Mein Leseresümee im Jahr 2017 (Teil 2)

Das 2. Quartal des Jahres 2017 liegt schon wieder einige Wochen hinter uns, aber verschiedene Lebensumstände haben mich daran gehindert früher hier meine Lesezusammenfassung aus dem 2. Quartal zu schreiben, daher möchte ich es nun nachholen.

Im 2. Quartal hatte ich leider wenig Zeit zum Lesen, daher sind es auch nicht ganz so viele Bücher geworden, aber trotzdem wie immer kurz zusammen gefasst.

Vergebung von Stieg Larsson
Ich habe ein wenig Zeit vergehen lassen bevor ich mich an den dritten Teil der Millenium Trilogie gewagt habe und irgendwie hatte das wohl auch seinen Grund warum das so war. Ich war nämlich von Teil 3 ein wenig enttäuscht. Ich fand alles viel zu langatmig und das ganze Buch wirkte auf mich nur noch, als wäre es dem Autor vor allem darum gegangen, die ersten beide Teile in der Anzahl der Seiten zu übertrumpfen. Ich habe sehr lange zum Lesen diesen dritten Teiles gebraucht. Es gab auch recht gute Abschnitte darin, aber gesamt gesehen, war es für mich vor allem ein mühsames Lesevergnügen.

Was verborgen bleiben sollte (Ein Jan Tommen Thriller 5) von Alexander Hartung
Lange musste ich warten auf die Fortsetzung der Jan Tommen Reihe, umso mehr habe ich mich dann darauf gefreut, als es endlich so weit war und musste auch sofort ran an das Buch.
Der Chef der Kripo gerät in einen Überfall auf ein Juweliergeschäft und wird dort mit anderen als Geiseln festgehalten. Er schafft es Jan Tommen und sein Team zu informieren und gemeinsam versuchen Sie die Geiselnahme zu beenden.
Vielleicht habe ich mich zu sehr auf die Fortsetzung der Reihe gefreut, vielleicht habe ich nach 4 großartigen Büchern einfach zu viel erwartet, aber am Ende war ich leider doch etwas enttäuscht. Der Autor hat krampfhaft versucht alles möglichst plausibel aufzuklären, aber bei mir hat das nicht funktioniert. Vielleicht habe ich zu unkonzentriert gelesen, aber bis zum Ende des Buches hat sich mir der Sinn des anfänglichen Überfalles und der Geiselnahme irgendwie nicht erschlossen. Ich habe kurz überlegt nochmal nachzulesen, um herauszufinden, ob es wirklich an mir liegt, aber dazu konnte ich mich noch nicht durchringen. Auch die bisher sehr liebe gewonnenen Charaktere konnten mich dieses mal nicht überzeugen, im Gegenteil sie wurden mir oft sehr überzogen dargestellt und es war manchmal einfach zu viel.
Am Ende des Buches erklärt der Autor, dass dies vorerst der letzte Fall für Jan Tommen war und hier nun eine Pause eingelegt wird. Normalerweise macht mich so etwas bei einer tollen Reihe immer sehr traurig. In diesem Fall finde ich es gut, vielleicht braucht dieses Team diese Pause, um danach hoffentlich wieder in alter Manier zusammen zu finden und dann wieder tolle Geschichten abzuliefern.

Tod und tiefer Fall (Ein Erik-Donner Triller 1) von Elias Haller
Da ich ja immer auf der Suche nach guten Krimi oder Thriller Bruchreihen bin und mir Elias Haller auf Facebook schon eine ganze Weile immer wieder ins Auge springt, habe ich mich dazu entschieden es mit Teil 1 seiner Reihe zu versuchen. Es geht um den Ermittler Erik Donner, dessen Frau verschwunden ist und dessen Tochter getötet wurde. Er selbst wurde ebenfalls schwer verletzt und vor allem auch körperlich entstellt und sein Leben nimmt eine drastische Wendung, als sich der Mörder seiner Tochter plötzlich mit einer Nachricht an Erik Donner wendet.
Vom Leben gezeichnete Polizisten schreiben scheinbar immer die besten Geschichten. Das Buch ist auf jeden Fall ein toller Einstieg in das Leben von Erik Donner. Das Buch war sehr spannend und hatte auch einige überraschende Wendungen zu bieten. Ich habe es in kürzester Zeit verschlungen und ich werde auf jeden Fall auch den Rest der Reihe lesen.

Zero von Marc Elsberg
Nachdem kürzlich bei einem Kurs zum Thema Virtual Reality dieses Buch empfohlen wurde und ich Blachout von Marc Elsberg verschlungen und vor allem geliebt habe, musste ich das Buch einfach lesen.
Smartphones, Datenbrillen, Smartwatches, Soziale Medien, Soziale Netzwerke, all das ist in unserem Alltag voll angekommen und doch machen wir uns alle oft viel zu wenig Gedanken über das Thema Datenschutz und Privatsphäre. Und genau darum geht es in diesem Buch und genau darum hat es auch mein Interesse geweckt, weil mich das Thema sehr interessiert. Leider gefiel mir die Umsetzung letztlich aber nicht. An manchen, nicht direkt zum Thema gehörenden Stellen war es mir zu viel an anderen spannenden Stellen zum Thema Privatsphäre war es mir zu wenig. Nach Blackout hätte ich mir hiervon weit mehr erwartet.

Die Gehängte von Noah Fitz
Noah Fitz entwickelt sich zu einem meiner Lieblingsautoren. Ich werde in nächster Zeit bestimmt keines seiner Bücher auslassen. Jedes fesselt mich aufs Neue, so auch der Kurzthriller „Die Gehängte“. Das Cover des Buches ist übrigens großartig. Normalerweise schenke ich dem Cover eher wenig Bedeutung aber hier passt es einfach perfekt.
Die Story hat gleich rasant begonnen in dem ein Mann an einem Tatort verhaftet wird, wo mehrere Personen blutrünstig ermordet wurden. Man kennt also das Ende der Geschichte und erfährt im Anschluss daran, wie es dazu kommen wird und diese Erzählung bewegt sich teilweise im unerklärlichen Bereich und man kann sich gut in den Protagonisten hineinfühlen, wie er sich viele Dinge einfach nicht erklären kann und ihn das beinahe um den Verstand bringt.
Die Aufklärung der Geschichte ist fantastisch. Ich liebe es, wenn sich alles wie Puzzlestücke zusammen setzt und man irgendwann merkt wie grausam und hinterhältig das Gesamtbild dann ist. Einen kleinen Kritikpunkt möchte ich noch anmerken. Der Protagonist und seine Frau waren mir beide leider nicht besonders sympathisch. Er das typische Klischee Mann, der jeder Frau hinterher rennt. Und sie die eifersüchtige Ehefrau, die überhaupt nicht hinter den Träumen ihres Mannes steht. Laut Story waren die beiden frisch verheiratet, für mich wirkte die Ehe eher nach, „Schon ewig verheiratet und nun kurz vor dem Aus“. Aber die Tatsache, dass ich das Buch kaum noch aus der Hand legen konnte, obwohl mir die beiden unsympathisch waren, spricht einmal mehr für die Geschichte an sich, die das locker wieder ausgleicht! Wer ein spannendes Buch, leicht lesbar an einem Tag, sucht, der ist hiermit genau richtig!

Seelenfieber (Jim Devcon 1) von Eva Lirot
Auch auf Eva Lirot wurde ich über Facebook aufmerksam, als es dann den ersten Teil der Jim Devcon Reihe für kurze Zeit auch noch gratis gab, habe ich zugeschlagen.
Ein Mädchen stirbt, neben dem toten Mädchen wird ein geheimnisvolles Medikament gefunden. Jim Devcon ermittelt in dem Fall und es dauert nicht lange bis es einen weiteren Toten gibt und wieder wird das unbekannte Medikament bei der Leiche entdeckt. Handelt es sich dabei um eine neuartige Droge und ist die Substanz schuld am Tod dieser Menschen? Darum geht es in dieser Geschichte.
Das Buch hat sehr spannend und interessant angefangen, leider dann aber auch sehr stark nachgelassen. Die Spannung hat sich gut aufgebaut, man wollte wissen, was hinter dem Medikament steckt, wo es herkommt, wie es funktioniert, wer dahinter steckt. Am Ende wusste man auch alle Antworten auf die Fragen, aber in der Auflösung steckte mir einfach zu viel drin. Man hatte das Gefühl, dass es möglichst kompliziert und vor allem möglichst unvorhersehbar sein sollte, leider hat es dadurch die Geschichte nicht spannender gemacht. Mir war es einfach zu viel. Zusätzlich dazu konnte ich zum Hauptcharakter irgendwie nicht recht eine Verbindung aufbauen. Er war mir eher unsympathisch.

A Study in Scarlet (Sherlock Holmes, #1) von Arthur Conan Doyle
Schon ganz lange nehme ich mir vor mich einmal an die Original Sherlock Holmes Literatur zu wagen. Nachdem es mir die Fernsehserie Sherlock nun grad wieder sehr angetan hat, habe ich mich nun endgültig dazu entschieden mich auch an die Bücher zu wagen und so habe ich mit Teil 1 begonnen.
Ich war sehr positiv überrascht über die Verständlichkeit der Bücher. Hatte etwas Angst, dass ich mit der englischen Sprache aus dem späten 19 Jahrhundert so meine Probleme haben würde, aber im großen und ganzen konnte ich es gut durchlesen ohne ständig am Wörterbuch kleben zu müssen. Natürlich gab es Wörter, die mir unbekannt waren, jedoch nur wenige musste ich auch wirklich nachschlagen, meist konnte ich der Geschichte auch ohne einzelner spezifischer Wörter gut folgen.
Zum Buch selbst kann ich nur sagen, dass man auch hier Sherlock Holmes und Dr. Watson einfach lieben muss. Es hat schon seinen Grund warum die Figur Holmes, die meist gespielte Romanfigur ist. Arthur Conan Doyle hat hier einen Charakter erschaffen, der ewig weiterleben wird und vor allem nie an Charme verlieren wird.

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Mein Leseresümee im Jahr 2017 (Teil 1)

Das erste Viertel des neuen Jahres 2017 ist bereits um, daher ist es nun endlich Zeit für mein erstes Leseresümee im Jahr 2017.

Wie auch letztes Jahr werden die Bücher in Lesereihenfolge aufgeführt und nur bereits abgeschlossene Bücher kommen in die Liste. Meine Meinungen dazu versuche ich wieder bewusst kurz zu halten.

Ich werde nicht ruhen von Alexander Hartung
2 Tage vor meinem Geburtstag kam das neue Buch von Alexander Hartung. Wenn es auch keines aus der Jan Tommen Reihe war, musste ich es trotzdem gleich kaufen. In der Geschichte taucht man ein in die Gedanken eines Mörders, weil die ganze Geschichte aus dessen Blickwinkel geschrieben ist. Am Anfang habe ich mir noch etwas schwer getan mit dem Buch, aber es wurde von Seite zu Seite immer besser. Im Laufe des Buches entwickelte ich dem Mörder gegenüber sogar Sympathie, wenn man es auch nicht gut heißen kann was er macht so kann man ihn doch verstehen und letztlich wünschte ich mir, dass er heil aus allem raus kommt. Das Ende war für mich total überraschend, damit hätte ich nie gerechnet, aber es wird vieles klarer dadurch und es steht bei mir klar auf der Liste der Bücher, die ich bald ein zweites Mal lesen möchte, weil wenn man das Ende kennt kann man mit einem ganz anderen Blickwinkel noch einmal die Geschichte beleuchten.
Klare Leseempfehlung von mir für dieses Buch, so hat fas Lesejahr 2017 für mich toll gestartet.

ED 1-5 von Steven J. Harrison
Eigentlich 5 Bücher, die ich hier zusammen fassen möchte. Da jeder einzelne Teil nur zwischen 60 und 80 Seiten hat und alle Teile auch immer unmittelbar zusammen hängen, passt das ganze für mich besser als eins zu betrachten.
Bei ED handelt es sich um eine Science Fiction Geschichte, etwas das ich normalerweise eigentlich nicht lese, aber die Beschreibung hat mich irgendwie neugierig gemacht. Eine große Menge Antimaterie fällt auf die Erde und landet direkt im Garten von Ed. Ed lebt zusammen mit seinem Hund in seinem Haus und gilt bei allen als der Dorftrottel. Doch die Antimaterie hat sich ihn ausgesucht und Ed ist der einzige der überhaupt nur in die Nähe kommt und Ed ist der einzige der auch gewissermaßen mit der Antimaterie kommunizieren kann. Sowohl die USA als auch Russland wollen die Antimaterie besitzen und bekämpfen sich daher gegenseitig, doch Ed ist damit nicht einverstanden.
Für mich waren die 5 ED Bücher ein netter Zeitvertreib zwischendurch. Jedes Buch für sich war leicht an einem Tag gelesen und die Geschichte fesselt einen irgendwie. Ed wächst einem ans Herz und wenn man angefangen hat zu lesen, dann möchte man auch gerne wissen, was diese Antimaterie nun eigentlich vor hat, dass ein größerer Plan verfolgt wird ist eigentlich von Anfang an klar, nur nicht worum es sich dabei handelt. Leider ist die Reihe mit diesen 5 kurzen Büchern noch nicht vollständig, darauf habe ich nicht geachtet als ich begonnen habe. Jetzt muss ich leider auf den nächsten Teil warten, was ich nicht so gerne machen, vor allem weil es sich hier anfühlt als würde man mitten in einem Buch plötzlich aufhören zu lesen und nicht mehr weitermachen.

A Million Holes Poked In The Soul (Teil 1, Teil 2 und Teil 3) – FanFiction von mykelara
Ich lese immer wieder FanFictions zwischendurch und erwähne diese normalerweise hier nicht extra. Die oben genannte Geschichte, die insgesamt aus 3 Teilen besteht, umfasst aber insgesamt 378.118 Wörter. Das Internet gab mir nach einer kurzen Recherche die Info, dass auf einer Buchseite normalerweise so 250 – 280 Wörter zu finden sind. Rechne ich mit 280 Wörtern pro Seite dann würde diese Geschichte 1.350 Seiten umfassen. Aufgrund dessen, dachte ich mir, dass es hier durchaus auch die Berechtigung hat sich in meinen gelesenen Bücher einzureihen.
Aber nun zur Geschichte selbst. Es handelt sich hier um eine FanFiction zur Serie Broadchurch (Hier geht es zu meinem Beitrag zu dieser Serie) und behandelt vor allem die Zeit vor der eigentlich Serie und dem Fall, der in Staffel 2 dann erneut aufgegriffen wird.
Ich war auf jeden Fall sehr gefesselt von dieser Geschichte und konnte gar nicht mehr aufhören zu lesen, kann sie also allen FanFiction Lesern nur wärmstens empfehlen. Die ersten beiden Staffeln von Broadchurch sollte man aber auf jeden Fall schon gesehen haben, nicht weil es für das Lesen der Geschichte wichtig wäre, sondern weil man aus der Serie hier einiges erfährt, was man beim ersten Ansehen besser noch nicht weiß, um die Spannung aufrecht zu erhalten.

Verblendung von Stieg Larsson
Nachdem mir von vielen Freunden empfohlen wurde die Millenium Trilogie von Larsson zu lesen habe ich mich endlich dazu durch gerungen.  Ich hatte mich inhaltlich nicht über die Bücher informiert und habe mit der falschen Vermutung angefangen zu lesen, dass die drei Bücher auch inhaltlich zusammenhängen (also den gleichen Fall bearbeiten). Mit diesen Gedanken hab ich dieses Buch gelesen bis zu dem Punkt als der Fall plötzlich geklärt war, da wurde mir klar, dass meine Vermutung falsch war.
Ich fand das Buch sehr spannend zu lesen, aber die Anfangsphase bis es mit dem eigentlichen Fall los gegangen ist dauerte mir etwas zu lang. Die ersten 150 Seiten fand ich doch etwas mühsam und ich denke hier wäre auch eine kürzere Fassung möglich gewesen. Auch das Ende war mir wieder etwas zu lang und zu detailliert.  Im Gegenzug dazu ging mir die plötzlich Enthüllung des Harriet Vanger Falles viel zu schnell. Zuerst noch schien alles unklar und verworren und plötzlich war ein Serienmörder gefunden und Mikael in Lebensgefahr. Diese Stelle umfasste etwa 10 Seiten im Buch und war aber doch eigentlich der eigentliche Kern der Geschichte.
Alles in allem war es auf jeden Fall ein Lesevergnügen, nur den Anfang und das Ende hätte man etwas kürzen können.

Verdammnis von Stieg Larsson
Nach Verblendung habe ich unmittelbar mit Verdammnis angefangen, weil ich die Charaktere der Geschichte schon sehr sympathisch fand und wissen wollte, wie es weiter ging. Eine neue Story wurde eingeführt und trotzdem merkte ich beim Lesen von Teil 2, dass die Bücher doch sehr zusammenhängen. Teil 2 zu lesen ohne Teil 1 zu kennen macht hier wenig Sinn. Ich fand Verdammnis allem im allem eine Spur spannender als Verblendung, weil es für mich keinen größeren Part gab an dem ich das Gefühl hatte es könnte schneller gehen. Die Langatmigkeit von Teil 1 gab es hier nicht. Zuerst wird „nur“ die Geschichten des Mädchenhandels beleuchtet, mit einem Doppelmord bekommt die Story dann noch zusätzlich Schwung und behält die rasante Fahrt bis zum Ende aufrecht. Das Buch endet grundsätzlich mit einem Cliffhanger, da man jedoch weiß, dass es noch einen dritten Teil gibt und wenn man dessen inhaltliche Beschreibung kennt, dann weiß man, dass hier am Ende die wichtigen Personen nicht sterben.
Ich habe keine Minute bereut, die ich an den beiden Büchern gelesen habe, wollte eigentlich dann auch gleich mit Teil 3 fortsetzen hab es aber nur bis knapp Seite 50 geschafft. Bis dorthin war mir alles wieder etwas zu langatmig und ich habe daher Teil 3 erstmal zur Seite gelegt, lesen werde ich ihn irgendwann aber auf Jeden Fall.

Der Angstmacher von Noah Fitz
Seit ich die ersten drei Teile mit Doktor Hornoff gelesen habe, warte ich mit Spannung auf Teil 4 und ich musste daher sofort zuschlagen, als der Angstmacher Ende Februar veröffentlicht wurde.
Nachdem der Doktor in Teil 3 ein wenig von seiner Liebenswürdigkeit verloren hatte, war dieses Mal alles wieder da und ich habe ihn sofort wieder ins Herz geschlossen. Seine Macken und Phobien machen ihn so unglaublich liebenswert, weil er sich so normal anfühlt trotz seiner hohen Intelligenz, die übrigens überhaupt nicht überheblich rüber kommt.
Es gab wieder zwei Erzählstränge in der Ich-Form, die vom Doktor und vom Angstmacher. Ich liebe die Ich-Form und finde man kann sich so viel besser in die einzelnen Figuren einfinden. Etwas schade fand ich, dass bei den Kapiteln der Opfer auf die Ich-Form verzichtet wurde. Dieser Wechsel zwischen Ich und Erzähl-Form war für mich anfangs etwas irritierend. Auf Nachfrage beim Autor warum hier nicht die Ich-Form verwendet wurde, bekam ich als Antwort, dass eine dritte Ich-Form zu viel für den Leser gewesen wäre. Mir persönlich wäre es lieber gewesen, aber an der Spannung hat das nichts geändert.
Die Geschichte behandelt eine sehr ernste Thematik. Die Beweggründe des Angstmachers werden in kleinen Portionen recht anschaulich erklärt und am Ende habe ich sogar Verständnis empfunden für ihn und Mitleid für das was ihm widerfahren ist. Auch die Tatsache, dass ich mir recht früh schon sicher war, wer denn der Täter sein würde, hat nichts an der Spannung zerstört, weil die eigentliche Hauptfrage immer das Warum war und weniger das Wer.
Ich kann das Buch nur empfehlen. Man kann es sicherlich auch lesen ohne die ersten drei Teile zu kennen, aber generell würde ich eher empfehlen auch die anderen Teile vorher zu lesen.

Viereinhalb Minuten von Kathrin Hövekamp
Nach dem Angstmacher brauchte ich eine Thriller Pause. Das Buch hat mich gedanklich sehr gefangen, da konnte und wollte ich nicht gleich den nächsten Thriller nachjagen. Daher habe ich auf meinem eReader gestöbert und bin eben auf dieses Buch gestoßen.
Es geht in dem Buch um die zweieiigen Zwillingsschwestern Flo und Lu. Nur viereinhalb Minuten liegen zwischen ihrer Geburt jedoch Welten zwischen den Persönlichkeiten der beiden, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Jeder der beiden lebt sein Leben, verkehrt in seinen eigenen Kreisen und sie halten sich grundsätzlich voneinander fern, bis die beiden Kreise dann aufgrund von einem Schulprojekt gezwungen sind zusammen zu arbeiten. Die gemeinsame Arbeit und die daraus entstandenen Probleme wecken in beiden Schwestern Erinnerungen an die Kindheit und daran, dass es eigentlich mal eine Zeit gab, wo sie alles zusammen gemacht haben.
Das Buch war genau der richtige Ausgleich zu den doch sehr düsteren Thrillern und ich empfand es als nette Abwechslung für zwischendurch. Die Geschichte ist nett erzählt und man kann sich auch die Charaktere gut einfinden. Das typische Happy End, wie es in vielen Geschichten einfach sein muss, gab es auch hier, aber das war auch gut so, alles andere hätte das gute Gefühl, dass am Ende des Buches aufgekommen ist, einfach zerstört.

Wie sehr willst du leben (Howard Caspar #1) von Andrew Holland
Nach der Abwechslung von oben bin ich dann gleich zurück zu meinem eigentlichen Genre gewechselt. Der neue aus der Howard Casper Reihe war im März überall in meiner Facebook Timeline und die Leute schienen scharenweise darauf gewartet zu haben. Da ich Reihen ja besonders liebe und ich diese aber nur in der Reihenfolge lese, musste die hoch gepriesene Neuerscheinung noch warten und ich begann mit Teil 1 zu lesen.
Schauplatz der Howard Casper Reihe ist die USA und Casper selbst ist Agent beim FBI und arbeite in Teil 1 an der Geschichte, der sogenannten „Missing Twins“. Schon mehrere Zwillingspärchen wurden entführt und während das Mädchen bisher immer getötet wurde, wurde der Junge wieder freigelassen und überlebte. Die Geschichte beginnt an dem Punkt als wieder ein verschwundener Junge gefunden wird. Casper und sein Team arbeiten fieberhaft daran den Täter zu finden, bevor dieser erneut zuschlagen kann.
Ich hatte das Buch in nur wenigen Tagen gelesen, weil ich es beinahe nicht mehr aus der Hand legen konnte. Alles rund um die Ermittlungen ist in der Erzählform verfasst. Neben dieser Sichtweise gibt es auch noch die in Ich-Form geschriebenen Kapitel des Mörders. Manche Stellen aus Mördersicht waren beinahe schwer zu ertragen beim Lesen. Wenn ich beim Lesen eines Buches die Augen schließe, um die schrecklichen Bilder nicht sehen zu müssen, dann war die Geschichte toll erzählt, weil es die Bilder direkt in meinen Kopf übertragen hat. Solche Stellen gab es in dieser Geschichte einiges. Ich kann dieses Buch sehr empfehlen, möchte aber auch warnen, dass manches auch schwer zu ertragen war beim Lesen, einerseits weil es hier um Kinder ging und weil die Taten des Mörders sehr anschaulich beschrieben wurden.

Wovon träumst du? (Howard Caspar #2) von Andrew Holland
Nachdem Teil 1 total spannend geendet hat, mit einer Geschichte aus der Vergangenheit von Howard Casper, konnte ich nicht anders als gleich mit Teil 2 fortzusetzen.
In diesem Teil versucht das Team einen Frauenmörder zu finden, die Besonderheit an diesem Fall jedoch ist die Verbindung zu Howard Caspers Vergangenheit. Die toten Frauen halten immer einen persönlichen Gegenstand des Ermittlers in den Händen mit einer Botschaft von „seinem alten Freund“. Dieser alte Freund hatte vor 5 Jahren Howard Caspers Ehefrau und dessen ungeborenen Sohn getötet. Er wurde daraufhin nie gefasst und verschwand von der Bildfläche. Jetzt 5 Jahre später scheint er wieder zurück zu sein und hat es scheinbar auf junge Frauen abgesehen.
Wie auch in Teil 1 gab es wieder die zwei Erzählstränge. Einerseits die Ermittlungen und das Team rund um Howard Casper und die Seite des Mörders in der Ich-Form verfasst. Und für die Leser mischte sich dann auch noch die Sichtweise des „alten Freundes“ mit in die Geschichte. Auch hier wieder, wie auch in Teil 1 waren einige Stellen schwer zu lesen bzw. schwer zu ertragen, aber auch hier galt wieder, dass ich einfach nicht mehr aufhören konnte, weil mich die Geschichte wirklich gefesselt hat.
Furchtbar gestört haben mich jedoch in diesem Teil, die unglaublichen vielen Fehler. Ich bin nicht der Typ, der jeden Fall in Büchern findet und sich furchtbar daran stört, aber hier war es sogar mir zu viel. Neben Rechtschreibfehler gab es vor allem auch ganz furchtbare Satzbaufehler bzw. einfach unvollständige Sätze. Im Lesefluss störte mich das oft sehr, weil man oft wirklich die Sätze zuerst in Gedanken korrigieren musste, damit man sie auch korrekt für die Geschichte lesen konnte.

Lass uns spielen (Howard Casper #3) von Andrew Holland
Nachdem in Teil 2 der alte Freund von Howard Casper noch nicht gefunden wurde, und Teil 2 vor allem auch in einem sehr beunruhigenden Cliffhanger geendet hat, musste ich einfach gleich mit dem nächsten (ganz neu veröffentlichten) Teil 3 fortsetzen. Dieser Teil widmet sich voll und ganz dem „alten Freund“ von Casper. Howard Casper erhält ein anonymes Päckchen, indem sich ein Handy befindet. Über dieses Handy kommuniziert der „alte Freund“ mit Howard Casper und fordert ihn zu einem tödlichen Spiel heraus. Nachdem eine alte Bekannte von Casper entführt und letztlich getötet wird, entscheidet Casper, dass er sich auf das psychopathische Spiel des Mörders einlässt und begibt sich auf einen Alleingang und einen Wettlauf gegen die Zeit.
Zurückhaltung und Schonung der Leser kennt Andrew Holland in seinen Büchern nicht. Keiner der Charaktere, egal wie lieb man sie inzwischen gewonnen hat, ist hier sicher und Andrew Holland scheut auch nicht davor zurück wichtige Personen sterben zu lassen. (mehr will ich nicht verraten). Obwohl Teil 1 und 2 schon spitzenklasse waren, hat Teil 3 noch nachgelegt und war für mich das bisher beste Buch aus der Reihe. Und die Geschichte geht noch weiter, das zeigt das Ende dieses Buches.
Die Sache mit den vielen Fehlern hat sich zum Glück in diesem Teil nicht fortgesetzt.

 

Erst beim Schreiben dieses Beitrages wurde mir bewusst, dass ich ganz schön viel im ersten Quartal dieses Jahres 2017 bereits gelesen habe. Und ganz besonders freut es mich, dass es eigentlich durchwegs sehr gute Bücher waren. Ob ich bei der Anzahl der Bücher in Quartal 2 mithalten kann glaube ich eher nicht, aber ich hoffe, dass ich bei der Auswahl der Bücher auch in den kommenden Monaten wieder so ein gutes Händchen habe.

Lesegesamtübersicht 2016

Ich habe ein Konto auf Goodreads – nicht um mich dort mit anderen auszutauschen, sondern um irgendwo meine gelesenen Bücher zu sammeln. Ich würde sonst die Lesereihenfolge irgendwann nicht mehr wissen und auch die Bewertungen unmittelbar nach dem Lesen sind für mich wichtig.

Dort gibt es auch eine kurze Zusammenfassung der gelesenen Bücher im Jahr 2016:

  • Ich habe insgesamt 30 Bücher im Jahr 2016 gelesen, das ist das doppelte als ich mir vorgenommen hatte. Diese Zahl freut mich. Ich bin froh wieder mehr zu lesen und merke, dass es mir auch wieder unglaublich viel Spaß macht. Möchte das auf jeden Fall beibehalten.
  • Die 30 Bücher umfassten 12.071 Seiten. Das macht im Durchschnitt 402 Seiten pro Buch, das ist ein guter Schnitt.
  • Das längste Buch, dass ich 2016 gelesen habe war Illuminati von Dan Brown.
  • Das kürzeste Buch war Eisiger Tod: Wegners erste Fälle von Thomas Herzberg.

Die bei Goodreads vergebenen Sterne verteilen sich folgendermaßen:

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  • Ein ganzes halbes Jahr – Jojo Moyes
  • Der Augensammler – Sebastian Fitzek
  • Die Erinnerung so kalt – Alexander Hartung
  • Mörderische Pläne – Noah Fitz
  • Erebos – Ursula Poznanski
  • Nicht ihre Schuld – Noah Fitz

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  • Passagier 23 – Sebastian Fitzek
  • Der Seelenretter – Noah Fitz
  • Eine handvoll Worte – Jojo Moyes
  • Und Gott sprach: Du musst mir helfen – Hans Rath
  • Wo ist Emma – Steena Holmes
  • Morgen kommt ein neuer Himmel – Lori Nelson Spielman
  • Vor deinem Grab – Alexander Hartung
  • Weit weg und ganz nah – Jojo Moyes
  • Kokon – Noah Fitz
  • Wenn alle Hoffnung vergangen – Alexander Hartung
  • Bis alle Schuld beglichen – Alexander Hartung
  • Bedenke, was du tust – Elizabeth George
  • Eisiger Tod: Wegners erste Fälle – Thomas Herzberg

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  • Der Hahn ist tot – Ingrid Noll
  • Ein ganz neues Leben – Jojo Moyes
  • Manchmal ist der Teufel auch nur ein Mensch – Hans Rath
  • Der Lebkuchenmann – J.A. Konrath
  • Illuminati – Dan Brown
  • Dreizehn Stunden – Deon Meyer

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  • Als ich dich fand – Catherine Ryan Hyde
  • Wo die toten Kinder leben – Roxann Hill
  • Und nie sollst du vergessen sein – Jörg Böhm
  • Der Puppennäher – Noah Fitz

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  • Die Minnesota-Verschwörung – Roger Stelljes

Am besten in Erinnerung geblieben und am längsten nachdenken lassen hat mich 2016 Der Augensammler von Sebastian Fitzek. Die Jan Tommen Reihe von Alexander Hartung hat mich am meisten gefesselt, da freue ich mich besonders auf den nächsten Teil 2017.

Mein Leseresümee im Jahr 2016 (Teil 4)

Hier kommt der vierte und letzte Teil meiner Lesezusammenfassung für 2016. Wer Interesse an den ersten drei Teilen hat findet diese HIER (Teil 1), HIER (Teil 2) und HIER (Teil 3).

Wie immer gibt es die Bücher in Lesereihenfolge und nur abgeschlossene Bücher werden erwähnt. Es waren dieses Mal nicht mehr ganz so viel. Der Arbeitsstress hat mich etwas am Lesen gehindert. Das derzeit begonnene Buch kommt dann in die nächste Zusammenfassung dazu.

Der Augensammler von Sebastian Fitzek
Nach der Enttäuschung des letzten Krimis (siehe Teil 3 der Zusammenfassung) brauchte ich mal wieder ein Buch, wo ich mich auf Spannung eigentlich fast verlassen konnte. Daher hatte ich mich für einen Fitzek entschieden und nun endlich den Augensammler gelesen, der schon lange auf meiner Liste steht.
Worum geht es: Ein verrückter Serienmörder ist unterwegs. Er hat es immer auf Familien abgesehen. Tötet die Mutter, entführt das Kind und gibt dem Vater dann 45 Stunden Zeit sein Kind zu finden bevor es in seinem Versteck stirbt. Die Ermittler tappen im Dunkeln und es gibt keinerlei Hinweise, bis eine mysteriöse Zeugin auftaucht, die behauptet durch Berührungen die Vergangenheit von Menschen zu sehen und sie sagt sie habe den Augensammler berührt.
Meine Ahnung, dass mich ein Fitzek nicht enttäuscht wurde erneut bestätigt. Das Buch war an Spannung kaum zu überbieten und ich habe es in wenigen Tagen verschlungen. Unglaublich spannend fand ich schon mal den Aufbau des Buches. Es beginnt mit dem letzten Kapitel und endet bei Kapitel 1. Das habe ich bisher noch nie gesehen und am Anfang fragt man sich noch, wie das alles einen Sinn ergeben soll und am Ende kommt es mit einer plötzlichen Erkenntnis, die einen beinahe schmerzt. Ich möchte hier gar nicht zu viel schreiben, weil ich einfach nichts verraten möchte, das Buch muss man unbedingt Spoiler-Frei lesen, damit die Spannung auch wirklich aufkommt. Als ich fertig war, habe ich erstmal eine Lesepause eingelegt. Ich konnte nach diesem Buch nicht sofort mit dem nächsten beginnen, sondern musste die Geschichte erstmal nachwirken lassen.
Von mir gibt es auf jeden Fall eine absolute Leseempfehlung und ich habe noch einige Fitzek bei mir rumliegen und freue mich schon darauf den nächsten zu lesen.

Klara bzw. Der Puppennäher von Noah Fitz
Ich habe das Buch nun unter dem Titel „Klara“ gekauft. Kurz darauf wurde es vom Autor umbenannt in „Der Puppennäher“.
Kurz zum Inhalt: Das kleine Mädchen Klara verschwindet spurlos und es wird von einer Entführung ausgegangen. Schnell ist auch ein möglicher Täter gefasst, aber von Klara fehlt jede Spur. Mike Wedekind macht sich auf die Suche nach dem Mädchen. Er wird dabei von einer Psychologin unterstützt, die auch ein dunkles Geheimnis in sich trägt.
Nachdem ich bisher alles von Noah Fitz, das ich schon gelesen habe, unglaublich toll fand, war es für mich ein Muss den neuen Wedekind Thriller zu lesen. Leider war ich dieses mal sehr enttäuscht. Es war mir einerseits zuviel und andererseits zu wenig. Es passierte zu viel in der Geschichte, zu viele Menschen sind plötzlich aufgetaucht und haben irgendwie eine Rolle in der Geschichte gespielt. Alles wurde verworrener und noch komplizierter und es wirkte alles sehr konstruiert und für mich einfach ein bisschen zu viele Ideen in ein Buch verpackt. Auf der anderen Seite war es mir von allem zu wenig. Die eigentliche Geschichte rund um das entführte Mädchen Klara rückte teilweise so weit in den Hintergrund, dass ich beinahe vergessen habe, worum es eigentlich in dem Buch geht. Für mich war es das bisher schlechteste Buch, dass ich von Fitz gelesen habe. Ich habe noch ein paar von seinen Werken ungelesen rumliegen, werde mich auch bestimmt mal daran setzen, aber nach dieser eher schwachen Geschichte brauchte ich mal eine Fitz Pause.

Die Minnesota-Verschwörung von Roger Stelljes
Auf meiner immer währenden Suche nach neuen Krimi bzw. Thriller Reihen, bin ich auf die McRyan-Reihe von Roger Stelljes gestoßen und habe mir gedacht, ich gebe ihr eine Chance.
Kurz zum Inhalt: Ein Serienmörder treibt in der Stadt St. Paul sein Unwesen und hat bereits fünf Frauen auf dem Gewissen. Als es dann zusätzlich dazu noch zu einem Mord an einer bekannten Journalistin kommt, gerät das Police Department unter Druck. Michael McRyan bekommt den Fall der ermordeten Journalistin und den Auftrag, diesen so rasch als möglich zu klären und er gerät dabei in eine gefährliche Ermittlung und der Erkenntnis, dass nichts so ist wie es scheint.
Die Inhaltsangabe klang wirklich spannend und die Geschichte an sich wäre es wohl auch gewesen, nur leider war es echt schlecht umgesetzt. Ich denke in etwa 60-70% von dem Buch hätte man streichen können und es wäre immer noch die gleiche Geschichte übrig geblieben. Viel zu viele Details, die man einfach nicht wissen muss und die das Buch nur unnötig in die Länge ziehe und das Lesen langweilig machen. Nur so als Beispielszene: Abendessen von 2 Personen. Es wurde detailliert erklärt, wer was zu Trinken bestellt und welches Essen bestellt wird, wann jemand trinkt und einen Schluck isst. Die Konversationen, die eigentlich das wichtige dabei wären, rückten dadurch völlig in den Hintergrund. Für mich wirkte das gesamte Buch mehr wie ein Drehbuch, das detailliert beschreibt was als nächste passieren muss und was zu sehen sein muss, aber nicht wie ein Thriller der Spannung aufbauen soll. Zusätzlich zu den detaillierten Ablaufbeschreibungen gab es auch noch zahlreiche Verdopplungen. So erzählte zuerst McRyan was er herausgefunden hatte, nur um in der nächsten Szene, dann das gleiche aus der Sicht des Killers erneut zu lesen und bestätigt zu bekommen, dass der Cop mit allem Recht hatte. So etwas ist nicht nötig. Am Ende habe ich viele Seiten davon nur noch überflogen.
Ein erneuter Leseflop diese Jahr. Ich werde den zweiten Teil bestimmt nicht lesen, die Zeit spar ich mir für etwas Besseres.

Eisiger Tod: Wegners erste Fälle (1. Teil): Hamburg Krimi von Thomas Herzberg
Amazon hat mal wieder ein Buch verschenkt und so bin ich auf diesen Krimi gestoßen. Eigentlich hatte ich nicht vor das Buch sofort zu lesen, sondern wollte es mir einfach nur mal auf meinen Reader laden, aber nach der Enttäuschung des vorher erwähnten Buches, konnte es schlimmer ja kaum noch werden, daher habe ich mich doch gleich dazu durchgerungen.
Worum gehts: Der Polizist Manfred Wegner bekommt einen Posten bei der Mordkommission. Dort trifft er auf seinen wirklich übel gelaunten und unfreundlichen Chef, der ihn ständig Kaffee holen schickt und ihn alte Akten sortieren lässt. Der Job scheint von Langeweile geprägt, bis die Leiche eines alten Mannes auftaucht und dann kurz darauf noch eine ganze Familie getötet wird. Plötzlich ist es vorbei mit der Langeweile und der Job beginnt.
Ich denke gekauft hätte ich mir das Buch nicht, da mich weder die Inhaltsangabe noch das Buchcover besonders angesprochen hat, aber letztlich wurde ich eines besseren belehrt. Das Buch war recht kurzweilig zu lesen und die Charaktere von Manfred Wegner und seinem Chef Gerd Kallsen habe ich recht schnell ins Herz geschlossen. Die einzigartige Partnerschaft der beiden und der besondere Umgang miteinander macht echt Laune auf mehr. Auch die Geschichte rund um die Morde war spannend. Als Leser wusste man genau was passiert war, kannte auch den Mörder, war dem Ermittlern also voraus, aber es war spannend wie sich alles zusammen gefügt hat. Mit unter 200 Seiten war es ein recht kurzes Buch, aber für diese Geschichte war die Länge genau richtig. Es muss nicht immer alles unnötig in die Länge gezogen werden.
Diese Buch habe ich ohne Erwartungen gestartet und habe es recht zufrieden geschlossen. Ich werde ziemlich sicher noch weitere Fälle mit Manfred Wegner lesen.

Wo ist Emma von Steena Holmes
Noch ein geschenktes Buch von Amazon. Nachdem es beim letzten so gut geklappt hat, habe ich mich gleich an das nächste herangewagt.
Zum Inhalt: Megan ist Hausfrau und Mutter von drei kleinen Mädchen. Ihre Welt gerät aus den Fugen, als Emma, die Jüngste, an ihrem dritten Geburtstag spurlos verschwindet. 2 Jahre später geht die Geschichte weiter und beschreibt die Bemühungen die Megan unternommen hat und immer noch unternimmt, um Emma zu finden. Leider merkt Megan nicht, wie der Rest ihrer Familie langsam Stück für Stück zerbricht. Zur gleichen Zeit lernt man Jack und Dottie kennen und deren Enkeltochter Emmie. Jack fängt an die große Fürsorglichkeit von Dottie gegenüber Emmie zu hinterfragen und vermutet das Dottie ein Geheimnis hat. Die Welten von Jack und Megan kreuzen sich auf einem Jahrmarkt, wo Megan zufällig ein Foto von einem kleinen Mädchen an der Hand ihres Großvaters knipst.
Ohne große Erwartungen habe ich begonnen das Buch zu lesen und war anfangs auch gleich ein wenig enttäuscht. Die Entführung der kleinen Emma ging mir persönlich viel zu schnell und war viel zu emotionslos geschrieben. Während die Mutter telefonierte, man hatte das Gefühl, das Gespräch dauerte nur wenige Sekunden, verschwand die kleine Emma einfach so. An dieser Szene hat mir eindeutig etwas gefehlt, das ging mir zu schnell. Aber von so etwas lasse ich mich selten abbringen auch noch den Rest zu lesen und ich bin froh es getan zu haben. Die Geschichte hat sich echt entwickelt. Das Gefühlschaos von Megan war für mich sehr gut beschrieben, die Art und Weise, wie sie ihr Leben lebte und sich von allem was nicht ihre kleine Emma betraf abschottete. Die Art und Weise, wie sie gleichzeitig übersah, dass der Rest ihrer Familie, die die noch da waren, auch eine Tochter bzw. eine Schwester verloren hatten und stückchenweise nun auch Ehefrau und Mutter verloren. Auch der zweite Handlungsstrang rund um Jack und die kleine Emmie war toll geschrieben. Das Ende an sich war wenig überraschend. Als Leser vermutete man eigentlich die ganze Zeit, dass die verschwundene Emma und die kleine Emmie das gleiche Mädchen ist.
Von mir gibt es hierzu eine Leseempfehlung. Wo ist Emma gehört sicherlich nicht zu den spannendsten Büchern, weil vieles vorhersehbar ist, aber trotzdem ist es eine tolle Geschichte für zwischendurch.

Das war der letzte Teil für 2016. Ich werde demnächst noch eine Zusammenschau aller gelesenen Bücher 2016 machen. Und freue mich auf das neue Jahr und viele neue spannende Bücher. Für Tipps bin ich immer offen. 

 

Mein Leseresümee im Jahr 2016 (Teil 3)

Einiges an Zeit ist vergangen seit meiner letzten Lesezusammenfassung. Da ich inzwischen aber doch schon wieder einige Bücher gelesen habe, folgt nun Teil 3 meines Resümees von 2016. Wer Interesse an den ersten beiden Teilen hat klickt bitte HIER (Teil 1) und HIER (Teil 2).

Wie auch bei den ersten beiden Malen sind die Bücher wieder in Lesereihenfolge aufgelistet.

Der Seelenretter von Noah Fitz
Nach den ersten beiden Teilen musste ich natürlich gleich mit Teil 3 von der Dr. Johannes Hornoff Reihe fortsetzen. Worum gehts: Ein Mann dringt nachts in Häuser ein. In diesen Häusern ist immer eine Mutter mit zwei Kindern alleine. Der Mann überrascht die Mutter im Schlaf und fordert von ihr sich für eines ihrer Kinder zu entscheiden, wenn sie es nicht tut sterben beide. Letztlich wird nie jemand verletzt. Viele Male hat der Mann eingebrochen und den Frauen dadurch eine Lektion gelernt bis eines Abends dann die Sache total schief läuft und ein Kind tatsächlich stirbt. Von da an kann sich der Täter kaum noch unter Kontrolle halten und findet vor allem dadurch die List am töten. Dr. Johannes Hornoff wird wie auch bei den anderen Fällen zur Unterstützung gerufen.
Wie auch die beiden anderen Fälle fand ich auch diesen wieder sehr gut. Die Geschichte wird aus der Perspektive von Dr. Hornoff und vom Täter selbst erzählt. Vor allem die Sicht des Täters war oft schon sehr eingehend beschrieben und bescherrte mir immer wieder Gänsehaut. Etwas Probleme hatte ich in diesem Teil mit Dr. Hotnoff. In den ersten beiden Teilen ist er mir ans Herz gewachsen, vor allrm auch durch seine unkonventionelle Art an Dinge heran zu gehen und auch mal Fehler zu machen. Aber in Teil 3 hat er mir teilweise schon etwas zu sehr über die Stränge geschlagen. Nagehende Gewaltausbrüche gab es auch in den ersten beiden Teilen aber dieses Mal war es mir ein bisschen zu viel und ich fand einfach, dass es nicht mehr ganz der selbe Doktor war qie in den ersten beiden Teilen. Von daher war dieser Teil für mich der „schlechteste“ von den Dreien. Ich hoffe auf jeden Fall auf weitere Teile und dann wieder auf einen Dr. Hornoff, der wieder etwas mehr er selbst ist.

Als ich dich fand von Catherine Ryan Hyde
Wieder mal hat Amazon ein Buch verschenkt. Dieses Mal konnte man aus, ich glaub 15, vorgeschlagenen Büchern eines auswählen und ich entschied moch für oben genanntes, weil mich die Inhaltsangabe neugierig gemacht hat. Nathan McCann findet ein Neugeborenes im Wald. Zuerst denkt er es ist tot, aber das Baby lebt und er bringt es gleich ins Krankenhaus. Die Polizei hatte die Mutter schnell gefunden und verurteilt. Das Baby schaffte den Kampf und überlebte und wurde zu seiner Großmutter gebracht, die gab dem Baby den Namen seines Retters. Die Großmutter wollte jedoch nicht, dass es Kontakt zwischen Nathan und dem Kind gibt. Nathan musste dies akzeptieren und bat die Großmutter nur um eine Sache, und zwar dass er das Kind eines Tages mal kennen lernen dürfe. Die Großmutter versprach dies zu tun. Viele Jahre vergingen und Nathan war sich sicher, dass die Frau ihr versprechen nicht einhalten würde, bis der Junge eines Tages mit einem Koffer in der Hand  vor der Tür stand.
Ich versprach mir einiges von der Geschichte, war aber schwer enttäuscht. Ich habe mich das ganze Buch über damit gequält. Habe mich durchgekämpft weil ich gehofft hatte, dass es irgendwann doch noch besser werden würde, aber es kam nichts mehr bis zum Schluss. Die Charaktere waren für mich alle irgendwie unecht. Die Art wie das Buch geschrieben war, war für mich emotionslos. Wenn ich lese möchte ich etwas fühlen, die Gefühle miterleben. Trauer, Freude, Angst oder was auch immer, aber hier habe ich nichts gefühlt, es waren einfach nur Worte, die sich zu einer Aneinanderreihung von Geschehnisse zusammen gefügt haben. Mein erstes wirklich schlechtes Buch dieses Jahr.

Erebos von Ursula Poznanski
Eigentlich ein Jugendbuch, habe ich mich von Bekannten währende dem aufkommenden Hype rund um Pokemon Go dazu überreden lassen das Buch zu lesen.
An einer Schule verändern sich die Jugendlichen ganz plötzlich. Es gibt Geheimnisse über die keiner spricht und irgendwie trotzdem die Mehrheit dazu gehört. Nick, die Hauptfigur ist auch neugierig und freut sich als er endlich in den Kreis aufgenommen wird und auch die geheimnisvolle CD enthält. Eine CD, die ein Spiel enthält. Ein Spiel das alle regelrecht in ihren Bann zieht. Die Schülerinnen und Schüler verändern sich, alles dreht sich nur noch um die Welt rund um Erebos, nur das die Welt nicht im Computer allein zu sein scheint, sondern das Spiel plötzlich auch in der Wirklichkeit stattfindet.
Es war ein tolles Buch mit einer sehr faszinierenden Geschichte. Wenn auch die Art des Computerspiels und die realitätstreue, die dabei vermittelt wird, doch von der derzeitigen Spielewahrheit um einiges entfernt ist, war es eine tolle Geschichte, die vor allem soviel mehr als nur die eigentliche Geschichte erzählt. Der Faktor der Anonymität, der auch im realen Internet eine große Rolle spielt und der Hemmungsverlust, den man dadurch erfährt. Die Gruppendynamik unbedingt dazu gehören zu wollen, auf keinen Fall ein Versager zu sein oder Spielverderber. Und das Mobbing-Opfer im realen Leben, dass hinter der Maske der Anonymität plötzlich mächtig wird und sich diesen Status um jeden Preis erhalten möchte. Ich kann die Geschichte nur jedem empfehlen, ich konnte das Buch kaum noch aus der Hand legen.

Wo die toten Kinder leben: Der erste Fall für Steinbach und Wagner von Roxann Hill
Auf der Suche nach einer neuen Krimiserie, einer die bereits mehr als 2 oder 3 Bücher beinhaltet,  bin ich auf die Reihe mit den „Ermittlern“ Steinbach und Wagner gestoßen.
Eine junge Frau begeht auf sehr ungewöhnliche und grausame Art Selbstmord. Weil für die Polizei die Sache klar ist und nicht weiter ermittelt wird, werden der Priester, Paul Wagner, und die Privatdetektivin , Anne Steinbach, beauftragt den Fall näher zu untersuchen. Während der Ermittlungen finden die beiden Informationen von weiteren unerklärlichen Selbstmorden und geraten bei der Suche immer tiefer hinein und bringen sich dabei selbst in Gefahr.
Ich muss gestehen ich war skeptisch als ich begonnen habe das Buch zu lesen. Ein Priester und eine Detektivin als Ermittlerduo ist doch etwas unkonventionell. Aber ich wollte den beiden eine Chance geben und hoffte auch eine positive Überraschung und den Beginn einer wunderbaren neuen Krimiserie für mich. Leider musste ich recht rasch enttäuscht feststellen, dass meine Bedenken berechtigt waren, ich konnte mich mit den beiden Hauptfiguren nicht anfreunden. Und auch sonst fand ich viele Handlungsabläufe einfach unlogisch und auch dumm. Mehrere Male kommen die beiden Hauptfiguren in höchster Gefahr, aber ich habe nie viel gefühlt dabei beim Lesen, das ist das Beste Anzeichen für mich, dass mir die beiden eigentlich egal sind. Eine für mich wenig überzeugende Geschichte. Es wird somit der erste und einzige Wanger/Steinbach Fall für mich bleiben.

Der Lebkuchenmann – Ein Jack Daniels Thriller von J.A. Konrath
Nach dem enttäuschenden Versuch für eine neue Krimiserie, habe ich es als nächstes dann mit der Jack Daniels Reihe versucht.
Jacqueline „Jack“ Daniels Lieutenant hat kein einfaches Privatleben und auch im Job ist es gerade nicht leicht, weil ein Serienmörder sein Unwesen treibt und bereits mehrere verstümmelte Leichen aufgefunden wurden. Gemeinsam mit ihrem Partner und der eher dümmlichen Unterstützung durch das FBI kommt sie den Täter näher, vielleicht etwas zu nahe, weil sie letztlich an der Todesliste an oberster Stelle steht.
Stark angefangen und stark nachgelassen beschreibt das Buch recht gut. Ich war am Anfang wirklich begeistert. Der Mörder präpariert Süßigkeiten mit kleinen Klingen und Angelhaken und übergibt diese an Jack Daniels. In einer beeindruckenden Art und Weise wird dann die Situation beschrieben, dass Daniels und ihr Partner gemeinsam im Auto sitzen und ihr Partner die Tüte Süßigkeiten öffnet, um etwas davon zu essen. Und er isst einen Riegel nach dem anderen und die Spannung, die dabei aufgebaut wurde, die Erwartungshaltung, das gleich etwas passieren wird, hat mich unglaublich fasziniert. Leider hat jedoch ab dieser Szene die Geschichte stark nachgelassen (vielleicht waren aber auch meine Erwartungen an den Rest einfach zu hoch nach der unglaublichen Spannung). Auf jeden Fall hat mich die Geschichte irgendwann gar nicht mehr überzeugt. Die etwas 10 Seiten der oben beschriebenen Szene kann ich sehr empfehlen, das ganze Buch nicht unbedingt. Auch die Jack Daniels Reihe werde ich somit nicht weiter verfolgen.

Der Hahn ist tot von Ingrid Noll
Eine Freundin hat mir 2 Bücher von Ingrid Noll geschenkt und ich hatte mich dafür entschieden, dass eines davon meine Urlaubslektüre im August werden sollte.
Eine 52jährige Single-Frau, die nie eine wirkliche Beziehung oder Liebe gefunden hat, verliebt sich ganz plötzlich. In Ihrem Liebesrausch, von dem der Angebetete im übrigen nichts weiß, spioniert sie ihrem Mann fürs Leben heimlich hinterher. Sie provoziert zufällige Begegnungen und beobachtet ihn heimlich in seinem Haus, bis eines Tages etwas unvorhergesehenes passiert und sie plötzlich zur Komplizin ihres Angebetenen in einem Mord wird. Von diesem Moment an siegt die Unvernunft, die Verliebte oft an den Tag legen, in einem besonderen Ausmaß. Die oben angesprochene Leiche soll nicht die einzige bleiben, die Hauptperson reitet sich immer tiefer in den Schlamassel rein.
Das Buch war ein gutes Mittelmaß. Ich bereue es nicht es gelesen zu haben, werde wahrscheinlich auch das zweite Buch von Ingrid Noll, das ich besitze noch lesen, aber zu hochlobenden Tönen lässt es mich dennoch nicht hinreißen. Das Buch war witzig an vielen Stellen muss man über die Unvernunft und Dummheit der Hauptdarsteller immer wieder schmunzeln. Die Skurrilität der Ereignisse war mir jedoch teilweise etwas hoch. Es ist eine Geschichte, die man auf jeden Fall lesen kann, wirkliche Spannung hat mir jedoch gefehlt.

KOKON von Noah Fitz
Nach den eher schlechten Krimi/Thriller Versuchen und dem skurrilen Buch von Ingrid Noll wollte ich unbedingt mal wieder etwas so richtig spannendes, etwas das einem unter die Haut geht beim Lesen. Da mit Noah Fitz mit der Hornoff-Serie wirklich begeistert hat, habe ich beschlossen auch anderen Bücher von ihm eine Chance zu geben.
Verstümmelte Frauen, tote Schmetterlinge und zwei Mäuse sind die einzigen Spuren, die ein Serienmörder bei seinen Morden hinterlässt. Kommissar Mike Wedekind wird mit dem Fall beauftragt. Der Kommissar tappt im Dunkeln bis plötzlich ein kleiner Junge als Zeuge auftaucht und dann erhält Mike auch noch eine nur für ihn bestimmte persönliche Nachricht. Die Jagd beginnt und führt Mike bis an seine Grenzen.
Nach den letzten eher schwachen Büchern war es genau das, was ich wieder mal gebraucht habe. Die Geschichte war für mich Spannung pur. Mike Wedekind als Kommissar war mir gleich sympathisch und ist mir sofort ans Herz gewachsen. Der gefühlte Ekel, der manchmal aufkam, zeigte mir nur deutlich, wie sehr ich in der Geschichte verschwunden bin. Ein sehr empfehlenswertes Buch, dass ich jedem empfehlen kann, der auch mit Beschreibungen von weniger schönen Szenen umgehen kann. Ich war so froh mal wieder ein Buch gefunden zu haben, dass mich vollkommen begeistert und es war bestimmt nicht mein letztes Buch von Noah Fitz.

Und nie sollst du vergessen sein von Jörg Böhm
Eine Empfehlung, und die immer noch aufrechte Suche nach einer neuen Krimiserie, hat mich dazu veranlasst dieses Buch zu lesen.
Die Hauptkommissarin Emma Hansen kehrt für einen Kurzurlaub in den Ferienort ihrer Jugend zurück und hofft dort Erholung vom stressigen Job zu finden und eine Jugendfreundin zu treffen. Leider ist es mit der Ruhe schnell vorbei, als Emma erfährt, dass ihre Jugendfreundin seit 15 Jahren spurlos verschwunden ist. Als dann auch noch 2 Morde passieren, möchte es Emma genau wissen und ermittelt auf eigene Faust, ob und welchen Zusammenhang es zwischen dem Verschwinden der Freundin und den Morden gibt.
Ein anstrengendes Leseerlebnis, damit lässt sich meine Meinung recht gut zusammenfassen. Die Geschichte war gut und auch spannend und ich wollte letztlich auch wirklich die Auflösung und Entwirrung des Falles wissen, was auch der Hauptgrund war, dass ich das Buch zu Ende gelesen habe (teilweise dann aber auch nur noch überflogen habe). Mit der Art zu Schreiben kam ich jedoch nicht klar. Die gedanklichen Abschweifungen, die ausufernden Beschreibungen was die Figuren gerade denken und tun bzw. was sie in der Vergangenheit getan haben, war für mich einfach zu viel. Richtig genervt war ich von der ständigen Erwähnung des Wetters ganz besonders des Nebels. Etwa aber der Hälfte des Buches habe ich schon die Augen verdreht, wenn es mal wieder ums Wetter ging. Viel zu viele Personen wurden namentlich genannt. Wenn die Hauptperson an eine Sitzung bei ihrer Psychotherapeutin denkt und sich einen schlauen Spruch in Erinnerung ruft, muss ich als Leser nicht wirklich wissen wie diese Person heißt. Für mich war es zu viel drum herum und zu wenig von der eigentlichen Geschichte. Würde man das für die Geschichte unwichtige im Buch entfernen wäre es wahrscheinlich nur noch halb so dick. Ich denke auch von Emma Hansen werde ich zukünftig nicht mehr lesen.

 

Das war wieder meine Liste. Eine Liste wird es zum Abschluss von 2016 noch geben denke ich, mal schauen wie viele Bücher es auf diese abschließende Liste schaffen. Ich freue mich wie immer über Kommentare und auch Leseempfehlungen sind sehr willkommen.

Mein Leseresümee im Jahr 2016 (Teil 2)

Es wird mal wieder Zeit, dass ich ein paar Worte hier in meinem Blog lasse. Da mir aus verschiedensten Gründen das Schreiben grad schwer fällt (obwohl mir viel im Kopf rumschwirrt) hab ich mir gedacht ich lasse einfach mal die nächste Runde von meinem Leseresümee hier. Wer an Teil 1 interessiert ist, der möge bitte HIER klicken.

Ich werde es wie auch beim letzten Mal wieder eher kurz halten und vor allem vom Inhalt auf keinen Fall zu viel verraten. Die Bücher sind in Lesereihenfolge aufgeführt. Genre ist dieses mal wieder ganz eindeutig (da hatte ich in meiner letzten Liste noch mehr Vielfalt). So aber nun los mit meiner Liste:

Dreizehn Stunden von Deon Meyer
Wieder mal ein Buch das ich von Amazon geschenkt bekommen habe. Amazon mach so etwas ja öfter und geschenkt nehm ich ja prinzipiell alles. Ich weiß, dass ich das Buch schon ganz lange in meinem Amazon Konto liegen habe und im Mai war es dann endlich so weit und ich habe es zu Hand genommen. Als ich dann gesehen habe, dass das Buch der zweite Teil einer Reihe ist, war ich unsicher, ob ich es lesen sollte. Ich fange normalerweise doch gerne von vorne an, aber ich hab mir dann einfach gedacht ich versuche es.
Das Buch „spielt“ in Kapstadt, ein Schauplatz der mir völlig neu war. Inspector Benny Griessel ist eine der Hauptfiguren. Eine amerikanische Touristin wird ermordet aufgefunden und eine zweite wird vermisst bzw. von unbekannten Personen gejagt. Als zweiten Handlungsstrang geht es darum, dass eine berühmte Sängerin offenbar ihren Mann ermordet hat. Das am Ende dann doch irgendwie alles zusammen gehört hatte ich schon am Beginn vermutet. Selten geht es in einem Buch um zwei völlig unabhängige Fälle. Die Art und Weise wie es zusammen passt war aber nicht vorhersehbar.
Das Buch hat sich auf jeden Fall gelohnt. Die Geschichte wurde sehr spannend erzählt und zusätzlich wurde auch noch die gesellschaftliche und politische Thematik in Südafrika thematisiert. Etwas schwer getan hab ich mir beim Lesen mit den doch recht schwierigen afrikanischen Namen von Personen, Schauplätzen, Firmenbezeichnungen usw. Ich konnte mir die Orte und Straßenbezeichnungen einfach nicht wirklich merken (teilweise konnte ich sie ja nicht mal aussprechen) daher hat es öfter mal etwas länger gedauert bis ich mitbekommen habe, wo man sich denn nun grad befindet. Trotz allem werde ich mir die Benny Griessel Reihe auf jeden Fall merken und wenn ich mal wieder nach Lesestoff suche, bestimmt auch die anderen Teile lesen.

Vor deinem Grab von Alexander Hartung
Meine letzte Leseliste hat mir „Bis alle Schuld beglichen“ von Alexander Hartung geendet. Und damals hatte ich ja schon geschrieben, dass ich die anderen Jan Tommen Fälle bestimmt noch lesen werde. Und so ist es auch gekommen.
Ein etwas anderer Notruf geht bei der Polizei ein. Ein Mann ruft völlig verstört vom Friedhof an. Er stehe vor einem leeren Grad und auf dem Grabstein ist sein Name zu lesen mit dem morgigen Todestag. Die Polizei rät dem Mann auf die Wache zu kommen, dort kommt er aber nie an. Stattdessen wird er am nächsten Morgen in seinem Grab ermordet aufgefunden. Und es soll nicht der einzige Tote bleiben.
Jan Tommen ermittelt also wieder. Jedoch nicht alleine sondern dieses Mal bekommt er die offizielle Hilfe von den Menschen, die in Staffel 1 noch inoffizielle Helfer waren. Da hätten wir Zoe, die Rechtsmedizinerin, die Abenteuer sucht und bei den Ermittlungen am liebsten mitten drin ist und nicht nur in der Leichenhalle steht. Dann der Hacker Max, der nun offiziell der Polizei hilft, sich dabei aber weniger offizielle Hilfsmittel bedient. Und der Geldeintreiber Chandu, der sich bestens in der Verbrecherwelt auskennt und dort auch noch zahlreiche Kontakte pflegt.
Wie auch Teil 1 schon hat mich auch der zweite Teil begeistert. Die Charaktere sind mir schon ans Herz gewachsen. 4 völlig unterschiedliche Personen, die zusammen aber scheinbar alles schaffen. Eine klare Leseempfehlung von mir.

Wenn alle Hoffnung vergangen von Alexander Hartung
Nach Teil 2 konnte ich einfach nicht mehr anders, und musste gleich nachlegen mit dem nächsten Fall. In diesem Teil wurde der Manager eines Pharma-Unternehmens tot aufgefunden. Man geht anfangs von einem Selbstmord aus, aber es gibt einige Dinge die verwirrend erscheinen. Als dann noch ein Video auftaucht, die deutlich zeigt, dass noch eine zweite Person beteiligt war, geht die Suche nach dem Mörder los. Immer dunkler werden die Geheimnisse rund um das Pharma-Unternehmen und einem speziellen Projekt und immer gefährlicher die Ermittlungen für Jan Tommen und den Rest der Polizei.
Auch hier bleibt mir nichts anderes übrig als eine klare Leseempfehlung auszusprechen. Ich mag es besonders gerne (klingt jetzt etwas eigenartig) wenn auch die Guten mal etwas abkriegen und es nicht immer so glatt läuft (solange alle am Leben bleiben). Und Jan Tommen und sein Team bekommen hier ganz schön was ab. Das Team, welches nach Teil 2 etwas zerrissen wurde, findet nun wieder zueinander und lösen den Fall wie immer gemeinschaftlich. Zusätzlich zu den Fällen gab es auch in diesem Fall wieder zahlreiche Hintergrundinformationen zu den einzelnen Charakteren und die Truppe wächst mir nun schon richtig ans Herz.

Die Erinnerung so kalt von Alexander Hartung
Und weil mir die Truppe so ans Herz gewachsen ist, musste ich natürlich Teil 4 gleich nachlegen.
Eine verbrannte Leiche wird am Brandenburger Tor gefunden. Trotz des öffentlichen Platzes gibt es keine Zeugen. Die Identifizierung der Leiche ist aufgrund des schlechten Zustandes sehr schwierig, gelingt aber letztlich. Tommen und der Rest der Polizei ist sich nach der Identifizierung sicher, dass dies erst der Anfang war und sollte recht behalten. Unter anderem wird es für einen aus dem Ermittlerteam sehr persönlich.
Nach den ersten drei Teilen hätte ich nicht gedacht, dass es noch besser geht, aber dieser Band hat für mich noch einmal etwas drauf gesetzt. Nachdem ich begonnen hatte mit dem Lesen konnte ich nicht mehr aufhören. Jan, Zoe, Max und Chandu habe ich nun endgültig ins Herz geschlossen und die persönliche Note in diesem Fall für einen der vier hat es zu einem besonderen Fall gemacht. Für mich der Beste von den 4 Teilen, leider im Moment auch der letzte. Jetzt heißt es warten auf den nächsten Fall, wenn es dann so weit ich, bin ich auf jeden Fall wieder mit dabei.

Nicht ihre Schuld von Noah Fitz
Nachdem ich die Jan Tommen Reihe vorerst abgeschlossen hatte, habe ich mich nach etwas Neuem umsehen müssen. Zahlreiche Bücher stehen noch auf meiner Leseliste, aber keines davon hat mich gereizt. Ich habe ein paar angefangen zu lesen, aber hab es nicht geschafft dabei zu bleiben. Lag vielleicht daran, dass es sich um keine Krimis oder Thriller handelte und ich aber im Moment dem Genre wieder verfallen bin. Ich hab mich also auf die Suche nach etwas Neuem gemacht und mich vor allem nach Buchreihen umgesehen und bin so auf die Dr. Johannes Hornoff Reihe von Noah Fitz gestoßen (bzw. Amazon hat mich darauf gestoßen).
Schauplatz ist wieder Berlin. 2 Mädchen (Jackie und Michaela) sind schon seit Monaten spurlos verschwunden und die Polizei tappt im Dunkeln. Bis plötzlich ein drittes Mädchen, welches nicht vermisst wurde, tot aufgefunden wird und plötzlich der Fall der verschwundenen Mädchen wieder neuen Auftrieb bekommt. Dr. Johannes Hornoff ist Psychologe, der als Untersützung für diesen Fall von der Polizei zu Rate gezogen wird. Eine besondere Aufgabe für den Doktor, weil bei einem der verschwundenen Mädchen handelt es sich um seine Nichte Michaela.
Das Buch ist in der Ich-Form geschrieben, jedoch aus der Sicht von 2 verschiedenen Personen. Einerseits gibt es die Sicht von Dr. Johannes Hornoff, die einem durch die Ermittlungen leitet und andererseits gibt es die Sicht von Michael, einem der beiden entführten Mädchen, die einem die Situation näher bringt, in der sich die beiden befinden. Ich finde die Ich-Form in Büchern toll, oft ist man dadurch aber in den Handlungssträngen eingeschränkt. Durch die zweite Person konnte hier aber wesentlich mehr und detaillierter erzählt werden. Es kommt auch vor, dass die gleiche Situation von den zwei unterschiedlichen Sichten erzählt wird. Jede Kapitelüberschrift macht deutlich welche Person nun gerade erzählt bzw. erlebt.
Ein tolles Buch, unglaublich spannend erzählt. Tolle Charaktere vor allem Dr. Hornoff habe ich innerhalb kürzester Zeit mit all seinen Marotten und Eigenartigkeiten ins Herz geschlossen.

Mörderische Pläne von Noah Fitz
Nach meinen persönlichen Begeisterungsstürmen nach Teil 1 blieb mir nichts anderes übrig als gleich weiter zu lesen.
Dr. Hornoff bekommt mitten in der Nacht von der Polizei einen Telefonanruf mit der Bitte zu einem verlassenen Haus zu kommen in dem eine Frauenleiche gefunden wurde. Für den ermittelnden Beamten ist die Sache eigentlich klar, er geht von häuslicher Gewalt aus. Von Dr. Hornoff erwartet er sich eigentlich nur die Bestätigung seiner Vermutung. Nachdem der Doktor aber auf dem Weg zum Tatort einen weiteren schwer verletzten Mann findet und dann auch noch im verlassenen Haus neben der toten Frau Spuren auftauchen, dass auch noch ein Kind im Haus war, ist die Theorie von häuslicher Gewalt schnell zerschlagen und die Ermittlungen nehmen volle Fahrt auf.
Wie auch in Teil 1 gibt es hier wieder 2 verschiedenen Handlungsstränge in der Ich-Form erzählt. Einerseits natürlich wieder Dr. Hornoff selbst, der durch die Ermittlungen führt und andererseits erzählt Alexander seine Geschichte. Er ist der Sohn der ermordeten Frau und der Bruder des verschwundenen Mädchens. Für den Leser ist dies von Anfang an klar, die Polizei findet erst viel später in der Geschichte heraus, dass es noch eine weitere Person gibt, die in dem Fall eine Rolle spielt.
Ein großartiger zweiter Teil, der meine Sympathie zu Doktor Hornoff nur noch vergrößert hat. Seine unkonventionelle Art an Dinge heranzugehen, seine Phobien und Eigenartigkeiten zu denen er aber klar steht und seine Fehler und Unzulänglichkeiten machen in einfach sympathisch. Die Ausflüge in das Privatleben des Doktors machen die Geschichten nur noch besser und vor allem in diesem Bereich muss man auch immer wieder schmunzeln, vor allem über seine etwas unkonventionellen Erziehungsmethoden für seinen Sohn.

 

So das war meine Liste. Das gerade begonnene Buch kommt dann wieder in die neue Liste. Nach meiner Schwärmerei für Dr. Hornoff ist es aber nicht schwer zu erraten, dass es sich dabei um Teil 3 der Reihe handelt. Aber darüber dann mehr im nächsten Teil meines Leseresümees. Ich freue mich wie immer über Kommentare und nehme natürlich auch weiterhin gerne Leseempfehlungen entgegen.

Mein Leseresümee im Jahr 2016 (Teil 1)

Seit Weihnachten 2015 lese ich wieder sehr viel. Früher habe ich Bücher verschlungen, dann kam irgendwann der Stress und ich habe aufgehört zu lesen, aber ich habe es immer vermisst. Die Bücher, die ich gerne lesen wollte haben sich in einer Liste gestapelt und es wurde kaum weniger. Irgendwann hab ich gemerkt, dass es ein perfekter Ausgleich zu all dem Stress ist ein gutes Buch zu lesen und vor allem war es ein tolles Gefühl mal wieder Romane, Krimis oder Thriller zu lesen auf jeden Fall keine Sachbücher, davon hab ich im Moment ziemlich die Nase voll.

Anfangs wollte ich eigentlich für jedes Buch hier einen eigenen Beitrag schreiben, aber irgendwie ist im Moment das Schreiben das was zurückstecken muss. Ich schreibe gerne, aber kann mich im Moment kaum durchringen. Es ist anstrengender selbst zu schreiben als zu lesen, daher lese ich im Moment lieber. Trotzdem möchte ich einfach nur eine Übersicht mit ein paar Worten zu jedem Buch da lassen. In der Reihenfolge in der ich gelesen habe.

Passagier 23 von Sebastian Fitzek
Das Buch wurde vor einiger Zeit auf einem der Blogs empfohlen, die ich lese. Ich hatte mir fest vorgenommen den Blog zu erwähnen, leider weiß ich nun nicht mehr wo ich das gelesen habe, aber vielleicht fühlt sich ja jemand angesprochen.
Das Buch an sich fand ich recht spannend. Der Schauplatz Kreuzfahrtschiff hatte an sich schon etwas Besonderes, auch die Hintergrundinformationen rund um Kreuzfahrten fand ich sehr interessant. Ich habe es recht zügig durchgelesen, weil es einem recht fesselt und man kaum aufhören kann. Am Ende blieben für mich ein paar Fragen offen, es hätte noch ein paar Dinge gegeben, die mich interessiert hätten, aber man kann ja selbst am Ende spekulieren.

Bedenke, was du tust von Elizabeth George
Der 19. Inspector Lynley Roman. Seit 20 Jahren bin ich bei dieser Krimiserie nun mit dabei. „Asche zu Asche“ war 1995 der erste der Reihe den ich gelesen habe. Gleich danach habe ich mir die 6 zuvor erschienen Bücher besorgt und verschlungen und seither habe ich mich auf jedes neue Buch in der Reihe gefreut. Ich liebe Thomas Lynley und Barbara Havers. Ich fand nicht jedes Buch genial aber es waren alle toll zu lesen, manche besser manche weniger gut. Bedenke, was du tust, gehört für mich bestimmt nicht zu den Besten der Reihe aber ich fand es trotzdem spannend und vor allem schön mal wieder von meinen so lieb gewonnen Figuren zu lesen. Also wer Krimi-Roman-Serien mag ist damit sicherlich gut bedient. Ich würde aber empfehlen von vorne zu lesen.

Ein ganzes halbes Jahr von Jojo Moyes
Ich lese vorrangig Krimis oder Thriller, daher gehörte dieses Buch eigentlich nicht zu meinen ausgewählten. Als mir dann aber eine Freundin das Buch empfohlen und auch gleich noch geliehen hat, habe ich mich doch dazu entschlossen es zu lesen und ich war keineswegs enttäuscht. Ganz im Gegenteil, für mich war dieses Buch das bisher mit Abstand Beste, dass ich 2016 gelesen habe. Die Geschichte um Will und Lou hat mich gefesselt. Ich habe gelacht und geweint und das Ende, so traurig es war, war für mich das einzig authentische Ende, alles andere hätte für mich die Geschichte verschlechtert. Demnächst kommt der Film zum Buch, ich bin gespannt ob die Geschichte dabei auch so toll rüberkommt.

Morgen kommt ein neuer Himmel von Lori Nelson Spielman
Nach einer erfolgreichen Empfehlung meiner Freundin, habe ich mir auch andere empfehlen lassen, unter anderem eben dieses Buch. Und auch diese Empfehlung war es wert gelesen zu werden. Als Teenager hat man viele Wünsche, so auch die Hauptfigur des Buches. Oft schreibt man diese auch irgendwie auf. Aber wahrscheinlich kommt es eher selten vor, dass 20 Jahre später beim Verlesen des Testamentes der verstorbenen Mutter, genau diese Wünsche wieder zur Sprache kommen. Die Hauptfigur des Buches kommt an das Erbe der Mutter, wenn Sie innerhalb von 12 Monaten alle Wünsche der Liste erfüllt. Die Erfüllung der Wünsche wird dabei von einem Anwalt strengstens bewacht. Die Geschichte ist lustig, spannend und traurig zu gleich und erzählt einem irgendwie auch viel über das Leben und das Erfüllen der eigenen Wünsche. Ich fand es recht spannend wie auch Zufall oder Schicksal öfter mal seine Hand im Spiel hat und sich irgendwie alles aneinander fügt.

Weit weg und ganz nah von Jojo Moyes
Da ich Ein ganzes halbes Jahr von Jojo Moyes so toll fand, wollte ich auch anderen Büchern von ihr eine Chance geben und habe deshalb Weit weg und ganz nah gelesen. Eine alleinerziehende Mutter mit eine hochbegabten Tochter und einem Sohn, der ständig gemobbt wird hatte es noch nie leicht in ihrem Leben, aber alles wird noch komplizierter als sie ihrer Tochter eine Chance geben möchte, sie überraschend an Geld kommt und letztlich auf einem tagelangen Roadtrip mit einem Fremden unterwegs ist. Die Geschichte an sich fand ich teilweise schon recht weit hergeholt aber das Buch ist lustig, traurig und nachdenklich zu gleich. Das auch die Liebe eine Rolle spielen würde war irgendwie vorhersehbar. Ich fand es für zwischendurch eine nette Geschichte.

Manchmal ist der Teufel auch nur ein Mensch von Hans Rath
Nachdem ich letztes Jahr „Und Gott sprach, wir müssen reden“ (ich habe hier darüber geschrieben) gelesen hatte, wusste ich, dass ich auch den zweiten Teil unbedingt lesen möchte und heuer war es endlich so weit. Nachdem Dr. Jakob Jakobi in Teil 1 Gott höchstpersönlich kennen gelernt hatte, war nun der Teufel höchstpersönlich an der Reihe. Das Buch kommt an den ersten Teil nicht heran. Ich fand auch diesen Teil wieder witzig aber der besondere subtile Witz fehlte dieses Mal. Vielleicht lag es auch daran, dass die Idee nicht mehr neu war, im Prinzip wusste man ja was man zu erwarten hat. Ich hab es nicht bereut, dass ich das Buch gelesen habe, ich habe es gerne gelesen und auch recht zügig durch, aber es war nur ein mittelmäßiges Buch.

Eine Handvoll Worte von Jojo Moyes
Nach zweimal Jojo Moyes wollte ich auch einem dritten Buch die Chance geben mich zu begeistern. In der ersten Hälfte des Buches hatte ich immer wieder Schwierigkeiten mit den ständigen Wechsel in den zeitlichen Abläufen. Aber irgendwann habe ich den Dreh rausbekommen und konnte dann auch recht gut zuordnen, wo in der zeitlichen Linie man sich befindet. Und dann nach etwa zwei Drittes des Buches kommt der einfache Satz „Fast vierzig Jahre sollte er nicht wieder auftauchen“ und plötzlich fügt sich alles zusammen was verworren war. Und ab da wird das Buch immer besser, noch mehr unvorhergesehene Dinge passieren, die einen kurzzeitig beim Lesen den Mund offen stehen lassen. Das Durchhalten am Anfang hat sich auf jeden Fall gelohnt. Ein tolles Buch.

Und Gott sprach: Du musst mir helfen! von Hans Rath
Nach den ersten beiden Büchern musste ich natürlich auch den dritten Teil lesen. Dieses Mal trifft Dr. Jakobi erneut Gott höchstpersönlich und bekommt eine besondere Aufgabe. Nachdem es eine recht herausfordernde Aufgabe ist, die Welt zu retten, bekommt Dr. Jakobi Hilfe von einigen zwielichtigen Gestalten. In einer Art Midlife-Crisis schlittert Dr. Jakobi von einem Problem zum nächsten und reitet sich bei jeder versuchten Problemlösung noch tiefer rein. Trotz der teilweise echt irrwitzigen Ideen, oder vielleicht auch gerade deshalb, fand ich diesen Teil wieder besser und ich hab oft wieder herzhaft gelacht und sehr oft wegen der Dummheit der Hauptpersonen, den Kopf geschüttelt. Wer die ersten beiden Teile mochte, wird auch diesen mögen.

Ein ganz neues Leben von Jojo Moyes
Nachdem mich „Ein ganzes halbes Jahr“ absolut gefesselt hatte musste ich natürlich auch die Fortsetzung dazu lesen. Was ist aus Lou geworden, wie geht ihr Leben weiter. Leider war ich von diesen zweiten Teil eher enttäuscht. Als eigenständiges Buch wäre die Geschichte wahrscheinlich recht gut geworden, aber als Fortsetzung erfüllt sie die Erwartungen leider so ganz und gar nicht.

Illuminati von Dan Brown
Amazon hat Illuminati vor einiger Zeit mal in der Kindle Version verschenkt. Damals hatte ich noch keinen Kindle und am iPad wollte ich es nicht lesen. Auch früher hatte ich das Buch bisher noch nie gelesen, irgendwie hat es mich bisher nicht gereizt. Nachdem ich mir aber nun auch einen Kindle Reader zugelegt habe und ich einfach mal ein wenig Abwechslung gebraucht habe, habe ich letztlich doch angefangen Illuminati zu lesen. Am Anfang habe ich mir schwer getan mit dem Buch und musste mich beinahe zwingen nicht aufzugeben sondern weiter durchzuhalten. Viele Schauplatzwechsel und Rückblenden hier und da haben es mir schwierig gemacht. Aber irgendwann hat mich die Spannung erwischt und ich konnte nicht mehr aufhören zu lesen.

Bis alle Schuld beglichen von Alexander Hartung
Noch ein Buch das Amazon in der Kindle Version verschenkt hat und als ich gesehen habe, dass es sich hierbei um den ersten Teil einer Reihe handelt, habe ich mich gleich dazu entschlossen es zu lesen. Die Geschichte spielt in Berlin und handelt von Kommissar Jan Tommen in der Hauptrolle. Nach einem durchzechten Wochenende wird er des Mordes verdächtigt und flüchtet am Weg in die Untersuchungshaft, um selbst seine Unschuld zu beweisen. Nach weiteren Morden zeigt sich das viel mehr dahinter steckt als man anfangs vermutet hatte. Ich liebe Krimis, die mich überraschen, die nicht vorhersagbar sind und auch ganz am Schluss noch überraschen können. Genauso war es hier, das Ende war für mich absolut unvorhersehbar und hat die Geschichte perfekt gemacht. Ich werde die weiteren Geschichten rund um Jan Tommen ziemlich sicher auch noch lesen.

 

So das war meine bisherige Lese-Ausbeute von 2016. Das derzeit angefangene Buch habe ich hier nicht mit aufgeführt, das kommt dann in die nächste Liste. Es hat Spaß gemacht alle Geschichten noch einmal Revue passieren zu lassen. Vielleicht hat der eine oder andere hier auch schon etwas davon gelesen und möchte mir eine Meinung dalassen. Auch für Lese-Empfehlungen bin ich immer offen.