Ich bin noch da

Fast 2 Monate sind seit meinem letzten Eintrag vergangen. Recht viel ist in dieser Zeit passiert. Ich möchte mal versuchen ein wenig was davon aufzuzählen.

Anfang August haben wir eine wunderschöne Urlaubswoche im Zillertal verbracht. Das Wetter war traumhaft schön und wir konnten eine sehr lieb gewonnene Gegend (waren schon 2 mal dort) wieder besuchen. Wandern, schwimmen, relaxen und faulenzen standen am Programm. Der Urlaub hatte von allem ein bisschen was. Um ihn wirklich genießen zu können, war ich leider ziemlich auf Medikamente angewiesen, da ich gerade mitten im auskurieren einer Nervenentzündung war. Aber mit den Medis ging es ganz gut, so dass ich auch gut mithalten konnte und es eine tolle Zeit zu dritt war.

Unmittelbar nach dem Urlaub war es auch schon vorbei mit meiner 4 wöchigen Arbeitspause, und es ging gleich wieder voll ins Geschehen. Der August und September sind neben Jänner und Februar immer die intensivsten Arbeitsmonate, so war es auch heuer. Zusätzlich zum Arbeitsstress kam heuer aber leider auch noch ein gesundheitlicher Rückfall von unserer Tochter. Sie musste ihr Sportcamp abbrechen, wegen eines Migräneanfalles und eine Woche später musste sie dann mit dem Krankenwagen von einem Radausflug aufgelesen werden, ebenfalls wegen Migräne. Nachdem es ihr seit Februar wirklich gut ging, war das wieder ein Rückschlag der einige Zeit gebraucht hat bzw. immer noch braucht, bis wieder alles ganz normal läuft. Auch mich hat das noch zusätzlich Kraft gekostet.

Ende August hatte ich dann mein Auto in der Werkstatt zur jährlichen Überprüfung und habe dabei leider erfahren, dass eine riesen Reparatur anstehen würde, wenn ich nochmal ein Jahr damit fahren möchte. Da das Auto inzwischen 15 Jahre alt war und mich fast 150.000 km begleitet hat, war schnell klar, dass sich diese Reparatur nicht mehr lohnen würde. Ich habe mich also mit meinem Mann zusammen auf die Suche nach einem neuen Auto gemacht und bin zum Glück auch schnell fündig geworden. Innerhalb einer Woche war alles abgewickelt und ich bin jetzt sehr glücklich mit meinem nur 1 Jahr alten Opel Corsa, der mich nun hoffentlich wieder lange von A nach B bringen wird.

Anfang September war es dann so weit und ich hatte meinen Termin für mein lange herbeigesehntes Tattoo. Ich war wirklich sehr nervös vor dem Termin, nicht weil ich Angst vor den Schmerzen hatte oder gar unsicher war, ob ich es wirklich haben möchte. Meine größte Angst war, dass es nicht so werden würde, wie ich es mir vorstellen. Das etwas schief geht, das die Farbe nicht gefällt usw. Aber die Angst war kurz nach dem Start gleich verflogen. Der Tätowierer arbeitete wirklich sehr professionell und war sehr konzentriert bei der Arbeit und das Endresultat ist wunderschön geworden. Meine 4 Kinder kann ich nun endlich immer bei mir tragen, ganz nah. In der Arbeit haben alle sehr positiv reagiert. Ein paar sehr enge Kolleginnen kennen auch die Bedeutung hinter dem Tattoo. Das gesamte Motiv möchte ich hier nicht zeigen, die Gründe dafür habe ich in meinem letzten Beitrag schon erklärt. Aber da unser Michael vor einigen Tagen Geburtstag hatte und das auch sein Geschenk sein soll, möchte ich nur seinen Schmetterling hier doch zeigen.

(C) blogographie

Der September ist nun schon fast wieder vorbei, hat aber an seiner üblichen Hektik noch nichts verloren. Ich bin im Moment wirklich sehr überarbeitet und hoffe, dass es zumindest ein wenig ruhiger wird in den kommenden Wochen. Zumindest so, dass ich mal wieder liegen gebliebenen aufarbeiten kann und nicht die Stapel ständig höher werden.

Ich möchte auch wieder öfter hier schreiben.

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Normalität bitte!

Vor 4 Tagen haben unsere Tochter und ich das Krankenhaus verlassen. Schon die ganze Zeit wollte ich hier eigentlich was schreiben, aber es war einfach keine Zeit dazu oder mir fehlte einfach auch die Kraft dazu.

Unserer Tochter hat leider nach dem Krankenhausaufenthalt nun auch noch einen grippalen Infekt erwischt und liegt nun anstatt wieder zur Schule zu gehen, mit Husten, Schnupfen und Heiserkeit erneut flach. Ich bin mit dem immer größer werdenden Wunsch nach Alltag und Normalität seit 3 Tagen nun wieder in der Arbeit.

Das Entlassungsgespräch war halb zufriedenstellend. Wir sind derzeit ohne Medikation gegen Epilepsie. Der Arzt geht davon aus, dass wir das im Moment nicht mehr brauchen. Hätte Sie derzeit epileptische Anfälle dann wäre aufgrund des raschen Absetzens der Medikamente mit ziemlicher Sicherheit ein Anfall passiert während wir noch im Krankenhaus waren. Wir versuchen hier jetzt das Positive daraus zu sehen. Keine Medikamente mehr und im Besten Fall auch irgendwann die klare Aussage – keine Epilepsie mehr (so deutlich wurde es uns noch nicht gesagt). Ich würde es ihr so sehr wünschen, dass dies auch wirklich so bleibt und die epileptischen Anfälle nun einfach weg bleiben.

Als Erklärung für Ihren schlechten Zustand vor 2 Wochen haben wir nun Migräne bekommen, mit der Vermutung, dass es ihr unbewusst einfach alles zu viel geworden ist und sie daher einfach einige Tage auf Pause geschaltet hat und dann erst langsam wieder in die Gänge gekommen ist, nachdem sich die Kopfschmerzen gebessert hatten. Für die Migräne haben wir für den Bedarfsfall Medikamente verschrieben bekommen, die sie sofort bei den ersten Anzeichen nehmen soll.

Ich bzw. wir alle hoffen jetzt, dass ganz ganz lange erstmal gar nichts mehr passiert. Sie hat fast ununterbrochen Angst, dass wieder etwas kommen könnte. Sie versucht sich abzulenken mit all den möglichen Dingen, aber die Angst kommt immer wieder durch.
Mir geht es ähnlich. Jedes Mal wenn mein Handy im Büro klingelt bekomme ich Angst, dass wieder etwas passiert sein könnte. Sehr oft ruft sie mich an, weil sie Zuspruch braucht, weil sie aus ihrer Angst alleine nicht raus kommt. Ich versuche sie dann zu beruhigen oder abzulenken, was mir auch oft gelingt, aber es ist unglaublich anstrengend.
Nächste Woche haben wir den ersten Termin bei der Psychologin und ich hoffe und ich hoffe, dass wir hier dann regelmäßig Termine bekommen können und vor allem hoffe ich, dass es ihr auch wirklich hilft.

Kommende Woche hoffe ich, dass Ihre Verkühlung wieder halbwegs ausgeheilt ist, damit sie wieder in die Schule gehen kann (sie hat dann eh fast 3 Wochen gefehlt). Sie meinte heute zwar schon, sie will nicht hin, weil sie solche Angst hat, dass in der Schule wieder was ist und dann keiner von uns da ist, aber sie muss unbedingt wieder in einen normalen Alltag rein finden. Ich werde einen Tag noch Home Office arbeiten, in der Hoffnung ihr damit etwas zusätzliche Sicherheit geben zu können.

Ich danke allen, die uns mit guten Gedanken, mit Gebeten und Besserungswünschen in den letzten Wochen bedacht haben.

Krankenhaus …

Leider hat es uns schon wieder erwischt. Dieses mal so richtig schlimm. Seit Mittwoch bin ich nun mit unserer Tochter wieder im Krankenhaus und es geht nur ganz langsam bergauf und wir hatten echt ein paar sehr sorgenvolle Tage. 

Am Mittwoch in der Schule gings ihr plötzlich nicht gut. Meine Mama hat sie abgeholt und weil es immer schlimmer statt besser wurde haben sie zusammen gepackt und sich auf den Weg ins Krankenhaus gemacht. Ich war im Büro in einer Sitzung und hab die schlechte Nachricht erst nach Ende der Sitzung erhalten, da ich aber viel näher am Krankenhaus dran bin waren wir dann relativ zeitgleich in der Notaufnahme. 

Sie hat dann gleich Schmerzmittel bekommen, weil sie über starke Kopfschmerzen geklagt hat, dann erneutes EEG und wieder Einzug im Krankenzimmer. Das EEG war eindeutig auffällig. Tamara sollte sich dann einfach ausruhen, leider wurden die Kopfschmerzen aber nicht besser sondern es ging immer weiter bergab. Am nächsten Tag hat sie dann nur noch geschlafen, ist kaum aufgewacht, hat nichts gesprochen und auch kaum auf Anreden reagiert. Aufgrund des verschlechterten Zustandes und der Verschlechterung im EEG wurde ein MR vom Kopf in Auftrag gegeben. Leider war sie dabei so unruhig, dass wir eine Vollnarkose gebraucht haben. Während dem Warten hab ich mir echt die schlimmsten Dinge ausgemalt. Zum Glück wurde aber nichts gefunden, aber besser ging es ihr leider auch nicht. Gleich am selben Abend wurde dann auch noch eine Lumbalpunktion gemacht. Zum Glück waren auch hier die Befunde alle positiv. Das Problem war, dass es ihr aber immer noch nicht besser ging und irgendwie die Möglichkeiten schön langsam zu Ende gingen. 

Sie wurde einerseits mit verschiedensten Mitteln gegen eine eventuelle Migräne behandelt als auch mit verschiedensten Mitteln gegen epileptische Anfälle. Nur zeigte nichts wirklich Wirkung. Freitag nachmittag wurde sie dann ans Video-Dauer-EEG angeschlossen und noch einmal ein neuer Medikamentenversuch wurde gestartet und endlich zeigte etwas ein wenig Wirkung. Nach mehreren Stunden tiefen Schlafes ist sie Abends dann etwas frischer aufgewacht. Hat wieder auf Anfragen reagiert und auch selber wieder etwas gesprochen. Und seither geht es zum Glück in kleinen Schritten bergauf. 

Jetzt geht es noch daran rauszufinden was denn nun wirklich los war und im Idealfall auch noch die Möglichkeit rauszufinden, um so etwas in Zukunft zu verhindern. Sie hängt immer noch am Video-EEG und ihre Medikamente, die sie normalerweise wegen der Epilepsie nimmt werden nun weggelassen, um zu schauen, welche Auswirkungen das hat. Sie hat ziemliche Angst deswegen und ich versuche die ganze Zeit sie positiv zu stimmen, aber immer gelingt mir das leider nicht. 

Wir werden ziemlich sicher noch eine Weile im Krankenhaus verbrinden. Meine Idealvorstellung wäre, dass wir mir einer eindeutigen Diagnose und auch Behandlungsvorschläge hier wieder rausgehen. Seit es ihr wieder etwas besser geht, gehts auch bei mir bergauf, aber grundsätzlich zerrt das ganze schon sehr an meiner Kraft.