Doch nichts verrücktes machen

Am 4.2. habe ich den Beitrag „Einmal etwas verrücktes machen“ geschrieben. Einmal ab ins Theater nach London und wieder zurück.

Die Pläne waren schon recht konkret, das Datum eigentlich schon fixiert. Die Flüge und das Hotel schon ausgesucht. Vor dem eigentlichem Buchen hab ich mir bei meiner Freundin noch übers Wochenende Bedenkzeit erbeten und wie ich so darüber nachdenke fühlte es sich einfach nicht mehr richtig an. Somit habe ich Sonntag Abends dann die ganze Aktion wieder abgeblasen und es fühlte sich richtig an.

Vor drei Tagen hat nun die Aufführung gestartet und erste Fotos, Meinungen und Kritiken tauchen im Internet auf und obwohl ich schon etwas wehmütig werden, wenn ich sehe wie sehr sich David Tennant für die Fans vor dem Theater Zeit nimmt, fühlt es sich doch immer noch richtig an, dass ich die Sache abgeblasen habe.

Natürlich wäre es ein unvergessliches Erlebnis gewesen, aber die ganze Sache mit unserer Tochter setzt mir momentan so zu, dass ich wohl kaum mit einem guten und entspannten Gefühl in einen Flieger steigen könnte. Außerdem wurde mir an dem Wochenende, an dem ich erneut darüber nachgedacht habe, bewusst, dass ich unglaublich gerne nach London reisen würde und all dies erleben würde, es aber nur 2 Menschen gibt mit denen ich es wirklich machen möchte und das sind mein Mann und unsere Tochter. Wenn ich so etwas großartiges erleben kann/darf dann mit den beiden.

Und „Aufgeschoben ist nicht aufgehoben“ – wär weiß vielleicht ist es uns ja auch mal vergönnt diese Reise tatsächlich zu machen.

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Einmal etwas verrücktes machen!?

Wie zum Beispiel ins Theater gehen in LONDON!

David Tennant spielt zur Zeit im Wyndham’s Theatre in London in „Don Juan in Soho“ siehe auch – 

https://www.londontheatre.co.uk/show/don-juan-in-soho

Ihn einmal live spielen zu sehen wäre echt ein Traum und wahrscheinlich ein unvergessliches Erlebnis. Und gestern hab ich zum Spaß einer Freundin eine Mail geschrieben, ob sie mir nicht einfach mal so einen Flug nach London und eine Übernachtung dort schenken möchte. 

Ihr Antwort war – schenken geht leider nicht, aber ich fahr auf jeden Fall mit!

Alleine würde ich mich diese Reise nicht machen trauen, aber zu zweit wäre es echt eine Möglichkeit. Und seitdem komm ich von dem Gedanken nicht mehr los. 

Ich schau nach Flügen und was die denn so kosten würden. Ich schau nach Unterkünften und trag die Preise zusammen. Auch Tickets fürs Theater hab ich schon nachgesehen und mögliche Wochenenden hätte ich mir auch schon rausgesucht. 

Auf der anderen Seite denk ich mir, ob ich jetzt endgültig verrückt geworden bin. Ich kann doch nicht einfach mal so nach London fliegen. Das Geld könnten wir für andere Dinge so viel dringender gebrauchen. 

Aber es wäre schon sehr genial!

So gehts die ganze Zeit hin und her. Wenn es nur nach mir gehen würde dann weiß ich jetzt schon wie die Sache ausgeht, weil ich tendierte bei viel kleineren Verrücktheiten bisher immer dazu es am Ende doch nicht zu machen. Aber dieses Mal gibt es hier auch noch meine Freundin. Und sie meint, dass wir das unbedingt machen müssen. Das ich es auch endlich mal verdient hätte, etwas nur für mich zu tun. 

Ich bin mal selbst gespannt wie das ausgeht. Ihr werdet es hier erfahren, sollte ich mich echt dafür entscheiden. 

Du bist doch keine 15 mehr!?!

Diesen Satz hat mir kürzlich jemand entgegen geschmettert, als er den Hintergrundbildschirm meines Computers gesehen hat und ich ihm auf Nachfrage noch erklärt habe, was bzw. wer denn da zu sehen sei. Ich denke die Person wollte sich das eher nur denken als es wirklich laut aussprechen, weil dann recht schnell alles irgendwie überspielt wurde. Aber mich hat dieser kleine „Ausbruch“ nachdenklich gemacht.

Als ich dann auf Facebook auch noch folgende Frage in einem Meme zu lesen bekommen habe, hat mich die Reaktion der Person noch mehr gestört.

„Why is it more socially acceptable to be obsessed with a sports team than to be completely obsessed with a book, a TV show or a movie?“

Die Frage hat mir die Wahrheit für etwas aufgezeigt, über das ich bisher nie nachgedacht habe. Seither denke ich viel darüber nach und bin auch noch weniger bereit meine Obsessionen zu verstecken.

Warum ist es völlig in Ordnung, wenn Männer und Frauen jeden Alters verrückt sind nach zum Beispiel Fußball. Im Fußballstadion wird gegrölt, zuhause vor dem Fernseher wird jedes Spiel mitverfolgt – es werden ganze Partys daraus gemacht. Man ist am Boden zerstört, wenn es mal nicht so läuft und überglücklich wenn das Lieblingsteam gewonnen hat. Man kauft sich Fan Materialien, T-shirts, Schals und was auch immer noch und man zeigt diese auch offen. Man ist stolz ein Fan zu sein, solange es mit Sport zu tun hat.

Hat es jedoch mit Fernsehen zu tun, wie bei mir (zur Info auf meinem Computer Hintergrundbild ist derzeit David Tennant in einer Diashow zu sehen) dann wird man als verrückt abgestempelt und man schämt sich beinahe dafür das man etwas gerne hat, es gerne ansieht und traut sich sowieso kaum es offen zu zeigen.

Fernsehserien haben mich immer schon in Ihren Bann gezogen. Viele davon liebe ich einfach zu sehen, auch gerne mal öfter als einmal aber es entsteht jetzt keine ganz besondere Verbindung. Und dann gibt es ganze wenige, die mich wirklich einfangen. Und derzeit ist das einfach „Doctor Who“ und ausgehend davon habe ich meine Liebe zu „David Tennant“ als wirklich unglaublichen Schauspieler entdeckt.

In den letzten Wochen/Monaten habe ich zahlreiche Serien und Filme gesehen bei denen er mitgewirkt hat und jeder einzelne davon hat mich gefangen genommen und es gibt noch so viel von ihm zu entdecken. Und Doctor Who gehört nun auch schon seit geraumer Zeit zu meinem täglich Wohlfühlprogramm, egal mit welchem Doctor, zumindest eine Folge täglich flimmert über meinen Bildschirm.

Zeigt man aber diese „Besessenheit“ ganz offen, dann wird irgendwie komisch geschaut. Ich habe eine TARDIS als Hülle für mein iphone, das finden alle lustig, weil es jetzt nun mal als alte Telefonzelle „verkleidet“ ist, würden die Leute aber wissen, dass dies Bezug nimmt auf eine Fernsehserie, dann wär es plötzlich nicht mehr so lustig, dann würde es wieder heißen – „Ach du bist doch keine 15 mehr“, so wie es mir eben gesagt wurde weil ich Bilder von David Tennant auf meinem Computer habe (auf meinem Handy übrigens auch).

Mich würde interessieren, was andere zu dieser Phänomen sagen. Erlebe nur ich es so, oder stimmen mir andere zu.

Sport ist ok – alles andere aber nicht?

Ich für mich hab beschlossen, dass ich mir nun einen Plüsch-Dalek kaufe, den ich dann im Büro auf meinen Schreibtisch stelle – sollen sich die Leute doch denken was sie wollen.

Serienjunkie No 3 – Broadchurch

Schneller als gedacht, gibt es einen neuen Eintrag in dieser Kategorie. Nachdem ich Doctor Who verschlungen habe, ging mir David Tennant nicht mehr aus dem Kopf, obwohl der ab Staffel 5 bei Doctor Who nicht mehr dabei war. Also hab ich mich mal umgesehen, wo er denn sonst noch so mit dabei war und bin dadurch auf Broadchurch gestoßen.

Da mein Streaming Dienst die Serien nicht im Programm hat, habe ich mich kurzerhand für den Kauf der DVDs entschlossen und mir gleich Staffel 1 und 2 zugelegt. Schnelle Lieferung und die Tatsache, dass ich 2 Tage Urlaub hatte erledigte den Rest und so habe ich beide Staffeln an nur 3 Tage angesehen und gleich nach den ersten paar Folgen war ich gefesselt.

Worum gehts? 
Der 11jährige Danny wird eines morgens tot am Strand an der Küste der britischen Kleinstadt Broadchurch aufgefunden. Detective Inspector Alec Hardy, der noch ganz neu in der Stadt ist, muss zusammen mit Detective Sergeant Ellie Miller den Fall aufklären. Ein großes Netz an Geheimnissen und Lügen scheint die gesamte Kleinstadt zu umgeben, und die beiden Ermittler decken Stück für Stück alles auf.
Neben all den Problemen rund um die Aufklärung eines Mordfalles, gibt es auch noch gesundheitliche Probleme von DI Hardy, die er lange Zeit erfolgreich verbergen kann, letztlich dann aber bei einer Verfolgung beinahe stirbt und das ganze somit an die Öffentlichkeit gerät.
Für DS Miller ist die Aufklärung des Falles besonders schwierig, weil die Eltern des ermordeten Jungen die besten Freunde sind und ihr eigener Sohn Tom bestern Freund von Danny war.
Am Ende von Staffel 1 ist der Mörder gefunden. In Staffel 2 geht es einerseits um die Gerichtsverhandlung des Mörders und andererseits um die Aufklärung eines alten Falles von DI Hardy. Beides findet recht unabhängig voneinander statt, fügt sich aber trotzdem einfach perfekt in sich zusammen.

Persönliche Besonderheiten
Ganz besonders in Broadchurch ist die Location. Die Landschaften, das Meer, die Bilder die man zu sehen bekommt sind atemberaubend schön. Ein Beispielbild:

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Quelle: Wikipedia

Der Soundtrack hatte ebenfalls etwas magisches. Die Musik war einfach perfekt und gab jeder einzelnen Szene noch so viel mehr an Intensität als es die Schauspieler selbst konnten. Aber die Musik und die Bilder gehören für mich untrennbar zusammen. Ich habe den Soundtrack alleine gehört und die Musik für sich alleine ist auch wunderschön, aber dieses besondere Gefühl kommt erst in Zusammenhang mit den Bildern auf. Nur die beiden Songs aus dem Abspann höre ich gerne auch einfach so, wobei ich den aus Staffel 1 wesentlich besser fand als den aus Staffel 2.

Und als dritte persönliche Besonderheit möchte ich die Art und Weise erwähnen, wie die Geschichte umgesetzt wurde. Man hatte oft das Gefühl, dass die Zeit still steht und alles ganz langsam wird. Oft wird minutenlang nichts gesprochen, sondern einfach nur beobachtet und es passiert dabei aber kaum etwas. Dieses langsame, ausdehnende kann Serien oft kaputt machen bzw. das Gefühl erzeugen, dass man alles nur unnötig in die Länge zieht, aber hier war es ganze anders. Einerseits bekam man so die Chance die Landschaft besser auf sich wirken zu lassen, dazu die tolle Musik, die einen in eine tolle Stimmung versetzt hat. Diese langsamen Momente waren für mich ganz besonders.

Die Schauspieler
Alle durchwegs fantastisch. Wegen David Tennant habe ich mir die Serie gekauft und er hat eine Glanzleistung abgeliefert. Mit DI Hardy spielte er eine sehr tiefgehende, ernste, zerbrochene und einsame Figur und er hat diese perfekt verkörpert.
Olivia Colman als Ellie Miller, die wohl den schwersten Job in der Serie hatte. Als Polizistin in einer Kleinstadt den Mord am Sohn der besten Freundin aufzuklären ist wohl etwas, dass man sich nicht vorzustellen vermag. Zu kämpfen hatte sie auch mit Hardy als ihren neuen Chef, vor allem weil dieser nicht immer besonders freundlich ist. Aber das ungleiche Team findet zusammen und am Ende denke ich kann man sagen, dass sie Freunde geworden sind.
Jodie Whittaker und Andrew Buchan als die Eltern des ermordeten Jungen. Besonders Jodie Whittaker als Mutter hat ihre Rolle perfekt gespielt. All der Schmerz den so ein Verlust mit sich bringen muss hat sie perfekt verkörpert. Die Mixtur aus Trauer und Wut und das Entsetzen als immer mehr Geheimnisse an den Tag kommen und letztlich der Mörder gefunden wurde.
Ganz besonders fand ich auch die Rolle von Arthur Darwill, der den Priester Paul Coates verkörperte.

Ich hab die Serie im Originalton angesehen. Folge 1 habe ich noch versucht ohne Untertitel zu schauen, weil ich Untertitel eigentlich nicht mag, aber ich habe schnell gemerkt, dass das nichts wird. Es ist unfassbar wie schnell manche Leute reden können, dazu noch der britisch/schottische Dialekt mancher Schauspieler. Ich habe echt an meinen englisch Kenntnisse gezweifelt, aber dann doch recht schnell eingesehen, dass es nicht nur daran liegt, sondern vor allem an der Geschwindigkeit und am Dialekt. Habe dann also doch recht schnell mit Untertitel geschaut. Nach ein paar Folgen war ich dann schon kurz in Begriff, doch die Sprache auf Deutsch umzustellen, aber wenn man im O-Ton begonnen hat und die Schauspieler mit der Originalstimme kennt, dann geht ein Wechsel gar nicht mehr (also zumindest für mich). Also habe ich mich durchgekämpft, öfter mal zurückgespielt und viele Stellen zweimal angesehen und zusammen und zusammen mit den Untertiteln dann doch alles mitbekommen.

Trailer Staffel 1: