Mein Leseresümee im Jahr 2017 (Teil 1)

Das erste Viertel des neuen Jahres 2017 ist bereits um, daher ist es nun endlich Zeit für mein erstes Leseresümee im Jahr 2017.

Wie auch letztes Jahr werden die Bücher in Lesereihenfolge aufgeführt und nur bereits abgeschlossene Bücher kommen in die Liste. Meine Meinungen dazu versuche ich wieder bewusst kurz zu halten.

Ich werde nicht ruhen von Alexander Hartung
2 Tage vor meinem Geburtstag kam das neue Buch von Alexander Hartung. Wenn es auch keines aus der Jan Tommen Reihe war, musste ich es trotzdem gleich kaufen. In der Geschichte taucht man ein in die Gedanken eines Mörders, weil die ganze Geschichte aus dessen Blickwinkel geschrieben ist. Am Anfang habe ich mir noch etwas schwer getan mit dem Buch, aber es wurde von Seite zu Seite immer besser. Im Laufe des Buches entwickelte ich dem Mörder gegenüber sogar Sympathie, wenn man es auch nicht gut heißen kann was er macht so kann man ihn doch verstehen und letztlich wünschte ich mir, dass er heil aus allem raus kommt. Das Ende war für mich total überraschend, damit hätte ich nie gerechnet, aber es wird vieles klarer dadurch und es steht bei mir klar auf der Liste der Bücher, die ich bald ein zweites Mal lesen möchte, weil wenn man das Ende kennt kann man mit einem ganz anderen Blickwinkel noch einmal die Geschichte beleuchten.
Klare Leseempfehlung von mir für dieses Buch, so hat fas Lesejahr 2017 für mich toll gestartet.

ED 1-5 von Steven J. Harrison
Eigentlich 5 Bücher, die ich hier zusammen fassen möchte. Da jeder einzelne Teil nur zwischen 60 und 80 Seiten hat und alle Teile auch immer unmittelbar zusammen hängen, passt das ganze für mich besser als eins zu betrachten.
Bei ED handelt es sich um eine Science Fiction Geschichte, etwas das ich normalerweise eigentlich nicht lese, aber die Beschreibung hat mich irgendwie neugierig gemacht. Eine große Menge Antimaterie fällt auf die Erde und landet direkt im Garten von Ed. Ed lebt zusammen mit seinem Hund in seinem Haus und gilt bei allen als der Dorftrottel. Doch die Antimaterie hat sich ihn ausgesucht und Ed ist der einzige der überhaupt nur in die Nähe kommt und Ed ist der einzige der auch gewissermaßen mit der Antimaterie kommunizieren kann. Sowohl die USA als auch Russland wollen die Antimaterie besitzen und bekämpfen sich daher gegenseitig, doch Ed ist damit nicht einverstanden.
Für mich waren die 5 ED Bücher ein netter Zeitvertreib zwischendurch. Jedes Buch für sich war leicht an einem Tag gelesen und die Geschichte fesselt einen irgendwie. Ed wächst einem ans Herz und wenn man angefangen hat zu lesen, dann möchte man auch gerne wissen, was diese Antimaterie nun eigentlich vor hat, dass ein größerer Plan verfolgt wird ist eigentlich von Anfang an klar, nur nicht worum es sich dabei handelt. Leider ist die Reihe mit diesen 5 kurzen Büchern noch nicht vollständig, darauf habe ich nicht geachtet als ich begonnen habe. Jetzt muss ich leider auf den nächsten Teil warten, was ich nicht so gerne machen, vor allem weil es sich hier anfühlt als würde man mitten in einem Buch plötzlich aufhören zu lesen und nicht mehr weitermachen.

A Million Holes Poked In The Soul (Teil 1, Teil 2 und Teil 3) – FanFiction von mykelara
Ich lese immer wieder FanFictions zwischendurch und erwähne diese normalerweise hier nicht extra. Die oben genannte Geschichte, die insgesamt aus 3 Teilen besteht, umfasst aber insgesamt 378.118 Wörter. Das Internet gab mir nach einer kurzen Recherche die Info, dass auf einer Buchseite normalerweise so 250 – 280 Wörter zu finden sind. Rechne ich mit 280 Wörtern pro Seite dann würde diese Geschichte 1.350 Seiten umfassen. Aufgrund dessen, dachte ich mir, dass es hier durchaus auch die Berechtigung hat sich in meinen gelesenen Bücher einzureihen.
Aber nun zur Geschichte selbst. Es handelt sich hier um eine FanFiction zur Serie Broadchurch (Hier geht es zu meinem Beitrag zu dieser Serie) und behandelt vor allem die Zeit vor der eigentlich Serie und dem Fall, der in Staffel 2 dann erneut aufgegriffen wird.
Ich war auf jeden Fall sehr gefesselt von dieser Geschichte und konnte gar nicht mehr aufhören zu lesen, kann sie also allen FanFiction Lesern nur wärmstens empfehlen. Die ersten beiden Staffeln von Broadchurch sollte man aber auf jeden Fall schon gesehen haben, nicht weil es für das Lesen der Geschichte wichtig wäre, sondern weil man aus der Serie hier einiges erfährt, was man beim ersten Ansehen besser noch nicht weiß, um die Spannung aufrecht zu erhalten.

Verblendung von Stieg Larsson
Nachdem mir von vielen Freunden empfohlen wurde die Millenium Trilogie von Larsson zu lesen habe ich mich endlich dazu durch gerungen.  Ich hatte mich inhaltlich nicht über die Bücher informiert und habe mit der falschen Vermutung angefangen zu lesen, dass die drei Bücher auch inhaltlich zusammenhängen (also den gleichen Fall bearbeiten). Mit diesen Gedanken hab ich dieses Buch gelesen bis zu dem Punkt als der Fall plötzlich geklärt war, da wurde mir klar, dass meine Vermutung falsch war.
Ich fand das Buch sehr spannend zu lesen, aber die Anfangsphase bis es mit dem eigentlichen Fall los gegangen ist dauerte mir etwas zu lang. Die ersten 150 Seiten fand ich doch etwas mühsam und ich denke hier wäre auch eine kürzere Fassung möglich gewesen. Auch das Ende war mir wieder etwas zu lang und zu detailliert.  Im Gegenzug dazu ging mir die plötzlich Enthüllung des Harriet Vanger Falles viel zu schnell. Zuerst noch schien alles unklar und verworren und plötzlich war ein Serienmörder gefunden und Mikael in Lebensgefahr. Diese Stelle umfasste etwa 10 Seiten im Buch und war aber doch eigentlich der eigentliche Kern der Geschichte.
Alles in allem war es auf jeden Fall ein Lesevergnügen, nur den Anfang und das Ende hätte man etwas kürzen können.

Verdammnis von Stieg Larsson
Nach Verblendung habe ich unmittelbar mit Verdammnis angefangen, weil ich die Charaktere der Geschichte schon sehr sympathisch fand und wissen wollte, wie es weiter ging. Eine neue Story wurde eingeführt und trotzdem merkte ich beim Lesen von Teil 2, dass die Bücher doch sehr zusammenhängen. Teil 2 zu lesen ohne Teil 1 zu kennen macht hier wenig Sinn. Ich fand Verdammnis allem im allem eine Spur spannender als Verblendung, weil es für mich keinen größeren Part gab an dem ich das Gefühl hatte es könnte schneller gehen. Die Langatmigkeit von Teil 1 gab es hier nicht. Zuerst wird „nur“ die Geschichten des Mädchenhandels beleuchtet, mit einem Doppelmord bekommt die Story dann noch zusätzlich Schwung und behält die rasante Fahrt bis zum Ende aufrecht. Das Buch endet grundsätzlich mit einem Cliffhanger, da man jedoch weiß, dass es noch einen dritten Teil gibt und wenn man dessen inhaltliche Beschreibung kennt, dann weiß man, dass hier am Ende die wichtigen Personen nicht sterben.
Ich habe keine Minute bereut, die ich an den beiden Büchern gelesen habe, wollte eigentlich dann auch gleich mit Teil 3 fortsetzen hab es aber nur bis knapp Seite 50 geschafft. Bis dorthin war mir alles wieder etwas zu langatmig und ich habe daher Teil 3 erstmal zur Seite gelegt, lesen werde ich ihn irgendwann aber auf Jeden Fall.

Der Angstmacher von Noah Fitz
Seit ich die ersten drei Teile mit Doktor Hornoff gelesen habe, warte ich mit Spannung auf Teil 4 und ich musste daher sofort zuschlagen, als der Angstmacher Ende Februar veröffentlicht wurde.
Nachdem der Doktor in Teil 3 ein wenig von seiner Liebenswürdigkeit verloren hatte, war dieses Mal alles wieder da und ich habe ihn sofort wieder ins Herz geschlossen. Seine Macken und Phobien machen ihn so unglaublich liebenswert, weil er sich so normal anfühlt trotz seiner hohen Intelligenz, die übrigens überhaupt nicht überheblich rüber kommt.
Es gab wieder zwei Erzählstränge in der Ich-Form, die vom Doktor und vom Angstmacher. Ich liebe die Ich-Form und finde man kann sich so viel besser in die einzelnen Figuren einfinden. Etwas schade fand ich, dass bei den Kapiteln der Opfer auf die Ich-Form verzichtet wurde. Dieser Wechsel zwischen Ich und Erzähl-Form war für mich anfangs etwas irritierend. Auf Nachfrage beim Autor warum hier nicht die Ich-Form verwendet wurde, bekam ich als Antwort, dass eine dritte Ich-Form zu viel für den Leser gewesen wäre. Mir persönlich wäre es lieber gewesen, aber an der Spannung hat das nichts geändert.
Die Geschichte behandelt eine sehr ernste Thematik. Die Beweggründe des Angstmachers werden in kleinen Portionen recht anschaulich erklärt und am Ende habe ich sogar Verständnis empfunden für ihn und Mitleid für das was ihm widerfahren ist. Auch die Tatsache, dass ich mir recht früh schon sicher war, wer denn der Täter sein würde, hat nichts an der Spannung zerstört, weil die eigentliche Hauptfrage immer das Warum war und weniger das Wer.
Ich kann das Buch nur empfehlen. Man kann es sicherlich auch lesen ohne die ersten drei Teile zu kennen, aber generell würde ich eher empfehlen auch die anderen Teile vorher zu lesen.

Viereinhalb Minuten von Kathrin Hövekamp
Nach dem Angstmacher brauchte ich eine Thriller Pause. Das Buch hat mich gedanklich sehr gefangen, da konnte und wollte ich nicht gleich den nächsten Thriller nachjagen. Daher habe ich auf meinem eReader gestöbert und bin eben auf dieses Buch gestoßen.
Es geht in dem Buch um die zweieiigen Zwillingsschwestern Flo und Lu. Nur viereinhalb Minuten liegen zwischen ihrer Geburt jedoch Welten zwischen den Persönlichkeiten der beiden, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Jeder der beiden lebt sein Leben, verkehrt in seinen eigenen Kreisen und sie halten sich grundsätzlich voneinander fern, bis die beiden Kreise dann aufgrund von einem Schulprojekt gezwungen sind zusammen zu arbeiten. Die gemeinsame Arbeit und die daraus entstandenen Probleme wecken in beiden Schwestern Erinnerungen an die Kindheit und daran, dass es eigentlich mal eine Zeit gab, wo sie alles zusammen gemacht haben.
Das Buch war genau der richtige Ausgleich zu den doch sehr düsteren Thrillern und ich empfand es als nette Abwechslung für zwischendurch. Die Geschichte ist nett erzählt und man kann sich auch die Charaktere gut einfinden. Das typische Happy End, wie es in vielen Geschichten einfach sein muss, gab es auch hier, aber das war auch gut so, alles andere hätte das gute Gefühl, dass am Ende des Buches aufgekommen ist, einfach zerstört.

Wie sehr willst du leben (Howard Caspar #1) von Andrew Holland
Nach der Abwechslung von oben bin ich dann gleich zurück zu meinem eigentlichen Genre gewechselt. Der neue aus der Howard Casper Reihe war im März überall in meiner Facebook Timeline und die Leute schienen scharenweise darauf gewartet zu haben. Da ich Reihen ja besonders liebe und ich diese aber nur in der Reihenfolge lese, musste die hoch gepriesene Neuerscheinung noch warten und ich begann mit Teil 1 zu lesen.
Schauplatz der Howard Casper Reihe ist die USA und Casper selbst ist Agent beim FBI und arbeite in Teil 1 an der Geschichte, der sogenannten „Missing Twins“. Schon mehrere Zwillingspärchen wurden entführt und während das Mädchen bisher immer getötet wurde, wurde der Junge wieder freigelassen und überlebte. Die Geschichte beginnt an dem Punkt als wieder ein verschwundener Junge gefunden wird. Casper und sein Team arbeiten fieberhaft daran den Täter zu finden, bevor dieser erneut zuschlagen kann.
Ich hatte das Buch in nur wenigen Tagen gelesen, weil ich es beinahe nicht mehr aus der Hand legen konnte. Alles rund um die Ermittlungen ist in der Erzählform verfasst. Neben dieser Sichtweise gibt es auch noch die in Ich-Form geschriebenen Kapitel des Mörders. Manche Stellen aus Mördersicht waren beinahe schwer zu ertragen beim Lesen. Wenn ich beim Lesen eines Buches die Augen schließe, um die schrecklichen Bilder nicht sehen zu müssen, dann war die Geschichte toll erzählt, weil es die Bilder direkt in meinen Kopf übertragen hat. Solche Stellen gab es in dieser Geschichte einiges. Ich kann dieses Buch sehr empfehlen, möchte aber auch warnen, dass manches auch schwer zu ertragen war beim Lesen, einerseits weil es hier um Kinder ging und weil die Taten des Mörders sehr anschaulich beschrieben wurden.

Wovon träumst du? (Howard Caspar #2) von Andrew Holland
Nachdem Teil 1 total spannend geendet hat, mit einer Geschichte aus der Vergangenheit von Howard Casper, konnte ich nicht anders als gleich mit Teil 2 fortzusetzen.
In diesem Teil versucht das Team einen Frauenmörder zu finden, die Besonderheit an diesem Fall jedoch ist die Verbindung zu Howard Caspers Vergangenheit. Die toten Frauen halten immer einen persönlichen Gegenstand des Ermittlers in den Händen mit einer Botschaft von „seinem alten Freund“. Dieser alte Freund hatte vor 5 Jahren Howard Caspers Ehefrau und dessen ungeborenen Sohn getötet. Er wurde daraufhin nie gefasst und verschwand von der Bildfläche. Jetzt 5 Jahre später scheint er wieder zurück zu sein und hat es scheinbar auf junge Frauen abgesehen.
Wie auch in Teil 1 gab es wieder die zwei Erzählstränge. Einerseits die Ermittlungen und das Team rund um Howard Casper und die Seite des Mörders in der Ich-Form verfasst. Und für die Leser mischte sich dann auch noch die Sichtweise des „alten Freundes“ mit in die Geschichte. Auch hier wieder, wie auch in Teil 1 waren einige Stellen schwer zu lesen bzw. schwer zu ertragen, aber auch hier galt wieder, dass ich einfach nicht mehr aufhören konnte, weil mich die Geschichte wirklich gefesselt hat.
Furchtbar gestört haben mich jedoch in diesem Teil, die unglaublichen vielen Fehler. Ich bin nicht der Typ, der jeden Fall in Büchern findet und sich furchtbar daran stört, aber hier war es sogar mir zu viel. Neben Rechtschreibfehler gab es vor allem auch ganz furchtbare Satzbaufehler bzw. einfach unvollständige Sätze. Im Lesefluss störte mich das oft sehr, weil man oft wirklich die Sätze zuerst in Gedanken korrigieren musste, damit man sie auch korrekt für die Geschichte lesen konnte.

Lass uns spielen (Howard Casper #3) von Andrew Holland
Nachdem in Teil 2 der alte Freund von Howard Casper noch nicht gefunden wurde, und Teil 2 vor allem auch in einem sehr beunruhigenden Cliffhanger geendet hat, musste ich einfach gleich mit dem nächsten (ganz neu veröffentlichten) Teil 3 fortsetzen. Dieser Teil widmet sich voll und ganz dem „alten Freund“ von Casper. Howard Casper erhält ein anonymes Päckchen, indem sich ein Handy befindet. Über dieses Handy kommuniziert der „alte Freund“ mit Howard Casper und fordert ihn zu einem tödlichen Spiel heraus. Nachdem eine alte Bekannte von Casper entführt und letztlich getötet wird, entscheidet Casper, dass er sich auf das psychopathische Spiel des Mörders einlässt und begibt sich auf einen Alleingang und einen Wettlauf gegen die Zeit.
Zurückhaltung und Schonung der Leser kennt Andrew Holland in seinen Büchern nicht. Keiner der Charaktere, egal wie lieb man sie inzwischen gewonnen hat, ist hier sicher und Andrew Holland scheut auch nicht davor zurück wichtige Personen sterben zu lassen. (mehr will ich nicht verraten). Obwohl Teil 1 und 2 schon spitzenklasse waren, hat Teil 3 noch nachgelegt und war für mich das bisher beste Buch aus der Reihe. Und die Geschichte geht noch weiter, das zeigt das Ende dieses Buches.
Die Sache mit den vielen Fehlern hat sich zum Glück in diesem Teil nicht fortgesetzt.

 

Erst beim Schreiben dieses Beitrages wurde mir bewusst, dass ich ganz schön viel im ersten Quartal dieses Jahres 2017 bereits gelesen habe. Und ganz besonders freut es mich, dass es eigentlich durchwegs sehr gute Bücher waren. Ob ich bei der Anzahl der Bücher in Quartal 2 mithalten kann glaube ich eher nicht, aber ich hoffe, dass ich bei der Auswahl der Bücher auch in den kommenden Monaten wieder so ein gutes Händchen habe.