Einmal mehr?

Es ist ruhig geworden hier auf meinem Blog. Das hat vor allem den Grund, dass es im Moment nichts Besonderes zu berichten gibt und mein Kopf irgendwie einfach leer ist und daher nichts vernünftiges zustande kommt.

Ich könnte einmal mehr schreiben wie ausgelaugt ich mich fühle und wie sehr mir die Angstzustände meiner Tochter an die Substanz gehen.
Ich könnte einmal mehr schreiben wie stressig es im Job gerade ist und ich am Überstunden sammeln bin.
Ich könnte einmal mehr schreiben, dass meine Masterthesis mal wieder in den Vordergrund rückt und ich es noch immer nicht geschafft habe, entweder endlich einen Schlussstrich zu ziehen oder das Teil fertig zu machen.
Ich könnte einmal mehr schreiben wie leer, einsam und verzweifelt ich mich fühle.

Aber all diese Dinge gab es schön mehrfach in meinem Blog und das will doch keiner ständig lesen, das interessiert doch keinen. Daher schreibe ich lieber nichts.

Depri-Geburtstag

Ja ich hab heute Geburtstag und ich hänge sowas eigentlich nicht an die große Glocke. Auf Facebook habe ich meinen Geburtstag verborgen und auch sonst posaune ich das nicht hinaus. Ich mag es zu wissen wer wirklich an mich denkt und nicht einfach schnell mal von Facebook erinnert wird. 

Umso deprimierender ist es dann aber doch wenn scheinbar nur ganz wenige an einen denken. Ich kann die Gratulanten noch an meinen Fingern abzählen. Meine Brüder gehören nicht dazu, ebenso wie einige mit denen ich bis vor ein paar Monaten täglich aufs engste zusammen gearbeitet habe. Ich war wohl schnell vergessen. 

Auch wenn ich mir immer einzureden versuche dass es mir egal ist, so tut es doch ein wenig weh wenn man von Familie und Freunden einfach nichts hört. 

Eigentlich wollte ich den heutigen Tag mit meinem Mann und unserer Tochter zur Entspannung in einer Therme verbringen. Leider hat mich aber die Grippe niedergestreckt und so sitz ich krank daheim auf der Couch und blase Trübsal. 

Naja mal schaun, der Tag ist noch nicht vorbei. Vielleicht denken ja doch noch manche an mich. 

Wo ist der Boden unter meinen Füßen?

Wo ist er nur hin? Seit letzten Donnerstag habe ich das Gefühl zu fallen, immer tiefer und tiefer in die Dunkelheit, Kälte und Einsamkeit. Ich hatte Donnerstag und Freitag letzte Woche Urlaub und hatte mich so darauf gefreut. Ich hatte nichts geplant, wollte einfach nur Zeit mit einem guten Buch oder vor dem Fernseher verbringen, habe das am Donnerstag auch so gemacht, aber irgendwie ist mein Halt dabei verloren gegangen.

In der Nacht von Donnerstag auf Freitag hat es mich getroffen wie ein Blitz, plötzlich war dieses Gefühl da, dass mir alles zwischen den Finger durchrinnt und der Boden verschwimmt. Dann kamen die Tränen beinahe unaufhaltbar. Der Schlaf wollte nicht kommen, so habe ich mich durch die Nacht geweint. Am nächsten Tag war für mich die Einsamkeit zuhause, die ich normalerweise sehr genieße, einfach nur kaum zu ertragen. Ich habe versucht mich mit Lesen oder Fernsehen abzulenken, aber das klappte nur bedingt. Die Tränen flossen beinah unaufhaltsam.

Das Wochenende war hart aber etwas einfacher, weil jemand da war, ich nicht so unglaublich alleine war und meinen tausend Gedanken nicht unaufhörlich nachhängen konnte. Auch in der Arbeit war es ok, anders als sonst, dieses Gefühl zu fallen ist immer noch da, wenn ich es auch immer wieder schaffe tagsüber, wenn es genug Ablenkung gibt, mich bildlich irgendwo festzukrallen und den Fall aufzuhalten. Aber ich rutsche doch immer wieder ab wenn ich alleine bin.

Und das schlimmste ist, ich weiß nicht warum. Ich bin jetzt nicht im speziellen traurig. Mein Kopf ist einerseits voll mit tausend Sachen, andererseits aber auch völlig leer und ich kann keinen einzigen der tausend Gedanken irgendwie festmachen. Das Schreiben dieses kurzen Beitrages strengt mich unglaublich an. Ich habe für mich gehofft, alles besser zu verstehen, wenn ich versuche die Gefühle zu formulieren, aber es will mir nicht gelingen. Ich kann dieses momentane Gefühl einfach nicht beschreiben.

Wenn ich alleine bin, wünsche ich mir nichts sehnlicher als Gesellschaft, bin ich unter Menschen sehne ich mich nach dem Alleine sein damit ich mich nicht verstellen muss und weinen kann. Ich wünsche mir eine Kombination aus beiden. Alleine sein mit Gesellschaft. Ich möchte weinen, herumwandern, gegen Wände schlagen, zusammenbrechen – all diese Dinge, die ich sonst nur mache wenn ich alleine bin. Und ich wünsche mir dabei Gesellschaft.

Jemand der mich hält, wenn ich still stehe. Jemand der mich loslässt, wenn ich herumwandern will. Jemand der mir hoch hilft, wenn ich zusammenbreche. Jemand der sich mit mir hinsetzt, wenn ich zur Ruhe kommen muss. Jedoch jemand der auf keinen Fall fragt ‚Was ist los?‘

Dieser Jemand fehlt mir. Mein Mann fällt beim letzten genannten immer durch. Er will immer alles analysieren und möchte immer verstehen, warum ich gerade so bin wie ich bin. Aber das geht nicht, ich kann nicht anderen erklären, was ich selbst nicht weiß. Und sonst gibt es da niemanden.

Und so weine ich alleine und falle und hoffe, dass ich den Boden unter meinen Füßen bald wieder finde.

Wenn der Urlaub als Disaster beginnt …

… und wie es im Moment aussieht, endet er auch so und vor allem ganz schnell. 

Aber nun von vorne. Nachdem wir uns nun schon wochenlang freuen, vor allem unsere Tochter, haben wir uns heute früh endlich auf den Weg in den Urlaub gemacht. Das Wetter sollte schön werden und wir waren alle voller Vorfreude. Nur mein Mann klagte über leichte Kopfschmerzen, darum hab ich gesagt dass ich fahren werde.

Die Fahrt startete gut, der Verkehr war ok und wir freuten uns auf das geplante Frühstück, aber während der Fahrt wurde mein Mann immer ruhiger und ich dachte schon da passt was nicht. Hab dann mal angehalten und er meinte die Kopfschmerzen werden schlimmer. Er hat dann doch ein Schmerzmittel genommen und wir haben gehofft dass es hilft. Leider war das nicht so, er wurde immer stiller, immer blasser und hatte Sprachschwierigkeiten. Alles in allem fand ich es sehr beunruhigend. Och hab mich dann also zum nächsten Krankenhaus durchgefragt, das zum Glück nur knapp 10 km entfernt war. 

Im KH angekommen ging das lange warten los. Stunden sind vergangen bis ich überhaupt irgendwas gehört habe und dann hieß es, er muss auf jeden Fall stationär bleiben. 

Da steht man nun auf halber Strecke Richtung Urlaub. Der Ehemann im Krankenhaus, die Tochter nur noch am weinen. Man weiß nicht wo man schlafen kann und vor allem weiß man immer noch nicht was los ist. 

Jetzt ist die Nacht angebrochen und unsere Tochter und ich sind im Hotel, dort hatten wir Glück ein Zimmer zu bekommen aber nur für eine Nacht, morgen brauchen wir also eine neue Lösung, wenn wir nicht entweder weiter fahren oder sowieso zurück nachhause. Mein Mann ist im Krankenhaus. Die Untersuchungen haben bisher nichts ergeben aber er hat immer noch Schmerzen und inzwischen auch Fieber. 
Nachmittags war ich noch positiv gestimmt, dass wir morgen weiter fahren können. Inzwischen rechne ich mit der Rückfahrt von uns und einer Überstellung in ein Krankenhaus in der Heimat, von meinem Mann. Unsere Tochter ist am Boden zerstört, einerseits macht sie sich Sorgen um den Papa und andererseits ist ihr langersehnter Urlaub zerstört. 

Ich bin auch ziemlich kaputt. Werde jetzt schlafen auch wenn der Wunsch, dass alles nur ein böser Traum war, nicht in Erfüllung gehen wird, ist das Schlafen das einzige was ich jetzt noch will.

Happy birthday Michael!

Lieber Michael!

Wir wünschen Dir alles Liebe zum Geburtstag.

Wir hoffen du feierst mit deinen Geschwistern, deinen Großeltern und all deinen Freunden eine wunderbares Fest!

Wir denken an dich und winken rauf zu dir ins Regenbogenland. 

Dein Grab wird nun von einem kleinen Auto und einem Herz geschmückt, ich hoffe es gefällt dir!

Wir lieben und vermissen dich!

Deine Eltern und Deine Schwester

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Es wird wohl nie leichter werden

Der September ist wieder da und meine sowieso immer angeschlagene Gefühlswelt mal wieder am absoluten Tiefpunkt. Ich hasse den September und jedes Jahr hoffe ich darauf, dass es endlich leichter wird, nur um dann im September wieder zu erkennen, dass es, wenn überhaupt, sehr sehr langsam geht mit dem leichter werden.

Ich weine viel im Moment. Oft überkommen mich die Tränen einfach, Kleinigkeiten reichen da meist schon aus. Am Wochenende habe ich einen großen Becher Wasser während des Kochens verschüttet das hat gereicht, dass ich einfach losgeweint habe. Ich habe mich immer gut unter Kontrolle, was mein Stimmungsbild nach Außen betrifft, aber im Moment bin ich mir nicht so sicher, ob das weiterhin so bleibt. Ich habe Angst in der Arbeit die Kontrolle zu verlieren, das ist echt das letzte was ich möchte.

Ich weiß, dass es in den nächsten zwei Wochen noch schlimmer werden wird. Die Arbeit wird mich einerseits ablenken aber auch ganz besonders anstrengen. Ich habe Angst Fehler zu machen, weil ich vielleicht doch nicht ganz bei der Sache bin.

Meine Tochter hatte heute ihren ersten Schultag in der Neuen Mittelschule. Neuer Lebensabschnitt, viele neue Klassenkameraden und viele neue Lehrer. Sie war so voller Energie als ich sie abgeholt habe, konnte nur noch von dem tollen ersten Tag erzählen. Es war so schön anzusehen und zu hören und doch wollte ich eigentlich nur weinen.

Ich mag den September nicht, dabei könnte der September ein echt schöner Monat sein.