Das kannst du doch nicht machen!

Immer wieder hört man diesen Satz bzw. schwirrt dieser Satz immer wieder im Kopf herum. Ich war schon immer der Typ, der öfter mal nicht mit dem Strom geschwommen ist und in letzter Zeit, je älter ich werde und je mehr Probleme ich im Leben gemeistert habe, komme ich immer öfter an den Punkt auf obigen Gedanken zu sagen „Aber warum denn eigentlich nicht?“

Man ist beinahe zwangsläufig im Leben gezwungen manche Dinge zu tun, die man eigentlich nicht tun will. Das trifft bei mir zum Beispiel auf jeden Besuch beim Zahnarzt zu, aber trotzdem muss ich hin, weil es letztlich etwas Gutes für mich ist. Ebenso gibt es auch im Job immer mal Situationen in denen man etwas machen muss, was man vielleicht nicht gerne macht, aber auch da muss man meist durch und immerhin bekommt man dafür ja auch Geld, also wieder habe ich langfristig gesehen einen Nutzen davon. 

Aber neben diesen nützlichen widerstrebenden Dingen, gibt es halt auch noch so Dinge, die die Allgemeinheit für verpflichtend empfindet, die für mich aber nur Belastung pur sind und weit und breit kein persönlicher Nutzen zu sehen ist. Dazu gehören so Dinge, wie Hochzeiten von ehemaligen Kolleginnen, die jährliche betriebliche Weihnachtsfeier, ein gemeinsames Essen einer Projektgruppe in einem exklusiven Restaurant (wo ich mich sowieso generell fehl am Platz fühle) oder auch das gemeinsame Abendessen einer Workshopgruppe, die sich zweimal im Jahr trifft. Das und vieles mehr sind Dinge, die für mich Stress pur sind und mich unglaubliche Überwindung kosten, für viele in meinem Umfeld aber einfach dazu gehören und es sich einfach nicht gehört davon fern zu bleiben. 

Demnächst steht wieder so ein Event an und wieder bekomme ich zu hören, dass ich da unbedingt hin muss, weil es sich einfach gehört da hin zu gehen. Aber ich denke mir, obwohl es nur ein paar Stunden meines Lebens sind, muss ich mir die wirklich selber schlecht machen indem ich mich zu etwas zwinge, bei dem ich mich nicht wohl fühle? Ich bin der Meinung, dass das Leben zu kostbar ist, um die Zeit mit Dingen zu verschwenden, die man eigentlich nicht machen will. 

Es würde mich interessieren was Andere dazu denken?

Einmal mehr?

Es ist ruhig geworden hier auf meinem Blog. Das hat vor allem den Grund, dass es im Moment nichts Besonderes zu berichten gibt und mein Kopf irgendwie einfach leer ist und daher nichts vernünftiges zustande kommt.

Ich könnte einmal mehr schreiben wie ausgelaugt ich mich fühle und wie sehr mir die Angstzustände meiner Tochter an die Substanz gehen.
Ich könnte einmal mehr schreiben wie stressig es im Job gerade ist und ich am Überstunden sammeln bin.
Ich könnte einmal mehr schreiben, dass meine Masterthesis mal wieder in den Vordergrund rückt und ich es noch immer nicht geschafft habe, entweder endlich einen Schlussstrich zu ziehen oder das Teil fertig zu machen.
Ich könnte einmal mehr schreiben wie leer, einsam und verzweifelt ich mich fühle.

Aber all diese Dinge gab es schön mehrfach in meinem Blog und das will doch keiner ständig lesen, das interessiert doch keinen. Daher schreibe ich lieber nichts.

Doch nichts verrücktes machen

Am 4.2. habe ich den Beitrag „Einmal etwas verrücktes machen“ geschrieben. Einmal ab ins Theater nach London und wieder zurück.

Die Pläne waren schon recht konkret, das Datum eigentlich schon fixiert. Die Flüge und das Hotel schon ausgesucht. Vor dem eigentlichem Buchen hab ich mir bei meiner Freundin noch übers Wochenende Bedenkzeit erbeten und wie ich so darüber nachdenke fühlte es sich einfach nicht mehr richtig an. Somit habe ich Sonntag Abends dann die ganze Aktion wieder abgeblasen und es fühlte sich richtig an.

Vor drei Tagen hat nun die Aufführung gestartet und erste Fotos, Meinungen und Kritiken tauchen im Internet auf und obwohl ich schon etwas wehmütig werden, wenn ich sehe wie sehr sich David Tennant für die Fans vor dem Theater Zeit nimmt, fühlt es sich doch immer noch richtig an, dass ich die Sache abgeblasen habe.

Natürlich wäre es ein unvergessliches Erlebnis gewesen, aber die ganze Sache mit unserer Tochter setzt mir momentan so zu, dass ich wohl kaum mit einem guten und entspannten Gefühl in einen Flieger steigen könnte. Außerdem wurde mir an dem Wochenende, an dem ich erneut darüber nachgedacht habe, bewusst, dass ich unglaublich gerne nach London reisen würde und all dies erleben würde, es aber nur 2 Menschen gibt mit denen ich es wirklich machen möchte und das sind mein Mann und unsere Tochter. Wenn ich so etwas großartiges erleben kann/darf dann mit den beiden.

Und „Aufgeschoben ist nicht aufgehoben“ – wär weiß vielleicht ist es uns ja auch mal vergönnt diese Reise tatsächlich zu machen.

Normalität bitte!

Vor 4 Tagen haben unsere Tochter und ich das Krankenhaus verlassen. Schon die ganze Zeit wollte ich hier eigentlich was schreiben, aber es war einfach keine Zeit dazu oder mir fehlte einfach auch die Kraft dazu.

Unserer Tochter hat leider nach dem Krankenhausaufenthalt nun auch noch einen grippalen Infekt erwischt und liegt nun anstatt wieder zur Schule zu gehen, mit Husten, Schnupfen und Heiserkeit erneut flach. Ich bin mit dem immer größer werdenden Wunsch nach Alltag und Normalität seit 3 Tagen nun wieder in der Arbeit.

Das Entlassungsgespräch war halb zufriedenstellend. Wir sind derzeit ohne Medikation gegen Epilepsie. Der Arzt geht davon aus, dass wir das im Moment nicht mehr brauchen. Hätte Sie derzeit epileptische Anfälle dann wäre aufgrund des raschen Absetzens der Medikamente mit ziemlicher Sicherheit ein Anfall passiert während wir noch im Krankenhaus waren. Wir versuchen hier jetzt das Positive daraus zu sehen. Keine Medikamente mehr und im Besten Fall auch irgendwann die klare Aussage – keine Epilepsie mehr (so deutlich wurde es uns noch nicht gesagt). Ich würde es ihr so sehr wünschen, dass dies auch wirklich so bleibt und die epileptischen Anfälle nun einfach weg bleiben.

Als Erklärung für Ihren schlechten Zustand vor 2 Wochen haben wir nun Migräne bekommen, mit der Vermutung, dass es ihr unbewusst einfach alles zu viel geworden ist und sie daher einfach einige Tage auf Pause geschaltet hat und dann erst langsam wieder in die Gänge gekommen ist, nachdem sich die Kopfschmerzen gebessert hatten. Für die Migräne haben wir für den Bedarfsfall Medikamente verschrieben bekommen, die sie sofort bei den ersten Anzeichen nehmen soll.

Ich bzw. wir alle hoffen jetzt, dass ganz ganz lange erstmal gar nichts mehr passiert. Sie hat fast ununterbrochen Angst, dass wieder etwas kommen könnte. Sie versucht sich abzulenken mit all den möglichen Dingen, aber die Angst kommt immer wieder durch.
Mir geht es ähnlich. Jedes Mal wenn mein Handy im Büro klingelt bekomme ich Angst, dass wieder etwas passiert sein könnte. Sehr oft ruft sie mich an, weil sie Zuspruch braucht, weil sie aus ihrer Angst alleine nicht raus kommt. Ich versuche sie dann zu beruhigen oder abzulenken, was mir auch oft gelingt, aber es ist unglaublich anstrengend.
Nächste Woche haben wir den ersten Termin bei der Psychologin und ich hoffe und ich hoffe, dass wir hier dann regelmäßig Termine bekommen können und vor allem hoffe ich, dass es ihr auch wirklich hilft.

Kommende Woche hoffe ich, dass Ihre Verkühlung wieder halbwegs ausgeheilt ist, damit sie wieder in die Schule gehen kann (sie hat dann eh fast 3 Wochen gefehlt). Sie meinte heute zwar schon, sie will nicht hin, weil sie solche Angst hat, dass in der Schule wieder was ist und dann keiner von uns da ist, aber sie muss unbedingt wieder in einen normalen Alltag rein finden. Ich werde einen Tag noch Home Office arbeiten, in der Hoffnung ihr damit etwas zusätzliche Sicherheit geben zu können.

Ich danke allen, die uns mit guten Gedanken, mit Gebeten und Besserungswünschen in den letzten Wochen bedacht haben.

Immer noch …

… hocken wir im Kranenhaus fest. 10 Tage sind wir schon hier. Gestern hatte es geheißen, dass wir heute heim gehen dürfen. Heute früh wurde revidiert. Wir sollen doch übers Wochenende bleiben. 

Das EEG wurde aber nun beendet. Eine ganze Woche war sie angeschlossen. Die Dusche und vor allem das Haare waschen heute, war die reinste Wohltat!

Wissen tun wir immer noch nichts, das ist schon recht frustrierend. Und irgendwie hab ich das Gefühl, dass wir nicht mit brauchbaren Informationen heim gehen am Montag. Das ist genau das, wovor ich am meisten Angst hatte, dass wir ohne brauchbare Erkenntnisse hier wieder raus gehen. Ich bin natürlich froh, dass nichts Schlimmes in all den Untersuchungen gefunden wurde, aber diese Unwissenheit ist auch blöd. 

Unsere Maus hat sehr viel Angst, jetzt hier im Krankenhaus schon, zuhause wird das vermutlich noch viel schlimmer werden. Ein erstes Gespräch mit der Psychologin hat sie schon geführt, aber mit einem einzelnen Gespräch lässt sich hier nicht alles gut machen. Den nächsten Termin haben wir erst in knapp 2 Wochen. 

Ich hoffe wir schaffen es möglichst rasch wieder den Alltag einziehen zu lassen und vor allem hoffe ich, dass das jetzt für lange Zeit der letzte Krankenhausaufenthalt war. Sie braucht jetzt erstmal die Chance wieder das positive und gute im Leben zu erkennen und nicht die Angst dominieren zu lassen. 

Wenn jemand ein paar Tipps für mich hat, wie ich sie am Besten positiv stimmen kann und der Angst entgegen wirken kann, dann würde ich mich über jeden einzelnen freuen. 

Krankenhaus …

Leider hat es uns schon wieder erwischt. Dieses mal so richtig schlimm. Seit Mittwoch bin ich nun mit unserer Tochter wieder im Krankenhaus und es geht nur ganz langsam bergauf und wir hatten echt ein paar sehr sorgenvolle Tage. 

Am Mittwoch in der Schule gings ihr plötzlich nicht gut. Meine Mama hat sie abgeholt und weil es immer schlimmer statt besser wurde haben sie zusammen gepackt und sich auf den Weg ins Krankenhaus gemacht. Ich war im Büro in einer Sitzung und hab die schlechte Nachricht erst nach Ende der Sitzung erhalten, da ich aber viel näher am Krankenhaus dran bin waren wir dann relativ zeitgleich in der Notaufnahme. 

Sie hat dann gleich Schmerzmittel bekommen, weil sie über starke Kopfschmerzen geklagt hat, dann erneutes EEG und wieder Einzug im Krankenzimmer. Das EEG war eindeutig auffällig. Tamara sollte sich dann einfach ausruhen, leider wurden die Kopfschmerzen aber nicht besser sondern es ging immer weiter bergab. Am nächsten Tag hat sie dann nur noch geschlafen, ist kaum aufgewacht, hat nichts gesprochen und auch kaum auf Anreden reagiert. Aufgrund des verschlechterten Zustandes und der Verschlechterung im EEG wurde ein MR vom Kopf in Auftrag gegeben. Leider war sie dabei so unruhig, dass wir eine Vollnarkose gebraucht haben. Während dem Warten hab ich mir echt die schlimmsten Dinge ausgemalt. Zum Glück wurde aber nichts gefunden, aber besser ging es ihr leider auch nicht. Gleich am selben Abend wurde dann auch noch eine Lumbalpunktion gemacht. Zum Glück waren auch hier die Befunde alle positiv. Das Problem war, dass es ihr aber immer noch nicht besser ging und irgendwie die Möglichkeiten schön langsam zu Ende gingen. 

Sie wurde einerseits mit verschiedensten Mitteln gegen eine eventuelle Migräne behandelt als auch mit verschiedensten Mitteln gegen epileptische Anfälle. Nur zeigte nichts wirklich Wirkung. Freitag nachmittag wurde sie dann ans Video-Dauer-EEG angeschlossen und noch einmal ein neuer Medikamentenversuch wurde gestartet und endlich zeigte etwas ein wenig Wirkung. Nach mehreren Stunden tiefen Schlafes ist sie Abends dann etwas frischer aufgewacht. Hat wieder auf Anfragen reagiert und auch selber wieder etwas gesprochen. Und seither geht es zum Glück in kleinen Schritten bergauf. 

Jetzt geht es noch daran rauszufinden was denn nun wirklich los war und im Idealfall auch noch die Möglichkeit rauszufinden, um so etwas in Zukunft zu verhindern. Sie hängt immer noch am Video-EEG und ihre Medikamente, die sie normalerweise wegen der Epilepsie nimmt werden nun weggelassen, um zu schauen, welche Auswirkungen das hat. Sie hat ziemliche Angst deswegen und ich versuche die ganze Zeit sie positiv zu stimmen, aber immer gelingt mir das leider nicht. 

Wir werden ziemlich sicher noch eine Weile im Krankenhaus verbrinden. Meine Idealvorstellung wäre, dass wir mir einer eindeutigen Diagnose und auch Behandlungsvorschläge hier wieder rausgehen. Seit es ihr wieder etwas besser geht, gehts auch bei mir bergauf, aber grundsätzlich zerrt das ganze schon sehr an meiner Kraft.