Ich traue mich endlich

Seit 2 1/2 Wochen habe ich Urlaub und ich hatte so viele Pläne im Urlaub, die mal wieder aufgrund von verschiedensten Umständen so nicht möglich waren. Ich habe ja schon mal geschrieben, wie sehr ich eigentlich Urlaub hasse und dieser bestätigt mal wieder meine Theorie. Mir geht es echt beschissen, psychisch bin ich völlig am Ende und körperlich hat es mich auch erwischt und starke Schmerzen haben mich tagelang völlig außer Gefecht gesetzt. Aber das ist eine Geschichte, die ich hier eigentlich nicht erzählen will.

Sondern ich möchte erzählen, was ich mir Gutes getan haben, neben all dem sonstigen Chaos in diesem Urlaub. Nach fast 8 Jahren habe ich mich endlich getraut einen Wunsch wahr werden zu lassen.

Ich werde mir ein Tattoo machen lassen und zwar werde ich mir für jedes meiner Kinder einen Schmetterling auf den linken Unterarm tätowieren lassen. Recht spontan habe ich mich letzte Woche endlich mal in Tattoostudio getraut und die beiden Damen am Empfang waren einfach großartig. Fast 2 Stunden war ich vor Ort und habe beide Damen mit meinem Wunsch beschäftigt, beide haben sich meine Geschichte angehört und haben Ideen in den Entwurf einfließen lassen und letztlich ist er einfach perfekt geworden.

Ich möchte den Entwurf hier nicht zeigen, weil ich möchte, dass er einzigartig bleibt. Nur für mich. Es wäre sehr schmerzlich für mich, wenn den Entwurf jemand andere ebenfalls verwenden würde, daher möchte ich ihn nicht veröffentlichen. Aber kurz beschreiben möchte ich ihn doch.

Es werden 4 Schmetterlinge werden, für jedes meiner Kinder einen. Unsere große Tochter, die wir durchs Leben begleiten dürfen bekommt den größten Schmetterling, einen offenen, der weit seine Flügel ausbreitet. Die anderen 3 Schmetterlinge sind als wegfliegende Schmetterlinge gezeichnet, die drei haben die Reise ja schon angetreten. Die Schmetterlinge bekommen unterschiedliche Größen und unterschiedliche Farben und sind untereinander noch mit einer Ranke verbunden. Außerdem ist eine Erweiterung möglich, sollten wir doch noch ein weiteres Kind bekommen, dann wird auch dieses einen Schmetterling erhalten.

Ich freue mich schon unglaublich, wenn es so weit ist. Den Entwurf habe ich neben mir auf meinem Schreibtisch liegen und schau ihn mir jeden Tag an und die Vorfreude darauf, meine Schmetterlinge endlich dauerhaft bei mir zu haben, steigt täglich. Die Anzahlung ist getätigt und der Termin zum tätowieren wurde auf 7. September festgelegt. Fast 8 Jahre habe ich davon geträumt und nun ist es bald so weit.

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Master – Update

Seit Tagen nehme ich mir diesen Beitrag vor und seit Tagen verschiebe ich es immer wieder, weil ich entweder zuviel andere Sachen zu tun hatte oder einfach zu müde war, um einen ordentlichen Satz zu formuliere.

Die vielen anderen Sachen, die zu tun sind, habe ich für dieses Wochenende beiseite geschoben und mir selbst eine Pause auferlegt.
Müde bin ich heute auch, und ob das mit den ordentlichen Sätzen was wird, werden wir sehen.

Ok nun aber zum Thema. Auch wenn ich zeitweise daran gezweifelt habe, habe ich es geschafft und die drei Wochen meiner empirischen Untersuchung direkt an der Schule wie geplant durchgezogen. Fragebogen und Tests, sowie der Unterricht in meiner Testklasse sind (erfolgreich) abgeschlossen. Jetzt sitze ich auf stapelweise Material, das nun geordnet, kontrolliert und ausgewertet werden will. Da ich auf die Ergebnisse schon recht gespannt bin, ist das etwas worauf ich mich sogar schon sehr freue.

Es ist ein recht gutes Gefühl meine To-Do Liste zur empirischen Untersuchung zu betrachten, die jetzt nur noch aus erledigten Aufgaben besteht. Jedes Hackerl, das ich setzen konnte, hat mir gezeigt, dass ich auf dem richtigen Weg bin. Eine neue Liste, die wieder kleine Häppchen an Aufgaben enthalten wird, wird diese fertige Liste nun bald ersetzen, aber dieses Wochenende ist erstmal, wie oben schon geschrieben, Totalpause angesagt. Es geht mir gesundheitlich immer noch nicht besonders gut. Ein Umstand, den ich vor allem auf den massiven Schlafmangel der letzten Wochen (ja eigentlich Monate) zurückführe. Von daher möchte ich dieses Wochenende und die kommende Urlaubswoche wirklich mal wieder Kraft tanken und vor allem wieder mal genügend Schlaf abbekommen.

Master – Update

Ich dachte mir heute mal wieder ein kleines Update bezüglich meiner Masterthesis dazulassen. Ich bin stolz auf mich selber, was ich in den letzten Wochen geschafft habe, vor allem in meiner Urlaubswoche war ich sehr fleissig, jetzt arbeite ich wieder Vollziet, da geht alles wieder etwas langsamer voran, aber es läuft trotzdem gut.

Am kommenden Mittwoch starte ich meine empirische Untersuchung und werde 50 Kinder mit meiner Anwesenheit beglücken und die Kids werden hoffentlich motiviert und mit Freuden mit mir zusammenarbeiten. Nach dem Start am Mittwoch wird die große Gruppe dann geteilt, ich arbeite dann nur noch mit 25 Kindern weiter, während die anderen zwar mit Material von mir arbeiten, aber nicht direkt auch von mir betreut werden, sondern die jeweilige Lehrerin das übernimmt.

Ich bin schon sehr gespannt wie das ganze werden wird, die nächsten 4 Wochen werden hier nun intensiv für dieses emprische Vorhaben verwendet und danach habe ich wieder eine Woche Urlaub, um mich mit dem Material das ich dann gesammelt habe auch gleich intensiv zu beschäftigen.

Neben der Spannung bin ich auch sehr nervös und hoffe natürlich das alles gut geht in den kommenden Wochen. Für einen Testlauf in einer anderen Klasse fehlt einfach die Zeit, ich muss da nun einfach ins kalte Wasser springen.

Ich freue mich schon riesig darauf, wenn das ganze dann wieder vorbei ist. Ich sitze danach dann zwar vor einem Berg von Daten, die dann ausgewertet werden wollen, aber trotzdem ein großer Brocken ist dann geschafft. Gerade bei der Untersuchung können so viele Faktoren schief gehen, das würde schon damit anfangen, dass entweder ich, oder die unterstützende Lehrerin erkrankt, dann kann ich den Zeitplan komplett knicken. Aber ich glaube fest daran, dass alles gut werden wird! (hoffentlich 😉 ein paar kleine Zweifel sind schon vorhanden)

Soviel zu meinem kleinen Zwischenstand. Ich halte euch weiterhin am Laufenden. Nach diesen 4 Wochen wird sich dann auch zeigen, ob der jetzt eigentlich schon recht unrealistische Abgabetermin 1. Juni, noch unrealistischer wird oder es doch noch eine kleine Hoffnung gibt, dass sich das ganze ausgeht.

Bin ich eine schlechte Mutter?

Die Frage beschäftigt mich und derzeit wieder ziemlich extrem, beziehungsweise ist es eigentlich nicht die Frage, die mich beschäftigt sondern das Gefühl das da einfach da ist. Das Gefühl eine schlechte Mutter zu sein. Immer wieder kommen dabei auch die Gedanken hoch, dass es mir daher nicht vergönnt war, mehr als ein Kind zu haben, weil ich es einfach nicht verdient habe, weil ich ja eines nicht mal auf die Reihe bekomme.

Nun zum Warum. Warum glaube ich eine schlechte Mutter zu sein und warum gerade jetzt wieder extrem?

In etwas weniger als 2 Wochen wird meine Tochter 10 Jahre alt. 10?! Ein runder Geburtstag, etwas Besonderes. So sollte es zumindest doch eigentlich sein. Geschenke und eine riesengroße Feier würde ihr doch eigentlich zustehen zum ZEHNTEN Geburtstag, oder?
Geschenke wird es geben, aber die Feier fällt aus? Ich gestehe ich mag keine Kindergeburtstage, nicht weil ich es meiner Tochter nicht vergönnt wäre, sondern weil ich es nicht schaffe mit den anderen „Über-drüber-Müttern“ mitzuhalten. Mottopartys – alles muss zusammenpassen. Ein riesen Begrüßungsschild an der Tür, die Tischdecko, die Zimmerdeko und natürlich dann  noch die passende Torte, eine schöner wie die andere. Dann müssen natürlich noch die passenden Spiele vorbereitet werden, die dem Motto natürlich auch voll und ganz gerecht werden. Und Geschenke, die gibt es natürlich nicht nur für das Geburtstagskind, nein auch jeder Gast muss, zum Motto passend, natürlich auch ein Geschenk bekommen und das muss mehr als als nur ein paar Süßigkeiten. Ich kann da nicht mithalten!!! Mir fehlt einerseits die Zeit eine Geburtstagsparty dieses Umfanges vorzubereiten und andererseits fehlt mir das nötige Kleingeld dazu, um Zimmer-, Tischdeko, Geschenke usw. zu kaufen und das jedes Jahr wieder.
Wagt man es dann doch eine Party zu machen, dann fällt beim Eintreffen der ersten Kids schon die erste Bemerkung: „Gar keine Geburtstagsdekoration, ich hatte bei meiner Party ….“ nur um damit es dann beim an den Tisch setzen weitergeht mit „Ich hatte bei meiner Party … Teller, Becher und Servietten, da hat alles gepasst.“ Weiter geht es dann bei der Torte: „Meine war viel größer und hat ausgesehen wie ein …“ Am Abend werden die Kids abgeholt, fragt eine Mutter „Na was hast du denn schönes gekriegt?“ (Und nein sie hat nicht meine Tochter von wegen Geburtstag uns so gefragt, sondern ihr Kind!) und die Antwort ist „Ach nur einen Lolli!“
Das war ein Tatsachenbericht von der Party von vor 2 Jahren (letztes Jahr gab es auch keine Party zu ihrem Geburtstag, sie durfte aber stattdessen im Sommer eine Sommerparty mit Freunden veranstalten ganz unabhängig vom Geburtstag). Ich war danach völlig am Boden zerstört und auch meine Süße wirkte eher traurig als glücklich über die gelungene Party und ich hab mich damals so schlecht und nutzlos gefühlt, weil ich ihr nicht bieten kann, was andere ihren Kindern bieten. Und auch jetzt fühle ich mich wieder ganz mies weil es heuer keine Party geben wird, zumindest nicht jetzt bewusst zum Geburtstag. ABER ES IST DOCH IHR 10.!!!

Das ist aber nicht der einzige Grund warum ich mich als schlechte Mutter fühle – eher der Auslöser im Moment jetzt gerade wieder. Der Auslöser, um wieder mal alles durchzudenken.

Ich habe viel zu wenig Zeit für meine Tochter. Ich arbeite 30 Stunden die Woche, meist werden es einige mehr. Bin außerdem noch 2 Stunden täglich mit dem Auto unterwegs, also nochmal 10 Stunden pro Woche. Meine Tochter verbringt 2 Tage die Woche ganztags in der Schule, die andere Zeit ist sie bei der Oma, wenn ich nicht da bin. Wenn ich dann mal zuhause bin (an drei Tagen in der Woche bin ich fast 12 Stunden außer Haus!) dann ist es auch so, dass ich nicht jede Minute mit ihr verbringe. Entweder weil ich den Haushalt zu erledigen habe oder weil ich für mein Studium ganz dringend etwas erledigen muss oder weil ich einfach mal nur Zeit für mich haben möchte. So kommt es auch am Wochenende immer wieder vor, dass ich nicht jede Minute mit meiner Tochter verbringe, sondern sie entweder auch mal bei der Oma ist oder sich einfach mal auch ganz alleine über mehrere Stunden beschäftigt.
Und ich fühle mich oft furchtbar schlecht dabei und vor allem bekomme ich es auch immer wieder vermittelt wie furchtbar ich als Mutter doch bin. Ein Familienmitglied (ich will nicht näher spezifizieren in welchem Verhältnis) meinte mal zu mir, dass ich eine furchtbare Mutter sei, weil ich meinem Kind nichts biete. Keine Parties, keine Wochenendausflüge in Zoos, Vergnügungsparks, Kinos oder sonstiges und nicht mal Urlaub sei ich ihr vergönnt, sie müsse doch echt mal dringend das Meer sehen. Aber ich habe einfach nicht die Kraft dazu. Nach einer anstrengenden Woche bin ich froh an den Wochenende nicht auch wieder ins Auto steigen zu müssen und ewig lange zu fahren, nur um dann von einem Event zum nächsten zu hechten. Außerdem könnten wir es uns gar nicht leisten ständig unterwegs zu sein, das Geld ist einfach immer knapp und solche Ausflüge kosten ja auch Geld. Am Geldmangel scheitert es auch, dass wir uns mal einen großen Urlaub gönnen können. Wir versuchen jedes Jahr ein paar Tage wegzufahren, bleiben dabei meist aber in Österreich, mieten uns Ferienwohnungen und versorgen uns dort selbst, weil es einfach günstiger ist. Ich fühle mich furchtbar dabei meiner Tochter nicht mehr bieten zu können, nicht mehr für sie da sein zu können. SIE HÄTTE ES DOCH AUCH VERDIENT WIE DIE ANDEREN!!!

Bin ich eine schlechte Mutter?
Ja die Frage bringt mich im Moment wieder beinahe um den Verstand. Ich versuche die guten Dinge zu finden, die die ich richtig mache, aber die Dinge, die sie eben nicht hat, bzw. die ich nicht fähig bin ihr zu geben, überwiegen allen Anderen auf unbeschreibliche Art und Weise.

19th August – Day of Hope

Ich hab mir vorgenommen heute, an diesem besonderen Tag, hier einen Beitrag zu schreiben, obwohl ich weiß, dass es nicht einfach sein wird.

Hoffnung – Ein einfaches Wort mit 8 Buchstaben und doch einer so großen Bedeutung. Ich hoffe ist ein sehr häufiger Satzanfang. Auch ich könnte einige ‚Ich hoffe, dass …‘ Sätze hier aufschreiben und doch weiß ich, dass sich dadurch nichts ändern würde. Folgt auf die Hoffnung nicht autmatisch die Enttäuschung? Zumindest ich hab das Gefühl, dass ich Hoffnung und Enttäuschung seit Jahren nur im Doppelpack bekomme.

Day of Hope soll ein Tag sein, an dem man über die Kinder spricht, die diese wunderbare Welt nie sehen durften. Ein Tag an dem die zurückgebliebenen Eltern wieder Hoffnung schöpfen sollen.
Ich würde gerne über meine Kinder sprechen, aber es ist niemand da der zuhört. Ich würde gerne darüber sprechen wie traurig ich bin, wenn ich andere Familien sehe mit mehreren Kindern. Ich habe eine wunderbare Tochter an der Hand, aber jedesmal wenn ich in ihre traurigen Augen schaue, wenn sie mich fragt, ob sie denn nicht doch noch ein Geschwisterchen haben kann, treibt es mir die Tränen in die Augen.

Vor 2 Tagen waren wir zu einer Party eingeladen. Tanten, Onkel, Cousins und Cousinen mütterlicherseits haben alle zusammen einen gemeinsamen Nachmittag verbracht. Es war ein wunderschöner Tag und doch hat er mich sehr traurig gemacht. Geschwister sind etwas wunderbares, wenn ich meine Cousins und Cousinen zusammen sehe. Schwestern, die gemeinsam auf Urlaub fahren, die Zeit zusammen verbringen, die einfach füreinander da sind. Bruder und Schwester, die sich necken und doch weiß man wie lieb sie sich haben.

Warum? Ja da ist es diese gemeine Wort, das einen nur noch wütender und noch trauriger macht und man doch nie eine Antwort bekommt. Warum ist meiner Tochter dieses Geschwister-Glück nicht vergönnt. Warum kann sie abends ihre Geschwister nicht in den Arm nehmen sondern muss stattdessen einen Gruß in den Himmel schicken.

WARUM??

dayofhope_still_miracles