinge zu tun sind. Sondern ich möchte einen Nachmittag pro Woche statt im Büro in der Bibliothek verbringen. Das tut meinen Überstunden gut und meiner Masterarbeit hoffentlich auch und es kommt eine gewisse Regelmäßigkeit rein, die es mir persönlich hoffentlich auch leichter macht.

Ein kleiner Spalt in eine „neue“ Arbeitsrichtung hat sich auch aufgezeigt in den letzten Tagen. Es sieht nach Gesprächen zwar im Moment so aus, dass das alles nichts werden würde, weil es an finanziellen Ressourcen mangelt, aber ich weiß inzwischen schon aus Erfahrung, dass sich manches recht schnell ändern kann bzw. sich dann zwangsläufig eine Lösung ergibt, die vor einiger Zeit noch als unmöglich galt. Bei meiner neuen Stelle, die ich im Sommer angetreten habe war es eigentlich auch so, dass es anfangs mal hieß, dass das so nicht geht und letztlich wurde es doch möglich. So hoffe ich es jetzt auch!
Grundsätzlich wäre es auch hier wieder – gleicher Arbeitsplatz aber wieder neuer Arbeitsbereich. Und ich habe in den letzten Tagen viel darüber nachgedacht und könnte mir diese Position extrem gut vorstellen und vor allem könnte ich mir das wirklich langfristig vorstellen. Ich hab vor einiger Zeit schon geschrieben, dass ich das Gefühl habe noch nicht angekommen zu sein, dass es da noch etwas anderes geben muss, als das was ich jetzt mache. Mit meiner neuen Wunschkombination an Arbeit könnte ich mir ein Ankommen vorstellen, zumindest gedanklich kann ich mich gut darin einfinden zu sagen, ja das möchte ich gerne für länger machen.

So das war jetzt alles sehr vage und kryptisch formuliert. Ich möchte konkret sowieso noch gar nichts erzählen. Vielleicht hat der eine oder andere ein paar gute Gedanken oder Wünsche für mich. Ich habe irgendwie ein gutes Gefühl bei der Sache, wobei ich eigentlich schon ein deutliches ’nicht möglich‘ gehört habe. Ich weiß nicht wo dieser positive Gedanke herkommt, er ist einfach da.

Ein (Lebens)zeichen

Ich wollte mal wieder ein Zeichen dalassen, dass es mich noch gibt. Nur ein Zeichen, weil nach Leben fühlt es sich im Moment nicht an. Ich wollte so gerne mal etwas positives hier schreiben, etwas Gutes hab daher auch lange gewartet bis ich überhaupt wieder etwas hier gelassen habe, aber auch wenn nicht alles nur schlecht ist, überwiegt das negative im Moment einfach mal wieder.

4 Wochen war ich nun seit meinem Urlaub wieder arbeiten und es ist so unglaublich viel. Zwischen 45 und 55 Stunden habe ich jede Woche gearbeitet. Massive technische Probleme an meiner neuen Stelle hat uns mindestens eine ganze Woche händisch Zusatzarbeit gekostet. Eine ganze Woche Arbeit, dass eigentlich planmäßig in weniger als 30 Minuten hätte erledigt sein müssen. Dazu kommt die Einschulung meiner neuen Kollegin an meiner alten Stelle, da passiert momentan auch ganz ganz wenig Arbeit wirklich, die Einschulung braucht halt auch seine Zeit, leider kann aber nicht alles einfach liegen bleiben, vieles muss gemacht werden.

Ich weiß nicht wie lange ich das noch durchhalte. Seit Tagen habe ich furchtbare Schmerzen in der Schulermuskulatur. Wahrscheinlich eh nur verspannt, aber ohne Schmerzmittel komm ich nicht mehr über den Tag und schlafen geht auch ganz schlecht. Als Draufgabe habe ich letzten Donnerstag mal schnell 2,5 Stunden in der Notfall-Augenambulanz verbracht, weil ich am linken Auge plötzlich fast nur noch Blitze sah. Während der Wartezeit hat sich das ganze wieder von selbst beruhigt und am Auge konnte zum Glück auch nichts gefunden werden.

Neben dem ganzen Stress auf der Arbeit ist dann ja noch meine Masterthesis. Wie ich das Wort schon hasse, ich mag es nicht mehr hören und nicht mehr aussprechen. Seit 2 Jahren schiebe ich diese Arbeit hin und her und hab es ständig im Kopf und der Druck wird immer größer und größer. Ich habe in den 3 Wochen Urlaub im Sommer viel geschafft aber seither liegt wieder alles ohne jegliche weitere Veränderung still. Ich bin heute alleine daheim, mein Mann ist mit unserer Tochter wandern, und jetzt sitz ich hier und denke mir wie gern ich heute mal einfach gar nichts machen würde. Einfach mal faulenzen, lesen, schreiben, fernsehen und was mir sonst noch Spaß macht. Ein wenig Energie tanken für die neue Woche. Es wäre so unglaublich nötig, aber ich weiß, dass ich es nie und nimmer genießen werde, wenn ich das heute so mache, weil ich die ganze Zeit den Gedanken im Kopf habe, dass ich wieder mal Zeit verschwende und nicht an meiner Masterthesis weiterarbeite. Mit diesem Druck werde ich es nie mehr schaffen mich einfach mal nur zu erholen. Ich sage immer, dass es sich anfühlt als würde die Masterarbeit tonnenschwer auf meinen Schultern sitzen und Druck ausüben. Im Moment fühlt es sich tatsächlich so an, die Schmerzen in den Schultern ist kaum auszuhalten.

An meiner Arbeitsstelle weiß keiner wie überarbeitet ich bin. Ich jammere nicht anderen gegenüber (ich jammere nur hier!). Wenn mich jemand fragt, ob ich ihm schnell helfen kann, dann mach ich das. Wenn mich jemand fragt wie es mir geht, dann gehts mir gut. Wenn mich jemand fragt, ob alles in Ordnung ist, dann sag ich ja. Ich möchte meine Arbeit gut machen. Ich hasse es, wenn ich Dinge nicht zeitgerecht erledigen kann. Ich hasse es, wenn ich gefragt werde, hast du dies oder jenes schon erledigt. Ganz besonders hasse ich es Dinge zu vergessen. All diese Dinge passieren aber nun immer öfter und das stresst mich nur noch mehr.

So jetzt habe ich mal wieder gejammert hier. Alle die bis hierhin gelesen habe, sage ich danke dafür, dass ihr mich aushaltet.